Sport
Unvergessen

1902 sterben bei der Ibrox-Katastrophe 25 Zuschauer eines Länderspiels

Ibrox Katastrophe
Diese Holztribüne wird 25 Menschen zum Verhängnis.Bild: Wikipedia
Unvergessen

Bei der ersten Stadion-Katastrophe der Welt sterben 25 Fans, weil diese Bretter nachgeben

5. April 1902: Beim Fussball-Länderspiel zwischen Schottland und England kracht die Tribüne zusammen. 25 Menschen sterben, hunderte werden verletzt. Es ist das bis dahin grösste Drama des beliebtesten Sports der Welt.
05.04.2024, 00:0102.04.2024, 10:49
Ralf Meile
Folge mir
Mehr «Sport»

Das bereits 27. Länderspiel zwischen Schottland und England sollte historisch werden. Erstmals stehen ausschliesslich Profis im Aufgebot. Doch die Begegnung geht aus einem ganz anderen Grund in die Fussballgeschichte ein.

Kurz nach Beginn der zweiten Halbzeit stürzt ein Teil der Westtribüne im 75'000 Zuschauer fassenden Ibrox-Stadion in Glasgow ein. Noch nie zuvor sei diese Tribüne so prall gefüllt gewesen, schreibt Historiker Robert Sheils. Dicht an dicht zwängen sich die Zuschauer aneinander.

Aus zwölf Metern auf den Boden gestürzt

Als heftiger Regen übers Stadion prasselt, strömen viele Fans in Richtung eines gedeckten Bereichs. Ihre Bewegungen lassen die Konstruktion aus Holz und Stahl bersten.

Ibrox Katastrophe
Behördenvertreter inspizieren den Ort des Unglücks.Bild: Wikipedia

25 Menschen finden in der Stadionkatastrophe ihren Tod. Sie stürzen aus zehn bis zwölf Metern Höhe auf den Boden. Mehr als 500 Zuschauer überleben das Unglück mit teils schweren Verletzungen. Das Länderspiel wird abgebrochen und einen Monat später in Birmingham wiederholt. Sämtliche Einnahmen gehen an die Hinterbliebenen der Verstorbenen.

Konstruiert hatte das Stadion der legendäre schottische Architekt Archibald Leitch, der in ganz Grossbritannien tätig war und unter anderem die Pläne für die Anfield Road (Liverpool), den Hampden Park (Glasgow), die Lansdowne Road (Dublin), Old Trafford (Manchester) oder die Stamford Bridge (London) entwarf.

Schottland England BBC
So sah damals ein Ticket aus.Bild: BBC

Vor Gericht muss sich jedoch nicht Leitch, sondern William McDougall verantworten. Der Bauunternehmer wird nach dreitägiger Verhandlung nicht verurteilt, obwohl er offenbar Holz von schlechterer Qualität verwendet hatte, als vertraglich vereinbart worden war. Zudem sollen auch einige Balken nicht korrekt verbaut worden sein.

Zweite Ibrox-Katastrophe mit noch mehr Opfern

Nach dem Unglück wird das Stadion der Glasgow Rangers umgebaut, doch Jahrzehnte später ereignet sich ein Drama mit noch mehr Todesopfern. 1971 kommt es beim Derby gegen den Erzrivalen Celtic Glasgow zu einer Massenpanik beim Verlassen des Stadions.

Aufnahmen der Ibrox-Katastrophe 1971.Video: YouTube/MyOriginalSoul

Nachdem der unvergessene Jimmy Johnstone in der 89. Minute das 1:0 für Celtic geschossen hat, verlassen unzählige enttäuschte Rangers-Fans noch vor dem Schlusspfiff das Stadion. Viele stürmen zurück, als sie den Jubel über den Ausgleich der Rangers durch Colin Stein vernehmen. In diesem Gedränge werden Dutzende niedergetrampelt. 66 Menschen verlieren bei dieser zweiten Ibrox-Katastrophe ihr Leben.

Unvergessen
In der Serie «Unvergessen» blicken wir am Jahrestag auf ein grosses Ereignis der Sportgeschichte zurück: Ob eine hervorragende sportliche Leistung, ein bewegendes Drama oder eine witzige Anekdote – alles ist dabei.
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Die merkwürdigsten Fussballstadien der Welt
1 / 31
Merkwürdige und wunderbare Fussballstadien auf dieser Welt
Städtisches Stadion, Gytheio: Wenn das Spiel langweilig ist, lockt ein kurzer Schwumm im griechischen Meer.
quelle: instagram/stadiums.football
Auf Facebook teilenAuf X teilen
11 Drinks, die du garantiert falsch aussprichst
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Lausanne-Ouchy verabschiedet sich mit Sieg – torlose Unentschieden in Basel und Lausanne

Der FC Basel, der Luzern mit einem Heimsieg noch überholt hätte, kam gegen Yverdon nicht über ein torloses Unentschieden hinaus. Bei den Rot-Blauen vergab allein Thierno Barry zahlreiche Möglichkeiten, unter anderem scheiterte er in der 8. Minute mit einem Penalty an Yverdon-Goalie Paul Bernardoni. Ein weiterer Dämpfer für den FCB, der die klar schwächste Saison seit der Ligareform 2003 zeigte.

Zur Story