Italiens Schiri-Boss unter Betrugsverdacht – der Serie A droht ein heftiger Skandal
Gegen den Schiedsrichter-Koordinator der italienischen Serie A und B, Gianluca Rocchi, wird wegen des Verdachts der Beteiligung an Sportbetrug ermittelt. Der 52 Jahre alte Italiener soll Druck auf Schiedsrichter ausgeübt und Einfluss auf VAR-Entscheidungen genommen haben. Mehrere Spiele der vergangenen Saison sollen überprüft werden.
Rocchi kündigte in einer Mitteilung an, sein Amt niederzulegen. Er bestritt jede Beteiligung an illegalen Handlungen und erklärte, sich sicher zu sein, aus der Angelegenheit unbeschadet und gestärkt hervorzugehen. Der italienische Schiedsrichterverband AIA teilte mit, dass auch der VAR-Verantwortliche Andrea Gervasoni sein Amt vorübergehend ruhen lässt.
Konkret geht es bei den Vorwürfen wohl um zwei Spiele. Und zwar die Serie-A-Begegnungen zwischen Udinese und Parma, die Udinese dank eines Elfmeters gewann, sowie Inter Mailand gegen Hellas Verona, die Inter mit 2:1 für sich entschied. Rocchi soll Einfluss auf Kollegen in einem bestimmten VAR-Zentrum genommen haben.
Die italienische Nachrichtenagentur Agi veröffentlichte ein Video aus den Ermittlungen. Darin ist VAR-Schiedsrichter Daniele Paterna zu sehen. Er hatte sich nach einer möglichen Handspielszene zunächst gegen einen Elfmeter entschieden. Dann drehte er sich zu einer Person um und empfahl dem Referee im Stadion eine Bildüberprüfung. Der Schiedsrichter entschied daraufhin auf Elfmeter.
Die Sportzeitung «Gazzetta dello Sport» berichtete zudem, es bestehe der Verdacht, Rocchi habe bei Spielplanungen Schiedsrichter ausgewählt, die dem Verein Inter Mailand zugeneigt gewesen seien. (abu/t-online.de)

