DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Xherdan Shaqiri hat gut lachen: Im zweiten Pflichtspiel für die Bayern legt der «Kraftwürfel» eine Gala hin.
Xherdan Shaqiri hat gut lachen: Im zweiten Pflichtspiel für die Bayern legt der «Kraftwürfel» eine Gala hin.Bild: EPA
Unvergessen

Als Joker zum Matchwinner – Shaqiri trumpft im 2. Bayern-Pflichtspiel ganz gross auf

20. August 2012: Xherdan Shaqiri führt seine Bayern im zweiten Pflichtspiel-Einsatz als Joker zum Sieg. Beim 4:0 im DFB-Pokal gegen Jahn Regensburg trifft er per Freistoss und legt zwei weitere Tore auf. Danach sind alle aus dem Häuschen, nur der «Kraftwürfel» bewahrt die Ruhe.
20.08.2022, 00:0315.08.2022, 14:29

Montagabend in Regensburg, die Bayern gastieren in der 1. Runde des DFB-Pokals beim damaligen Zweitligisten SSV Jahn. Bei Temperaturen um 35 Grad Celsius entwickelt sich ein Spiel, das dem deutschen Rekordmeister nicht gefallen kann. Die Angst vor der Blamage spielt mit. Das Starensemble von Jupp Heynckes tut sich enorm schwer gegen einen Gegner, der sich nur hinten reinstellt.

Franck Ribéry, Arjen Robben, Thomas Müller und wie sie alle heissen, laufen sich immer wieder im Abwehrriegel der Regensburger fest, die Bayern wirken uninspiriert. Dank eines Treffers von Neuzugang Mario Mandzukic in der 32. Minute führt der Favorit zwar standesgemäss, aber etwas schmeichelhaft mit 1:0.

Xherdan Shaqiris DFB-Pokal-Debüt für die Bayern verläuft traumhaft.
Xherdan Shaqiris DFB-Pokal-Debüt für die Bayern verläuft traumhaft.Bild: Bongarts

Zur Pause bringt Heynckes dann den zweiten Neueinkauf. Und dieser Wechsel sollte sich als Glücksgriff herausstellen. Für den leicht fiebrigen Ribéry kommt Xherdan Shaqiri ins Spiel, der für 12 Millionen Euro vom FC Basel zum deutschen Rekordmeister wechselte.

Vielerorts wurde der Schweizer Nati-Star für diesen Transfer belächelt. Er sei ja schon ein grosses Talent, aber gleich zum FC Bayern ... Dort sei er gegen die starke Konkurrenz im Mittelfeld mit Robben, Ribéry Müller, Schweinsteiger, Kroos und dem bald erwarteten Javi Martinez ja eh chancenlos, so der Tenor bei den meisten Schweizer Fussball-Fans.

Doch Shaqiri, der bereits in der Vorbereitung stark gespielt hatte, im DFB-Supercup aber dennoch nur vier Minuten ran durfte, zeigt bei seinem zweiten Pflichtspieleinsatz, wozu er fähig ist. Kaum 15 Minuten auf dem Feld überzeugt er Robben und Kroos, ihn die Wiederholung eines Freistosses treten zu lassen. Mit Erfolg: Der damals 20-Jährige nimmt zwei, drei Schritte Anlauf und schlenzt den Ball herrlich über die Mauer zum 2:0 ins Netz.

Der sitzt: Shaqiri trifft zum 2:0 für die Bayern.Video: YouTube/Xherdan Shaqiri

Nach seinem ersten Pflichtspiel-Treffer ist Shaqiri nicht mehr zu bremsen. Der 1,69 Meter grosse «Kraftwürfel» wirbelt die Abwehr von Jahn Regensburg immer wieder gehörig durcheinander. Nahezu jeder Angriff in der zweiten Halbzeit läuft über ihn. So auch in der 80. Minute, als er Mandzukic mit einem perfekten Pass in die Tiefe lanciert und dieser nach Umkurven des Torhüters nur noch einzuschieben braucht.

Animiertes GIFGIF abspielen
Vor dem 3:0: Shaqiri liefert den tödlichen Pass auf Mandzukic.gif: youtube/James bath

Drei Minuten vor dem Ende legt Shaqiri nach einem Doppelpass mit Luiz Gustavo auch noch das 4:0 durch Rückkehrer Claudio Pizarros auf und macht sich so endgültig zum Mann des Spiels.

Animiertes GIFGIF abspielen
Auch den Schlusspunkt bereitet Shaqiri vor.gif: youtube/james bath

Die Bayern-Bosse halten sich mit Lob für Shaqiri dennoch zurück. «Wenn ein Spieler eingewechselt wird, dann hofft man, dass er etwas bewegt und das Spiel belebt – das hat er heute getan», erklärt Sportvorstand Matthias Sammer nüchtern. Trainer Heynckes lobt immerhin: «Mit der Einwechslung von Shaqiri haben wir in der zweiten Halbzeit viel besser gespielt. Er ist ein riesiges Talent. Er hat alles, was ein Fussballer braucht.»

«Jeder hat gesehen, dass ich nicht nur der kleine Schweizer bin, sondern der Mannschaft helfen kann.»
Xherdan Shaqiri

Alle sind begeistert – vorerst

Begeistert ist auch TV-Experte Mehmet Scholl: «Jeder weiss, wie Ribéry spielt. Jeder weiss, wie Robben spielt. Aber mit Shaqiri haben sie eine neue Komponente im Spiel. Er macht die Bayern variabler», so der einstige Spielmacher. Auch in den Zeitungen ist der Nati-Star am Tag danach natürlich das grosse Thema. «Shaqiri wuselt sich ins Rampenlicht» titelt der «Kicker», «Staunen über den kleinen Schweizer» die «Süddeutsche».

Mittendrin statt nur dabei: Das gilt für den Rest der Saison leider nicht mehr.
Mittendrin statt nur dabei: Das gilt für den Rest der Saison leider nicht mehr.Bild: EPA

Und was sagt Shaqiri selbst? «Ich glaube, jeder hat gesehen, dass ich nicht nur der kleine Schweizer bin, sondern der Mannschaft helfen kann», erklärt er selbstbewusst. Auf die Frage, ob er nun einen Stammplatz fordere, gibt er sich aber diplomatisch: «Ich will nicht, dass in der Mannschaft Krieg ist. Ich will, dass wir füreinander spielen dieses Jahr, nur so können wir Erfolg haben. Man sieht aber jetzt schon auf dem Platz, dass wir Spass haben. Und das ist das Wichtigste.»

Mit Guardiola kommt das Ende

Und Spass hat Shaqiri in seiner ersten Saison mit den Bayern. Zwar kommt er unter Heynckes nicht über die Rolle des Ergänzungsspielers hinaus, immerhin spielt er in seiner ersten Bayern-Saison aber in 39 von insgesamt 54 Pflichtspielen und leistet mit acht Toren und 13 Assists auch seinen Beitrag zum historischen Triple-Gewinn.

Irgendwie hat Shaqiri die taktischen Finessen von Pep Guardiola nicht ganz verstanden. Er wird vom Spanier abgeschoben.
Irgendwie hat Shaqiri die taktischen Finessen von Pep Guardiola nicht ganz verstanden. Er wird vom Spanier abgeschoben.Bild: Gero Breloer/AP/KEYSTONE

Doch dann übernimmt Pep Guardiola bei den Bayern und unter ihm beginnt für Shaqiri eine lange Leidenszeit. Erst wird der an Inter Mailand ausgeliehen und dann von den Italienern übernommen. Trotzdem kann sich der Kraftwürfel in Italien nicht durchsetzen. Nach einem halben Jahr wechselt er im August 2015 zu Stoke City. Erst im Sommer 2018 – nach dem Abstieg Stokes wechselte Shaqiri zu Liverpool – ist er auf die grosse Bühne des Weltfussballs zurückgekehrt. Bei den Reds ist der Schweizer zwar nur Ergänzungsspieler, darf allerdings zum zweiten Mal die Champions League und den englischen Meistertitel bejubeln.

Unvergessen
In der Serie «Unvergessen» blicken wir jeweils am Jahrestag auf ein Ereignis der Sportgeschichte zurück: Ob eine hervorragende Leistung, ein bewegendes Drama oder eine witzige Anekdote – alles ist dabei.
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Die wichtigsten Transfers des Sommers 2022

1 / 69
Die wichtigsten Transfers des Sommers 2022
quelle: keystone / galatasaray press office / ho
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Ein Staubteufel fegt über Fussballplatz in Bolivien

Video: watson

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

10 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
jellyshoot
20.08.2019 06:18registriert Dezember 2015
unvergessen?
sorry, aber das interessiert an der saison 2012 ja nun gar niemand mehr
9231
Melden
Zum Kommentar
avatar
Michael Scott
20.08.2020 07:59registriert Juni 2018
Unglaublich ein Freistosstor und 2 Vorlagen gegen wen? Ah Jahn Regensburg. Gegen Wen?
4812
Melden
Zum Kommentar
avatar
Jason848
20.08.2019 23:11registriert Juni 2019
Obwohl Jellyshoot recht hat das es im Fussballjahr 2012 bessere Momente gab, man kann für einmal ruhig den Neid und Hass gegen Shaqiri beiseite schieben und einfach sich eingestehen, das er als Fussballer damals und heute noch was taugt. Was wäre wenn Guardiola nie zu Bayern gegangen wäre? Wir werden es leider nie wissen :-)
5323
Melden
Zum Kommentar
10
Der BVB verliert in Köln – Freiburg schliesst zu Leader Union Berlin auf
An der Tabellenspitze der Bundesliga kommt es zum grossen Zusammenschluss. Leader Union Berlin verliert in Frankfurt erstmals in dieser Saison. Freiburg hat dank des Heimsieges gegen Mainz gleich viele Punkte – und Borussia Dortmund vergibt die alleinige Tabellenführung durch eine Niederlage beim 1. FC Köln.

Dortmund entglitt die Partie in Köln wegen eines Durchhängers in der zweiten Halbzeit. Florian Kainz und der ehemalige Borusse Steffen Tigges machten mit einem Doppelschlag zwischen der 53. und der 56. Minute aus einem 0:1 ein 2:1 für die Kölner.

Zur Story