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Stan Wawrinka zu Gstaad-Vorwürfen: «Ich war wirklich verletzt»

Vor einer Woche sagte Stan Wawrinka seine Teilnahme am Gstaader Jubiläumsturnier ab. Dennoch blieb der French-Open-Sieger im Berner Oberland das Dauerthema. Das Turnier und Wawrinka schlossen Frieden.
29.07.2015, 18:53

Einige Aussagen des Turnierdirektors Jeff Collet mögen im Übereifer gefallen und anderen Leuten in den falschen Hals geraten sein. Der Boulevard schrieb sogar, Wawrinka sei in Gstaad nicht mehr unbedingt erwünscht. Alles dummes Zeug! Turnierdirektor Jeff Collet, auch Präsident des FC Lausanne-Sports, und Wawrinka trafen sich schon am Dienstag im Gstaader Dorf und tauschten sich aus. Heute gab «Stan the Man» auf dem Turniergelände eine Autogrammstunde.

Hat seine Aussagen relativiert: Gstaad-Turnierdirektor Jeff Collet.
Hat seine Aussagen relativiert: Gstaad-Turnierdirektor Jeff Collet.Bild: Christian Pfander/freshfocus

«Ich war wirklich verletzt», betonte Wawrinka im Interview mit der Sportinformation. Erst am Montag dieser Woche trainierte er gemeinsam mit seinem Coach Magnus Norman seit Wimbledon erstmals wieder. «Erst für diese Woche erhielt ich vom Doktor wieder grünes Licht. Die Schmerzen in der Schulter rührten von einer Sehnenentzündung her. Das Risiko, in Gstaad gleich wieder mit einem Turnier einzusteigen, wäre viel zu gross gewesen.»

«Die Bedeutung Wawrinkas für Gstaad wird überschätzt»

Und auch der Turnierdirektor Jeff Collet relativierte seine Aussagen. «Ich hoffe natürlich, dass Wawrinka nächstes Jahr bei uns spielt. Er war jetzt zweimal bei uns die Nummer 1 und sagte zweimal ab. Das darf kein drittes Mal mehr passieren. Andererseits erkundigte ich mich am Sonntagabend an unserer Turnierkasse. Lediglich eine Person reklamierte wegen Wawrinkas Absage. Die Bedeutung, die Stan Wawrinka für unser Turnier hat, wird gemeinhin überschätzt. Als vor zwei Jahren Roger Federer sein Kommen ankündigte, verkauften wir trotz Preiserhöhung umgehend alle Tickets. Als Wawrinka vor anderthalb Monaten das French Open gewann, blieb eine Resonanz im Vorverkauf aus.»

Gross und Klein konnte Stan an der Autogrammstunde eine Freude bereiten.
Gross und Klein konnte Stan an der Autogrammstunde eine Freude bereiten.Bild: KEYSTONE

Die Zeichen der Protagonisten deuten darauf hin, dass Wawrinka auch im nächsten Jahr im Saanenland eher nicht spielen wird, zumal das Programm wegen der Olympischen Spiele noch zusätzlich befrachtet ist und eine Woche nach dem Swiss Open ein Masters-1000-Turnier in Nordamerika im Kalender figuriert. «Die Sommerspiele von Rio verändern die Ausgangslage gewaltig», so Wawrinka. «Es ist jetzt viel zu früh, um zu sagen, welche Turniere ich spielen werde. Wir müssen uns Zeit nehmen, um zu entscheiden, in welche Richtung es gehen soll. Das gilt nicht nur für mich, sondern auch für das Turnier.»

Wawrinkas Vorfreude auf die US-Turniere

Die unmittelbare Zukunft für Stan Wawrinka sieht einen Nordamerika-Trip vor, der seinen Höhepunkt am US Open nehmen soll. Nächste Woche fliegt Wawrinka nach Montreal. Wawrinka: «Aber ich bin nicht in der Lage wie ein Djokovic oder Federer, mir den Sieg am US Open zum Ziel zu setzen. Ich bin trotz dem Sieg am French Open noch nicht auf diesem Niveau. Ich will auch nicht mit den Top 4 Federer, Djokovic, Nadal und Murray verglichen werden. Ich muss weiter in jedem einzelnen Match 100 Prozent geben, um eine Chance auf den Sieg zu haben. Und nur mit vielen Siegen baue ich das Selbstvertrauen auf, dank welchem ich in Roland-Garros Djokovic habe schlagen können. Andererseits bin ich heute in der Weltrangliste unter den Top 4 klassiert. In den letzten anderthalb Jahren habe ich zwei Grand-Slam-Turniere gewonnen. Meine Karriere ist ‹extraordinaire›.»

Stan Wawrinka hat die Viertelfinal-Niederlage in Wimbledon noch nicht abgehakt.
Stan Wawrinka hat die Viertelfinal-Niederlage in Wimbledon noch nicht abgehakt.Bild: TOBY MELVILLE/REUTERS

Trotz der Vorfreude auf die anstehenden US-Turniere trauert Wawrinka immer noch der in Wimbledon vergebenen Chance her. Die vermeidbare Niederlage in den Viertelfinals gegen Richard Gasquet ist noch nicht verdrängt, denn «den Wimbledon-Halbfinal gegen Djokovic hätte ich unheimlich gerne gespielt». Auch Wawrinka weiss: Von allen Tennisprofis ist er im Moment derjenige mit den besten Chancen in einem Spiel über drei Gewinnsätze gegen Novak Djokovic, die haushoch überlegene Weltnummer 1. (si/rst)

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