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NFL-Playoffs: So stehen die Chancen von Williams, Lawrence und Maye

Drake Maye, Caleb Williams und Trevor Lawrence erobern die NFL.
Drei der neuen Quarterback-Generation: Drake Maye, Caleb Williams und Trevor Lawrence (v. l.).Bild: imago / midjourney / watson

3 junge Quarterbacks erobern die NFL – die Playoff-Aussichten sind aber schlecht

Am heutigen Samstag beginnen die Playoffs der NFL. Während viele bekannte Namen fehlen, spielen mehrere junge Quarterbacks um den Super Bowl. Diese drei Supertalente fordern die etablierten Stars heraus – und wollen sich der Geschichte zur Wehr setzen.
10.01.2026, 07:5810.01.2026, 15:47

Die Liste von Quarterbacks, die während der NFL-Playoffs nur vor dem Fernseher sitzen werden, umfasst einige grosse Namen: Patrick Mahomes, Lamar Jackson und Joe Burrow sind mit ihren Teams nämlich bereits ausgeschieden. Auch Jared Goff, Dak Prescott und Baker Mayfield, die in den letzten Jahren regelmässig Gast in den Playoffs waren, dürfen dieses Jahr nur zusehen.

Dafür sind gleich drei Spielmacher erstmals in der entscheidenden Saisonphase dabei. Auch sonst dürften die Playoffs in dieser Saison von jungen Quarterbacks mitgeprägt werden. Abgesehen von den Alt-Stars Aaron Rodgers (42) und Matthew Stafford (37) ist keiner der 14 noch um den Titel kämpfenden Stammspieler auf der wichtigsten Position im American Football über 29 Jahre alt.

Schon die Quarterback-Generation nach Mahomes, Jackson oder Josh Allen steht also bereit. Drei der vielversprechendsten Talente starten an diesem Wochenende in die Playoffs.

Caleb Williams

Chicago Bears

Caleb Williams trifft in der Nacht auf Sonntag (2 Uhr) mit den Chicago Bears auf die Green Bay Packers. Obwohl die Rivalität zwischen Chicago und Green Bay womöglich die grösste in der NFL ist, treffen sie erst zum dritten Mal in den Playoffs aufeinander. Bisher gewannen beide Seiten je einmal.

Der 24-Jährige wurde 2024 an erster Stelle im Draft ausgewählt. Nachdem er sich in seiner Rookie-Saison schwergetan hatte, führte er die Bears in diesem Jahr zu elf Siegen und auf Platz 2 der Conference NFC. Williams brillierte mit 27 Touchdown-Pässen bei nur 7 Interceptions sowie seinem starken Arm und seiner geringen Fehleranfälligkeit. Eine wichtige Hilfe war für ihn der neue Trainer Ben Johnson, der als einer der besten Offensiv-Architekten im American Football gilt. Nun steht Williams vor seinem Playoff-Debüt.

November 28, 2025, Philadelphia, Pennsylvania, USA: Chicago Bears quarterback CALEB WILLIAMS celebrates the win over the Philadelphia Eagles at Lincoln Financial Field in Philadelphia. Philadelphia US ...
Caleb Williams ist der neue Hoffnungsträger in Chicago.Bild: www.imago-images.de

Chicago und Green Bay gewannen in dieser Saison je ein direktes Aufeinandertreffen. Die Packers gehen trotz der schwächeren Regular Season als leichter Favorit in das Auswärtsspiel, was auch mit Williams' fehlender Playoff-Erfahrung und der etwas stärkeren Defensive zu tun hat. Bei Green Bay steht mit dem 27-jährigen Jordan Love ebenfalls ein junger Quarterback im Mittelpunkt, der von bisher drei Playoff-Spielen erst eines gewonnen hat.

Trevor Lawrence

Jacksonville Jaguars

Einer von Williams' Vorgängern als Nummer-1-Pick ist Trevor Lawrence. Der 26-Jährige wurde von den Jacksonville Jaguars 2021 gedraftet und steht nun zum zweiten Mal nach 2022/23 in den NFL-Playoffs. Die Jaguars sind in dieser Saison mit 13 Siegen eine der grossen Überraschungen der Liga, was eng mit den Leistungen von Lawrence verbunden ist.

Auch er kam zu Beginn seiner Karriere nicht immer mit dem Prädikat Supertalent zurecht. Nach einer starken zweiten Saison blieb er in den letzten zwei Jahren wieder hinter den Erwartungen zurück. Die Hoffnungen in Jacksonville begannen bereits zu bröckeln – dann wurde im letzten Sommer in Liam Coen ein Trainer verpflichtet, welcher der Jaguars-Offensive ein modernes Kleid verpasste. So kitzelte er aus Lawrence viel mehr heraus als dessen vorherige drei Coaches. Der 1,98-Meter-Mann warf 29 Touchdown-Pässe und rannte zudem 9-mal in die Endzone. Damit beeindruckte er auch seine Mitspieler, die ihm nach dem geschafften Division-Sieg sogenannte Grills (Zahnschmuck) schenkten.

Trotz der erfolgreichen Regular Season, in der auch die Defense zu den besten der Liga gehörte, gilt Jacksonville als leichter Aussenseiter. Gegner sind am Sonntagabend (19 Uhr) nämlich die Buffalo Bills um Superstar-Quarterback Josh Allen. Der 29-Jährige bringt die Erfahrung aus 13 Playoff-Spielen mit. Zwar hat er mit sieben Erfolgen eine leicht positive Bilanz, auswärts ging er in vier Partien aber immer als Verlierer vom Platz – dreimal davon gegen Patrick Mahomes.

Drake Maye

New England Patriots

Drake Maye stellt die beiden in dieser Saison aber in den Schatten. Der 23-Jährige wurde vor gut anderthalb Jahren zwei Stellen hinter Caleb Williams im Draft gewählt, auch er erhielt nach seiner Rookie-Saison einen neuen Trainer. Mike Vrabel stellte die New England Patriots auf den Kopf. Holte der sechsfache NFL-Champion in der letzten Saison nur 4 Siege, waren es in diesem Jahr 14. Platz 1 in der Conference AFC verpasste New England nur wegen der schlechteren Bilanz gegen gemeinsame Gegner im Vergleich zu Denver, das in der 1. Runde deshalb ein Freilos hat.

New England Patriots quarterback Drake Maye celebrates after a touchdown scored by running back TreVeyon Henderson during the second half of an NFL football game against the Miami Dolphins in Foxborou ...
Drake Maye ist in dieser Saison der präziseste Quarterback der NFL.Bild: keystone

Maye deutete sein Potenzial schon in der Vorsaison an, doch mit einer solchen Leistungsexplosion konnte niemand rechnen. Der 1,93 m grosse Quarterback warf 31 Touchdowns und nur 8 Interceptions, 72 Prozent seiner Pässe kamen beim Mitspieler an – Liga-Bestwert. Auch beim Passer-Rating (ein Wert, der sich aus verschiedenen Statistiken zusammensetzt, um zu benennen, wie gut ein Quarterback spielt) konnte Maye in dieser Saison niemand das Wasser reichen. Dass die Patriots wenige Jahre nach Tom Brady wieder einen so hervorragenden Quarterback haben, ärgert viele NFL-Fans.

Nun muss Maye aber beweisen, dass er auch in den Playoffs glänzen kann. In der Nacht auf Montag (2 Uhr) empfangen die favorisierten New England Patriots die Los Angeles Chargers um den 27-jährigen Justin Herbert, der seine bisherigen beiden Playoff-Spiele verloren hat.

Die Probleme der Playoff-Debütanten

Die Geschichte verheisst nichts Gutes für die drei Playoff-Debütanten Caleb Williams, Drake Maye und Bryce Young, der mit Carolina auf die Los Angeles Rams trifft. Seit die NFL 2002 das heutige System mit den acht Divisions, deren Sieger sicher in den Playoffs sind, eingeführt hat, haben von 77 Quarterbacks nur 28 ihr Playoff-Debüt gewonnen.

Im letzten Jahr gelang es zum Beispiel Bo Nix von den Denver Broncos in seinem ersten K.-o.-Spiel nicht, die Buffalo Bills zu bezwingen. Nun führte der 25-Jährige sein Team zu Platz 1 in der AFC, in der nächsten Woche trifft Denver auf das an tiefster Position gesetzte, verbleibende Team der Conference. Auch das beste Team der NFC, die Seattle Seahawks, setzt mit Sam Darnold auf einen Quarterback, der im Vorjahr erstmals in den Playoffs dabei war und verlor.

Denver Broncos' Bo Nix celebrates after an NFL football game against the Green Bay Packers Sunday, Dec. 14, 2025, in Denver. (AP Photo/Jack Dempsey)
Packers Broncos Football
Bo Nix hat mit Denver eine sehr erfolgreiche Regular Season hinter sich.Bild: keystone

Dass ein Playoff-Debütant aber auch erfolgreich sein kann, zeigte zuletzt Jayden Daniels, der die Washington Commanders in der letzten Saison als Rookie bis in den Halbfinal führte, wo sie am späteren Champion Philadelphia scheiterten.

Der Playoff-Spielplan

  • Samstag, 22.30 Uhr: Carolina Panthers (4) – Los Angeles Rams (5) (NFC)
  • Sonntag, 2 Uhr: Chicago Bears (2) – Green Bay Packers (7) (NFC)
  • Sonntag, 19 Uhr: Jacksonville Jaguars (3) – Buffalo Bills (6) (AFC)
  • Sonntag, 22.30 Uhr: Philadelphia Eagles (3) – San Francisco 49ers (6) (NFC)
  • Montag, 2 Uhr: New England Patriots (2) – Los Angeles Chargers (7) (AFC)
  • Dienstag, 2 Uhr: Pittsburgh Steelers (4) – Houston Texans (5) (AFC)
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