«Make Spain Great Again»: So feiern die spanischen WM-Helden ihren Triumph in Madrid
Keine Sekunde zu lang blieben die spanischen Weltmeister nach ihrem mit viel Geduld erdauerten Erfolg über Argentinien in den USA. Nachdem sie Donald Trump endlich abgewimmelt hatten, verloren sie kaum Zeit, stiegen ins Flugzeug und trafen bereits am frühen Montagabend in der Heimat ein – WM-Trophäe und den zweiten Stern über dem Wappen im Gepäck. In Madrid wurden Lamine Yamal, Rodri, Ferran Torres und Co. von Hunderttausenden empfangen.
Rodri trug den Goldpokal vorsichtig wie ein Baby, als der Captain und die anderen WM-Helden nach der Ankunft in Madrid das Flugzeug verliessen und wieder spanischen Boden betraten. Ein kurzes Gruppenfoto vor dem Flieger – und schon ging es mit dem Bus weiter. Der Feier-Marathon liess den müden, aber überglücklichen Weltmeistern kaum Zeit, den verdienten Finalsieg gegen Argentinien mit all seinen emotionalen Begleiterscheinungen so richtig zu verarbeiten.
Am frühen Abend empfing König Felipe VI., der den Triumph als Edelfan in East Rutherford nahe New York selbst miterlebt hatte, das Team. Die Spieler hatten für den festlichen Akt ihre Trainingsklamotten gegen Anzüge getauscht. «Ihr seid müde – aber was für eine wunderbare Müdigkeit. Herzlichen Glückwunsch», sagte der Monarch im königlichen Palacio Real in Madrid.
Der König gratulierte der «Selección» zu einem «epischen» Triumph nach einer wahren «Odyssee» und würdigte die Qualitäten einer «legendären und historischen Mannschaft». Es gebe noch viel zu feiern. «Geniesst jeden Kuss, jede Geste der Anerkennung, denn ihr habt sie euch verdient», fügte der König hinzu. Er dankte der Mannschaft im Namen aller Spanier und erinnerte daran, dass Spanien nun sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen amtierender Fussball-Weltmeister sei.
Anschliessend stattete die Mannschaft noch Regierungschef Pedro Sanchez einen Besuch ab, bevor sie sich im offenen Bus auf eine triumphale Tour durch die Hauptstadt begab. Am späteren Abend wartete dann mehr als eine Million Menschen am zentralen Cibeles-Platz für die grosse WM-Feier, wie die Präfektur bekannt gab.
«Wir freuen uns wirklich sehr, nach Spanien zu kommen. Viele Leute konnten hier nicht dabei sein und wir wollen mit allen feiern», meinte Linksverteidiger Marc Cucurella kurz vor dem Abflug.
Einen Seitenhieb konnten sich die Spanier auch gegenüber US-Präsident Donald Trump, der sich bei der spanischen Pokalübergabe aufs Foto zu zwängen versucht hatte, nicht ganz verkneifen: Finaltorschütze Ferran Torres zeigte sich bei der Busparade ganz im Stile von Guy Parmelin mit einer eigenen Version von Trumps MAGA-Käppchen:
Schon unmittelbar nach dem 1:0 nach Verlängerung gegen Argentinien um den im Final beinahe komplett abgemeldeten Superstar Lionel Messi hatten die Spanier die grosse Titel-Party gestartet. Lamine Yamal tollte auf dem Rasen mit seinem drei Jahre alten Bruder Keyne herum und posierte dann mit dem spanischen Tennis-Ass Carlos Alcaraz für ein Erinnerungsfoto.
In der Kabine wurde es dank lauter Musik und riesiger Champagnerflaschen feuchtfröhlich, und später ging die Party vor den Toren New Yorks weiter. «Wir haben einfach gefeiert – so, wie es ein Weltmeister macht», berichtete Dani Olmo.
Die Freude wurde – allerdings nur marginal – durch das Verhalten der Argentinier getrübt, die sich in ihrem Frust als schlechte Verlierer präsentierten: Sie wüteten, wurden teils handgreiflich, drehten den Siegern bei der Pokal-Zeremonie demonstrativ den Rücken zu – und machten so den Triumph der Spanier unfreiwillig noch süsser.
Mit Material der Nachrichtenagenturen dpa und sda.
- Cucurellas geheimes Ritual vor dem WM-Final brachte Spanien wieder Glück
- Männer, Frauen und Nachwuchs: Die Spanier dominieren den Weltfussball nach Belieben
- Die grösste WM der Geschichte ist vorbei – hast auch du das Zeug zum Weltmeister?
- Wir haben die WM getippt – dieser Redaktor sollte sich schämen wie Paredes
- Ein unspektakulärer, aber mehr als würdiger Weltmeister
- So wird der Weltmeistertitel in Spanien gefeiert
- «Fussball 1, Verbrecher 0»: Das schreiben die Medien zum spanischen WM-Triumph
- «Wurde viel kritisiert»: Für Spaniens Held war das Tor im WM-Final eine Befreiung
- Selbst Messi wurde komplett abgemeldet – diese Finalstatistik der Argentinier sagt alles
