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Sport
Super League

Darum ist Ex-Espe Andreas Witter «wahnsinnig enttäuscht von Alain Sutter»

St. Gallens Andreas Wittwer, beim Fussball Super-League Spiel zwischen dem FC St. Gallen und dem FC Lugano, am Sonntag, 23. September 2018, im Kybunpark in St. Gallen. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)
Nach drei Jahren in St.Gallen erhielt Wittwer keinen neuen Vertrag mehr.Bild: KEYSTONE

Darum ist Ex-Espe Andreas Wittwer «wahnsinnig enttäuscht von Alain Sutter»

Vor fünf Tagen sagte St.Gallens Sportchef Alain Sutter, dass Andreas Wittwer definitiv keinen neuen Vertrag erhalte. Weil sich der Spieler nach den Ferien nicht gemeldet habe. Der Verteidiger sieht die Sache anders.
24.06.2019, 12:2624.06.2019, 14:06
Christian Brägger / CH Media

Drei Jahre hat Andreas Wittwer für den FC St.Gallen gespielt, 103 Pflichtspiele hat er absolviert und dabei vier Tore erzielt. Er lief auf der linken Seite rauf und runter, mehr recht als schlecht, er war Stammspieler, egal ob seine Trainer Joe Zinnbauer, Giorgio Contini, Boro Kuzmanovic oder jüngst Peter Zeidler hiessen. Dann wurde Wittwer am 22. Mai im Heimspiel gegen die Young Boys offiziell verabschiedet. Und heute muss er auf Vereinssuche, weil sich St.Gallen auf der linken Verteidigerposition eine Baustelle schafft, wo er sich keine schaffen müsste. Ein konkretes Angebot hat der Berner noch nicht, offen ist er für alles, Fussballabenteuer inklusive.

«Ich konnte nie verstehen, dass man mit Andreas Wittwer nicht verlängert. Er ist ein guter Typ, seine Leistungen sprechen für ihn. Hier öffnet man eine Baustelle, die nicht notwendig wäre.»
Tranquillo Barnetta über den Entscheid der Klubleitung

Wittwer wundert sich aber, welches Bild von ihm Alain Sutter am vergangenen Mittwoch in der Öffentlichkeit zeichnete. An der Pressekonferenz zur Saisoneröffnung sagte der Sportchef: «Es war abgemacht, dass sich Andreas Witter nach den Ferien bei mir meldet. Das hat er nicht getan, damit ist das Thema für mich erledigt, er wird definitiv nicht mehr für uns spielen. Er hat wohl andere Pläne.»

Antwort auf dem Platz gegeben

Wittwer fühlt sich als Sündenbock einer Geschichte, die im Prinzip kein gutes Ende hatte finden können. Das Verhältnis war getrübt, vermutlich sogar gestört, und Wittwer weiss nicht, weshalb. Noch im Januar, am ersten Trainingstag nach den Weihnachtsferien, habe Sutter ihm und anderen Spielern wie Roman Buess oder Alain Wiss gesagt, es sei fertig in St.Gallen, spätestens am Ende der Saison.

Wenn er aber bereits vor dem Rückrundenstart etwas finden würde, dann wäre das auch gut und ideal, habe Sutter ihm beschieden. Diesen Satz hatte Wittwer schon früher einmal von Sutter gehört, er sagt: «Ich habe mir dann gesagt, ich konzentriere mich auf den Fussball und antworte auf dem Platz mit Leistung.»

St. Gallens Galionsfigur Tranquillo Barnetta, Mitte, hat soeben den Siegtreffer zum 1:1 geschossen und freut sich zusammen mit Majeed Ashimeru, links, und Andreas Wittwer, rechts, aufgenommen am Sonnt ...
Im Mai jubelten sie noch, nun ist keiner mehr da: Majeed Ashimeru, Tranquillo Barnetta, Andreas Wittwer (von links).Bild: KEYSTONE

Wittwer lieferte, und irgendwann war sich Zeidler auch nicht mehr so sicher, ob der Entscheid, den auslaufenden Vertrag des Linksverteidigers nicht zu erneuern, der richtige sei. Sutter hingegen blieb auf seinem Standpunkt, doch in der Folge waren sie intern wohl irgendwann auf den Sportchef zugegangen mit dem «Befehl», nochmals das Gespräch mit Wittwer zu suchen.

Das Gefühl, als Lügner abgestempelt zu sein

Am Dienstag nach dem Abschlusstraining vor dem letzten Heimspiel gegen die Young Boys kam es dann zur Unterredung, in welcher Sutter dem Spieler Gesprächsbereitschaft signalisierte. Wittwer sagt: «Es war viel passiert in der Saison, ich wollte zuerst den Kopf in den Ferien etwas lüften, habe aber auch gesagt, dass wir einen gemeinsamen Weg finden würden. Ich habe aber noch nie gehört, dass ein Spieler sich beim Sportchef melden soll. Das war auch nicht so abgemacht. Vielmehr habe ich auf den Anruf von Alain Sutter gewartet, der aber nie kam. Ein Spieler ruft doch nicht selbst den Club an und bittet diesen um einen neuen Vertrag.»

ZUM START DER FUSSBALL RUECKRUNDE IN DER SUPER LEAGUE AM SAMSTAG, 2. FEBRUAR 2019, STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG --- Lange Gesichter bei Matthias Hueppi, Praesident FC St. Ga ...
Von Wittwer kritisiert: Sportchef Alain Sutter (rechts, neben Präsident Matthias Hüppi).Bild: KEYSTONE

Wittwer fühlt sich als Lügner abgestempelt, vor allem aber findet er es schade, dass es nach drei Saisons in der Ostschweiz ein solches Ende genommen hat. Der Familienvater, der noch immer in Winkeln wohnt, ist enttäuscht, dass er nun so dargestellt und ihm ein solcher Charakter unterstellt wurde. Ausgerechnet er, der für den Club alles gegeben habe.

«Wahnsinnig enttäuscht von Sutter»

Wer Wittwer kennt, der weiss um seine Bodenständigkeit, um die ruhige, besonnene, freundliche Art und die Wichtigkeit innerhalb des Teams. Wittwer würde das zwar selbst nie so direkt sagen, doch man hört, es habe jenen Spielern teilweise an Wertschätzung gefehlt, die schon länger im FC St.Gallen engagiert sind. Der 28-Jährige hätte auch kein Problem damit gehabt, wenn Sutter ihm nach den Ferien beschieden hätte, man plane nun doch nicht weiter mit ihm auf der linken Abwehrseite. «Das wäre vollkommen okay gewesen, weil es im Fussball halt manchmal so läuft. Aber mir nun die Schuld zuschieben?»

Im «Blick» hiess es in der Folge, Wittwer habe «keinen Bock» mehr auf St.Gallen. «Das stimmt überhaupt nicht, und ich will jetzt auch nichts schlechtreden, ich hatte eine tolle Zeit hier.» Aber Wittwer sagt eben auch: «Es ist unfassbar, ich bin wahnsinnig enttäuscht von Alain Sutter. Ausgerechnet von ihm, der stets von der grünweissen Gruppe spricht und dem das Menschliche so wichtig sein soll, kommt eine solche Aktion. Und nicht zum ersten Mal.»

Es gab einen Grund, weshalb Zeidler stets auf Witter setzte. Sutter wird seine Gründe haben, weshalb er es nicht tut. Nun darf man gespannt sein, wer für den FC St.Gallen in der nächsten Saison links verteidigen wird.

Hefti hat noch einen Zweijahresvertrag
Am Samstag absolvierte Silvan Hefti beim 17:0 gegen Speicher für den FC St.Gallen die erste Halbzeit. Am Rande dieses ersten Testspiels wurde bekannt, dass der Captain noch einen Zweijahresvertrag mit den Ostschweizern besitzt. Weil der 21-jährige Verteidiger in der abgelaufenen Saison 40 Pflichtspiele bestritt, hat sich der Kontrakt anhand einer Option automatisch um ein Jahr bis 2021 verlängert.

Das ist insofern von Belang, als Hefti den nächsten Karriereschritt sucht und St.Gallen bald verlassen könnte – womit die fällige Ablösesumme nun ungleich höher ausfallen würde. Der Championship-Klub Leeds United soll Gerüchten zufolge am Goldacher interessiert sein, ein konkretes Angebot gibt es aber nicht.
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12 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Army Neilstrong
24.06.2019 12:48registriert April 2017
Absolut eine komische Aktion von Sutter, defnitiv schwach gelöst. Aber die Darstellung von Wittwer in diesem Artikel ist teilweise auch falsch. Er gibt immer alles, ja, aber technisch reicht es ihm oft einfach nicht. Und auch in der Offensive hat er sehr viel Luft nach oben. Die Entscheidung ist also verständlich, obwohl man ihn auch gut als Back-Up hätte behalten können.
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Couleur
24.06.2019 15:15registriert Januar 2018
Am Beispiel des FCSG sieht man, dass selbst vermeintliche Kommunikationsprofis wie Hüppi und Sutter nicht vor Patzern gefeit sind. Ohne die Geschichten von Ben Khalifa und Wittwer beurteilen und mich auf eine Seite schlagen zu wollen, gibt der Verein da ein ganz schlechtes Bild ab. Diese Dinge sollten intern geregelt werden und nicht vor Gericht respektive in den Boulevardmedien landen.
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zellweger_fussballgott
24.06.2019 13:32registriert November 2017
Die Kommunikation war tatsächlich ziemlich schlecht vom Verein und Sutter. Im Winter sagte man respektive Sutter, er müsse spätestens im Sommer gehen. Zeidler hingegen sprach jedoch immer wieder von einer Momentaufnahme an den PK's und meinte Wittwer könnte auch bleiben... Danach sagte Sutter, der Entscheid wäre definitiv gewesen, um dann trotzdem in Verhandlungen zu treten mit Wittwer. Dieser meinte ja, man werde sich nochmals unterhalten nach der Saison.
Dort hat man sich nicht gefunden und die beiden Parteien gingen davon aus der jeweils andere meldet sich nochmals.
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