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epa06047395 Roger Federer of Switzerland in action against Karen Khachanov of Russia during their semi final match of the ATP tennis tournament in Halle, Germany, 24 June 2017.  EPA/TYLER LARKIN

Roger Federer ist von den Topfavoriten am besten in Schuss. Bild: TYLER LARKIN/EPA/KEYSTONE

Federer vor Wimbledon in Form, auch wenn er «schon ein bisschen müde» ist

Schlägt er nach Mischa Zverev auch den kleinen Bruder Alexander? Der Deutsche ist morgen Roger Federers Gegner im Final des Rasenturniers von Halle, welches der Schweizer zum neunten Mal gewinnen könnte.

simon häring / schweiz am wochenende



Roger Federer greift morgen (ab 13 Uhr) am ATP-500-Turnier von Halle nach seinem neunten Titel. Der Australian-Open-Champion bezwang im Halbfinal den 21-jährigen Russen Karen Chatschanow in 85 Minuten 6:4 und 7:6. «Es war ein schwieriges Spiel. Es war alles etwas ungewiss, weil ich ihn nicht so gut kenne», sagte Federer. «Es ist warm, es ist heiss – ich bin schon ein bisschen müde.»

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Die Highlights von Federers Finaleinzug. Video: YouTube/NOTI TENIS NOTI FUTBOL

Federers Gegner in seinem 140. Endspiel auf der ATP-Tour (dem elften in Halle) ist Alexander Zverev. Der Deutsche verlor den ersten Satz gegen Richard Gasquet zwar mit 4:6, setzte sich aber nach knapp zwei Stunden doch noch durch. Zverev, für dessen Bruder Mischa im Achtelfinal die Endstation «Federer» hiess, entschied die weiteren Durchgänge mit 6:4 und 6:3 für sich.

In einer Woche beginnt mit dem Grand-Slam-Turnier von Wimbledon das Highlight der kurzen Rasen-Saison. Von den Topfavoriten ist nur Federer im Fahrplan.

Roger Federer: Der Sorgenlose

epa06047364 Roger Federer of Switzerland reacts after defeating Karen Khachanov of Russia in their semi final match of the ATP tennis tournament in Halle, Germany, 24 June 2017.  EPA/TYLER LARKIN

Bild: TYLER LARKIN/EPA/KEYSTONE

Für ihn, das behauptet Roger Federer (35) selber, ist es nur eine Randnotiz: Dank seiner Siege in Halle rückte er in der Setzliste für Wimbledon in die Top 4 vor. Der Baselbieter kann damit erst in den Halbfinals auf Andy Murray oder Novak Djokovic treffen, gar erst im Final auf Rafael Nadal. Weil er mit 15 Turniersiegen auf Rasen der erfolgreichste Spieler der Geschichte und in Wimbledon mit sieben Titeln ebenfalls ex aequo mit Pete Sampras und William Renshaw die Rekordliste anführt, gilt er als erster Anwärter auf den Titel. Weil er auf die Sandsaison verzichtete, hat Federer zudem so oft wie noch nie auf Rasen trainiert und fühlt sich nach einer zweimonatigen Pause auch körperlich und mental frisch. Bei seinem Lieblingsturnier scheitert Federer 2016 im Halbfinal an Milos Raonic und bricht danach wegen Knieproblemen die Saison ab.

Rafael Nadal: Der Zweifler

epa06038622 Spanish tennis player Rafael Nadal takes part in a grass court training session in preparation for his participation in the upcoming Wimbledon tennis tournament, in Palma de Mallorca, Balearic Islands, eastern Spain, 20 June 2017.  EPA/Atienza

Bild: EPA/EFE

Auf dem Weg zu seinem zehnten French-Open-Sieg gibt Rafael Nadal (31) keinen Satz ab. Umso erstaunlicher ist die Aussage, die er noch am selben Abend macht, neben ihm die Coupe des ousquetaires: «Ich habe jeden Tag Zweifel. Wenn du keine Zweifel hast, bist du arrogant.» Sie würden auch dafür sorgen, dass er hart arbeite. In der letzten Woche macht er das auf Mallorca auf den Rasenplätzen, wo derzeit ein Frauen-Turnier ausgetragen wird. Nach einer erfolgreichen Sandsaison hat Nadal auf eine Teilnahme in Queen’s verzichtet. Er brauche eine Pause. Sechsmal spielte er dort, fünfmal erreichte er danach in Wimbledon den Final, gewann 2008 und 2010 den Titel. In den letzten sechs Jahren konnte er in Wimbledon aber nur noch sechs Spiele gewinnen. 2016 fehlte Nadal.

Novak Djokovic: Der Glückliche

Serbia's Novak Djokovic grimaces during a press conference after losing to Austria's Dominic Thiem in a quarterfinal match of the French Open tennis tournament at the Roland Garros stadium, Wednesday, June 7, 2017 in Paris. (AP Photo/David Vincent)

Bild: David Vincent/AP/KEYSTONE

Die gute Nachricht: Glaubt man Gebhard Gritsch, dem ehemaligen Fitnesstrainer, ist Novak Djokovic (30) heute ein besserer Mensch. «Novak hat sich grundsätzlich verändert. Er ist ausbalancierter, aufgeschlossener und toleranter. Er hat sich sehr zum Positiven verändert, ist viel lebensbejahender. Novak ist ein glücklicher Mensch», sagt Gritsch in der «Welt». Die schlechte Nachricht: Djokovic ist ein schlechterer Tennisspieler. Seit dem French-Open-Sieg vor einem Jahr hat er noch zwei Turniere gewonnen. Kommende Woche bestreitet der 12-fache Major-Sieger das Rasen-Turnier in Eastbourne. Dreimal hat Djokovic in Wimbledon gewonnen. Vor einem Jahr scheitert er in der dritten Runde. Noch offen ist, ob er in Wimbledon auf die Unterstützung von Andre Agassi zählen kann.

Andy Murray: Der Ratlose

epa06039509 Britain's Andy Murray reacts during his tennis match against Australia's Jordan Thompson during their first round match of the Aegon Championships tennis tournament at the Queens Club in London, Britain, 20 June 2017.  EPA/WILL OLIVER

Bild: WILL OLIVER/EPA/KEYSTONE

In Queen’s verliert Titelverteidiger Andy Murray (30) erstmals in seiner Karriere auf Rasen in der Startrunde. «Ein echter Rückschlag. Wenn ich so spiele, habe ich in Wimbledon keine Chance», sagt der Schotte, der 2017 selten wie eine Nummer 1 auftritt. Einen Weg aus der Formbaisse hat er noch nicht gefunden. «Ich weiss nicht recht, warum das passiert und was der Grund ist.» Dem Aus in Queen’s gewinnt er indes auch Positives ab: «Weniger Spiele bedeuten mehr Training. Ich muss in den nächsten zehn bis zwölf Tagen sehr hart arbeiten.» Murray sagt: «Ich kann es schaffen!» Er hat kurzfristig noch zwei Exhibition-Matches organisiert, in Hurlingham im Südwesten Londons.

Stan Wawrinka: Der Rastlose

epa06039488 Switzerland's Stan Wawrinka in action against Feliciano Lopez of Spain during their first round match of the Aegon Championships tennis tournament at the Queens Club in London, Britain, 20 June 2017.  EPA/WILL OLIVER

Bild: WILL OLIVER/EPA/KEYSTONE

Gelingt Stan Wawrinka in Wimbledon der Karriere-Grand-Slam und sowohl Murray als auch Nadal verpassen den Final, wird der Romand die Nummer 1 der Welt. Davon, sagt er selber, sei er aber weit entfernt. Sein bestes Resultat im Südwesten Londons ist ein Viertelfinal. Wie im Vorjahr mit Richard Krajicek hat der Rastlose mit Federers Ex-Trainer Paul Annacone einen temporären Berater engagiert, um sein Spiel auf Rasen zu verbessern. Mit der Startniederlage im Londoner Queen’s Club ist der Einstand missglückt. Im Vorjahr scheitert er in Wimbledon in der der dritten Runde.

Milos Raonic: Der Rätselhafte

Milos Raonic of Canada plays a return to Thanasi Kokkinakis of Australia during day two of the Queen's Club tennis tournament in London, Tuesday, June 20, 2017. (AP Photo/Kirsty Wigglesworth)

Bild: Kirsty Wigglesworth/AP/KEYSTONE

Weil sein Aufschlag zu den besten in der Geschichte des Sports zählt und er im Vorjahr den Final erreichte, ist Milos Raonic (26) in Wimbledon einer der Anwärter auf den Titel. Allerdings gibt der Formstand des Kanadiers Anlass zum Rätseln. Zuletzt verliert er in Queen’s gegen die Nummer 698 der Welt, Thanasi Kokkinakis. In diesem Jahr erreichte Raonic zwei Finals, ist aber noch ohne Titel. Wie gewohnt viel Bewegung herrscht hingegen im Umfeld des Kanadiers. Im Juni trennt er sich nach nur sechs Monaten von Krajicek. Alleiniger Trainer ist der Italiener Riccardo Piatti.

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«Mein Gott, das war hart!» – Federer ist nach unfassbarer Wende weiter

Roger Federer zieht am Australian Open in Melbourne zum 18. Mal in die Achtelfinals ein. Der Weltranglisten-Dritte setzt sich in einem packenden Tennis-Thriller nach gut vier Stunden gegen den Australier John Millman 4:6, 7:6 (7:2), 6:4, 4:6, 7:6 (10:8) durch.

Am Tag des grossen Favoritensterbens im Melbourne Park erwischte es beinahe auch den sechsfachen Champion. Federer musste leiden, bis er seinen 100. Einzel-Sieg am Australian Open unter Dach und Fach hatte. «Mein Gott, das war hart», sagte er im Sieger-Interview.

Die Entscheidung fiel weit nach Mitternacht im Super-Tiebreak des fünften Satzes, als Federer in dem 2019 in Melbourne eingeführten Format bereits mit 4:8 zurückgelegen hatte, dank sechs Punkten in Folge aber doch noch die Wende …

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