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Belinda Bencic of Switzerland  cools off with ice packs during a break in the quarterfinals match against Peng Shuai of China at the 2014 U.S. Open tennis tournament in New York, September 2, 2014.  REUTERS/Adam Hunger (UNITED STATES  - Tags: SPORT TENNIS)

Eisgekühlt und kalt geduscht: Belinda Bencic. Bild: ADAM HUNGER/REUTERS

Out im Viertelfinal

Bencic ohne den Hauch einer Chance, aber dennoch zufrieden nach dem besten Turnier ihres Lebens

Belinda Bencic landete in ihrem ersten Grand-Slam-Viertelfinal hart auf dem Boden der Realität. Gegen die Chinesin Peng Shuai passte nicht viel zusammen, sie verlor nach lediglich 64 Minuten 2:6, 1:6.



» Der Liveticker zum Nachlesen

NEW YORK, NY - SEPTEMBER 02:  Shuai Peng (R) of China shakes hands with Belinda Bencic (L) of Switzerland after their  women's singles quarterfinal match on Day Nine of the 2014 US Open at the USTA Billie Jean King National Tennis Center on September 2, 2014 in the Flushing neighborhood of the Queens borough of New York City.  (Photo by Streeter Lecka/Getty Images)

Bencic muss Peng zum Weiterkommen gratulieren. Bild: Getty Images North America

Die 28-jährige Peng Shuai verfügt über viel mehr Erfahrung als die 17-jährige Belinda Bencic: Die Chinesin bestreitet am US Open das 37. Grand-Slam-Turnier ihrer Karriere, die Ostschweizerin erst das vierte. Dennoch war es auch für Peng der erste Viertelfinal auf höchster Stufe.

Von Nervosität zeigte die Asiatin aber keine Spur, im Gegensatz zu ihrer Gegnerin. Nur ganz zu Beginn vermochte Bencic mitzuhalten. Bei 1:1 kam sie zu ihren ersten beiden Breakchancen, die Peng mit einem Ass und einem Aufschlagwinner auf souveräne Art abwehrte. Es sollten bis zum Schluss die einzigen Breakbälle der Schweizerin gegen die Weltnummer 39 bleiben.

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Zu viele Fehler bei Bencic

«Es waren einige kleine Dinge, unnötige Fehler von mir, Bälle, die knapp im Aus waren, die entschieden», stellte Bencic fest. Die Umstände wollte sie nicht als Grund für das Scheitern angeben: «Die Hitze macht mir gar nichts aus», betonte sie. «Und ich war auch nicht speziell nervös.» Peng sei einfach besser gewesen. «Sie schlägt gut auf, das setzt einen beim eigenen Service unter Druck. Und ihr beidhändiges Spiel mit Vor- und Rückhand ist doch sehr ungewohnt.»

«Das ist eine unglaubliche Sache für mich», stammelte die siegreiche Chinesin im Platzinterview und suchte mit Freudentränen in den Augen nach den richtigen Worten. «Ich war schon oft nahe dran, aufzugeben. Aber mein Umfeld hat mich immer wieder aufrichten können, so dass ich weiter machte.»

Peng Shuai of China celebrates a point against Belinda Bencic of Switzerland during their quarterfinals match at the 2014 U.S. Open tennis tournament in New York, September 2, 2014.   REUTERS/Adam Hunger (UNITED STATES  - Tags: SPORT TENNIS)

Die Becker-Faust funktioniert auch in der chinesischen Version. Bild: ADAM HUNGER/REUTERS

Bei Bencic funktionierten all die Dinge, die sie in den Tagen zuvor so hervorragend gemacht hatte, nicht. Bei 33 Grad im Schatten – von dem im riesigen Arthur Ashe Stadium kaum welcher zu finden ist – beging sie zu viele Fehler und konnte die Chinesin kaum je unter Druck setzen. Zudem verlor sie diesmal die entscheidenden Ballwechsel, vor allem im ersten Satz, der nicht so klar war, wie es das Resultat aufzeigt.

Wenigstens kein 0:6

Nach ihren vergebenen Breakchancen verlor Bencic aber gleich ihr eigenes Aufschlagspiel zum 1:3. Von dem Rückstand erholte sie sich nicht mehr. Nach 35 Minuten und einem zweiten Break zum 6:2 hatte Peng den ersten Durchgang gewonnen.

Für Bencic kam viel Ungemach zusammen: Sie wurde im dritten Game für Coaching durch ihren Vater verwarnt, lag bei allen ihren Challenges daneben und musste sich bis zum Schluss 19 unerzwungene Fehler notieren lassen. Peng hingegen wies mit 24 Gewinnschlägen und gerade mal sieben einfachen Fehlern eine sensationelle Statistik auf. Immerhin gelang Bencic bei 0:5 im zweiten Satz noch das «Ehrengame». Nach einer Rückhand ins Netz war die Niederlage mit 2:6, 1:6 nach 64 Minuten Tatsache.

Belinda Bencic Switzerland serves to Peng Shuai of China during their 2014 US Open women's singles match at the USTA Billie Jean King National Tennis Center September 2, 2014 in New York. The unseeded Peng swept past Swiss teen Belinda Bencic 6-2, 6-1 on Tuesday to reach the US Open semi-finals.AFP PHOTO/Kena Betancur

Bencic blickt einer rosigen Zukunft entgegen. Bild: AFP

«Ich bin jetzt nicht am Boden zerstört»

Die Ostschweizerin muss sich allerdings nicht grämen. Als jüngste US-Open-Viertelfinalistin seit Martina Hingis 1997 hat sie in New York ein deutliches Ausrufezeichen gesetzt. In der Weltrangliste wird Belinda Bencic ab nächster Woche um Rang 33 auftauchen. Ihre grosse Zeit kommt noch – wenn auch nicht mehr am diesjährigen US Open. 

Das sieht Bencic genau so. «Ich bin jetzt nicht am Boden zerstört. Abhaken, es geht weiter. Ich werde noch viele Chancen bekommen.» New York sei trotzdem eine Supererfahrung gewesen, speziell die beiden Spiele im riesigen Arthur Ashe Stadium. Ihr nächstes Ziel ist es, am Australian Open im Januar gesetzt zu sein. «Und das nach nur vier Grand-Slam-Turnieren – unglaublich», staunte sie selber. (ram/si)

Belinda Bencic of Switzerland returns a shot to Shuai Peng of China during their 2014 US Open women's singles match at the USTA Billie Jean King National Tennis Center September 2, 2014 in New York. AFP PHOTO/Stan HONDA

Bencic streckte sich vergeblich. Bild: AFP

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