Sport
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Switzerland's Carlo Janka, in action during a training session of the men's downhill race at the Alpine Skiing FIS Ski World Cup in Wengen, Switzerland, this Tuesday, January 14, 2020. (KEYSTONE/Anthony Anex)

Carlo Janka bei herrlichem Wetter im Training vom Mittwoch. Bild: KEYSTONE

Janka zu seiner Lieblingsabfahrt in Wengen: «Eigentlich ist die Piste ja ziemlich einfach»

Der Bündner hofft darauf, am Samstag bei der Lauberhorn-Abfahrt seine Sonnenseite präsentieren zu können.

Rainer Sommerhalder / ch media



Gäbe es den Wetterbericht nicht, Carlo Jankas Welt wäre in Ordnung. Schliesslich macht der 33-Jährige in diesen Tagen in jener Station im Weltcupzirkus Halt, die er zugleich als «Lieblingsort und Lieblingsstrecke» bezeichnet.

Hier am Lauberhorn hat er 2010 bei seinem zweiten Anlauf bereits die Abfahrt gewonnen. Es ist bis heute ein persönliches Karrierehighlight. Hier reihte Janka seither acht Podestplätze aneinander – so viele wie kein anderer Schweizer Skirennfahrer. Und hier traut er sich auch an diesem Wochenende einen Exploit zu. Wenn das Wetter stimmt! Und das tut es wahrscheinlich nicht.

abspielen

Carlo Jankas Siegfahrt 2010. Video: YouTube/Hans Heureka

Die Zeiten, in denen der Gesamtweltcupsieger der Saison 2009/2010 mit der Leichtigkeit des Seins aufs Podest fuhr, sind längst passé. Die vergangene Saison mit einem 9. Rang in der Abfahrt und einem 15. Platz im Super-G als Bestwerte generierte eher Mitleid denn Beifall. Sein letzter Sieg im Weltcup war 2016, auch in Wengen stand er nach 2015 nie mehr auf dem Abfahrtspodest. Gesundheitliche Probleme bremsten Janka immer wieder aus.

Die Geburt der Tochter und die Rückkehr aufs Podium

Umso beachtlicher der Start in den aktuellen Weltcup-Winter mit dem dritten Rang in der Abfahrt von Lake Louise. Erst recht, weil die unmittelbare Vorbereitung von Rückenbeschwerden und Zwangspausen geprägt war. Carlo Janka fand ebenso wenig eine schlüssige Erklärung für diesen Exploit in Übersee wie für seine Liebe zur Lauberhorn-Abfahrt. «Eigentlich ist die Piste ja ziemlich einfach und bietet damit vielen Fahrern die Gelegenheit, hier in Wengen gut zu sein», sagt der Schweizer Olympiasieger von 2010 im Riesenslalom.

epa08036253 (L-R) Dominik Paris of Italy (2nd place) Thomas Dressen of Germany (1st place) Beat Feuz (L) and teammate Carlo Janka (R) of Switzerland (3rd place) at the Men's World Cup Alpine Downhill Race in Lake Louise, Alberta, Canada, 30 November 2019.  EPA/NICK DIDLICK

Das Podest in Lake Louise: Gewinner Thomas Dressen (2.v.l.), Zweiter Dominik Paris (l.) und die Schweizer Feuz und Janka auf dem geteilten dritten Rang. Bild: EPA

«Es sind viele Zahnrädchen, die ineinandergreifen müssen, damit es aufgeht.»

Carlo Janka.

Vielleicht war es ja die Geburt seiner Tochter Ellie am 4. September 2019, die ihn derart beflügelt hat. Selbst wenn der «Iceman» zu diesem Ereignis sagt: «Meine Tochter beschert mir einen neuen Blickwinkel und ein anderes Leben neben der Piste, aber auf mich als Rennfahrer hat es keinen Einfluss.»

Die Basis für alles ist und bleibt die Gesundheit

So oder so war das Podest-Comeback des Carlo Janka für ihn zwar die Bestätigung, «dass ich es immer noch kann», aber bislang alles andere als nachhaltig. Die nackten Zahlen der letzten Rennen zeigen eine andere Realität – mit den Rängen 36, 22 und 45. Welche Wahrheit stimmt denn nun, Carlo Janka? «Beides sind meine Wahrheiten», sagt der 33-Jährige. Er weiss, dass ein Vorpreschen auf die ersten Positionen für ihn nur machbar ist, wenn alles passt. «Es sind viele Zahnrädchen, die ineinandergreifen müssen, damit es aufgeht.»

Basis für alles ist und bleibt die Gesundheit. Herzrhythmusstörungen (2011) und Kreuzbandriss (2017) sind zwar vorbei und vergessen, aber die chronischen Rückenbeschwerden begleiten den «Iceman» seit bald einem Jahrzehnt. Seine Verfassung sei besser als im Vorwinter, aber bei 100 Prozent war Carlo Janka diesbezüglich schon lange nicht mehr. Um seine Kräfte optimal einzuteilen, verzichtet er am Freitag erstmals auf die geliebte Kombination.

Switzerland's Carlo Janka, pictured before a training session of the men's downhill race at the Alpine Skiing FIS Ski World Cup in Wengen, Switzerland, this Tuesday, January 14, 2020. (KEYSTONE/Anthony Anex)

Carlo Janka hat weiter mit Rückenbeschwerden zu kämpfen. Bild: KEYSTONE

Abfahrtsrennen womöglich erst am Sonntag?

Für die Abfahrt in Wengen spielt allerdings ein anderer Faktor in Bezug auf seine Möglichkeiten eine entscheidende Rolle. Janka bezeichnet sich selber als «Schönwetterfahrer». Er zeigt seine Sonnenseite dann, wenn die Sonne scheint, was auch damit zusammenhängt, dass er nie ein Fahrer gewesen sei, der seine Grenzen auslotet. «Ich gebe mir immer eine gewisse Marge», sagte Janka im Dezember in einem Interview mit der «Neuen Zürcher Zeitung».

Derzeit herrsche für ihn in Wengen auch «das Lieblingswetter», aber für die Nacht auf Samstag ist ein Wetterumschwung mit bis zu 30 Zentimetern Neuschnee angesagt. Heute um 15 Uhr entscheidet die Jury, ob die Abfahrt allenfalls ­sogar auf den Sonntag und der Slalom auf Samstag verschoben werden sollen. Aussichten, die Carlo Janka nicht gefallen ­werden.

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Die letzten Schweizer Sieger im Skiweltcup

Unsere Ski-Stars sind in die Fragenlawine geraten

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Hier wirft Beat Feuz den Sieg weg: «I bi eifach u huerä schnäu gsi»

Bis zur Hausbergkante fährt Beat Feuz überragend. Er ist drauf und dran, Hahnenkamm-Sieger zu werden. Doch dann wirft ihn die Piste ab. So triumphiert wie schon 2013 der Italiener Dominik Paris.

» Der Liveticker zum Nachlesen

1 Minute, 33 Sekunden, 21 Hundertstel – bei der Hausbergkante stellt Beat Feuz eine Bestzeit auf, die von keinem Gegner auch nicht annähernd erreicht wird. Der am Ende zweitplatzierte Franzose Valentin Giraud Moine kommt Feuz mit 56 Hundertstel Rückstand am nächsten.

Doch als der Schangnauer in Richtung Traverse einbiegt, geschieht es: Genau auf der Kuppe erhält Feuz einen Schlag, die Ski gehen in die Höhe, der 29-Jährige kann seine Arbeitsgeräte nicht mehr …

Artikel lesen
Link zum Artikel