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Marc Zellweger hechtet an den einzigen Ort, an den er hinhechten kann: in die rechte Ecke.
Marc Zellweger hechtet an den einzigen Ort, an den er hinhechten kann: in die rechte Ecke.Bild: KEYSTONE
Unvergessen

St.Gallens Kultfigur Marc «Zelli» Zellweger kratzt in der Not einen Penalty

22. Februar 2004: Der FC St.Gallen zieht einen miserablen Tag ein und geht gegen die Young Boys unter. Ein Espe überragt dennoch alle: Verteidiger-Goalie Marc Zellweger.
22.02.2020, 00:0122.02.2020, 15:50
Tobias Wüst
Tobias Wüst
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Als Zuschauer hat man das Gefühl, beim FC St.Gallen sei ein interner Teamwettbewerb im Gange: Wer verliert am schnellsten wieder den Ball, wer lässt dem Gegner am meisten Freiraum, wer tappt am häufigsten in die Offside-Falle?

Die Ostschweizer haben an diesem frostigen Samstagnachmittag gegen die Young Boys nämlich nicht den Hauch einer Chance, es fehlt an allen Ecken und Enden. Insgesamt ist der Auftritt im heimischen Espenmoos nur als erbärmlich zu bezeichnen.

Die YB-Spieler jubeln, die St.Galler sind bedient.
Die YB-Spieler jubeln, die St.Galler sind bedient.Bild: KEYSTONE

Leandro von den Beinen gehauen

Ein kurzer Lichtblick, der allerdings so hell strahlt, dass er das Eintrittsgeld der Fans doppelt und dreifach Wert ist, gibt's in der 75. Minute. Einmal mehr werden die «Espen» brutal ausgekontert und YB-Stürmer Leandro kann alleine auf Torhüter Stefano Razzetti losstürmen.

Dieser wird beim Herauslaufen umspielt und kann Leandro nur noch mit einer Notbremse stoppen. Das Verdikt: Rot für den St.Galler Schlussmann und Penalty für die Gäste aus Bern.

Razzetti kann den heranstürmenden Leandro nur noch mit einem Foulspiel stoppen.
Razzetti kann den heranstürmenden Leandro nur noch mit einem Foulspiel stoppen.Bild: KEYSTONE

Es kommt noch bitterer für die Gastgeber: Weil Coach Heinz Peischl sein Wechselkontingent bereits ausgeschöpft hat, muss ein Feldspieler zwischen die Pfosten. Die Wahl fällt auf Urgestein Marc Zellweger.

Zellweger im Goalie-Dress des FCSG.
Zellweger im Goalie-Dress des FCSG.Bild: KEYSTONE

Zelli, der Torhüter 2.0

Kurz kommen Erinnerungen hoch: Bereits drei Jahre zuvor sind Zellwegers Qualitäten als Torhüter gefragt, als Jörg Stiel gegen Sion vom Platz fliegt. Damals ist der Ostschweizer gegen den Penalty machtlos. Jetzt will er es besser machen.

Entschlossen zieht der Verteidiger Pulli und Handschuhe an, marschiert ins Tor – und hält den Elfmeter von Gürkan Sermeter! Dieser ist allerdings auch ziemlich schwach getreten.

Animiertes GIFGIF abspielen
Zelli kratzt den halbhohen Elfmeter von Sermeter.gif: youtube/seppatoni

Doch seine Rettungstat nützt nichts mehr, Leandro hat zuvor mit zwei Toren bereits für den Unterschied gesorgt und die Epsen verlieren mit 1:3. Nach der Partie ist Zellwegers Parade natürlich trotzdem Thema Nummer 1. Auf die Frage von SRF-Kommentator Beni Thurnheer, ob er den spekuliert habe, gibt Zellweger die Kult-Antwort:

«Ich chan nur i dä rächt gumpe, also bini i dä rächt gumped.»
Marc Zellweger
Beni Thurnheer kommentiert den epochalen Moment.Video: streamable

Eine bittere Serie geht weiter

Dennoch ist der Routinier masslos enttäuscht: «Ich habe den Penalty gehalten. Aber was nützt es? Wir haben verloren.» Und das nicht zum ersten Mal in dieser Saison: Die Niederlage gegen YB ist bereits die fünfte in Folge für die Ostschweizer.

Coach Peischl hofft auf die Zukunft: «Wir werden schauen, dass wir es am nächsten Sonntag in Zürich besser machen.» Eine Woche später setzt es gegen die Hoppers die sechste Niederlage in Folge für St.Gallen ab. Zellweger spielt wieder als Verteidiger und hält keinen Elfmeter. Am Saisonende schaut immerhin noch der 5. Rang raus.

Unvergessen
In der Serie «Unvergessen» blicken wir jeweils am Jahrestag auf ein grosses Ereignis der Sportgeschichte zurück: Ob eine hervorragende sportliche Leistung, ein bewegendes Drama oder eine witzige Anekdote – alles ist dabei.
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