Vingegaard jagt am Giro d'Italia den grossen Landesrundfahrt-Hattrick
Sieben Bergankünfte
Bei der 109. Austragung der seit 1909 durchgeführten Italien-Rundfahrt stehen für Topfavorit Jonas Vingegaard und die 183 weiteren Fahrer sieben Bergankünfte auf dem Programm. Die erste davon am 15. Mai mit dem Schlussanstieg zum Blockhaus. Vier Tage später findet ein gut 40 km langes, flaches Einzelzeitfahren von Viareggio nach Massa statt.
Der höchste Punkt des diesjährigen Giro ist der Passo Giau (2236 Meter über Meer), der am drittletzten Tag überquert wird. Zu Ende geht der Giro am 31. Mai in Rom. Gesamthaft haben die Fahrer knapp 3500 km zurückzulegen und fast 50'000 Höhenmeter zu bewältigen. Auch ein Abstecher in die Schweiz ist dabei: Die 16. Etappe startet in Bellinzona und endet 113 Kilometer später in Cari.
Comeback und Debüt
Zu seinem Grand-Tour-Debüt gelangt Jan Christen. Für den 21-jährigen Aargauer handelt es sich zugleich um das Comeback nach der Zwangspause aufgrund seines bei Mailand-Sanremo erlittenen Schlüsselbeinbruchs. Wie oft und ob überhaupt Christen von der UAE-Teamführung die Erlaubnis erhält, einen (Etappen-)Sieg anzustreben, ist nicht bekannt. Teamleader ist Adam Yates, der Zwillingsbruder des letztjährigen Giro-Siegers Simon, der mittlerweile zurückgetreten ist.
Topfavorit Jonas Vingegaard
Der 29-Jährige startet in Bulgarien am Freitag als grosser Favorit in den 109. Giro. Drei Wochen später möchte Vingegaard im Rosa Trikot des Gesamtsiegers im Schatten des Kolosseums über den Zielstrich in Rom rollen. Damit hätte er neben der Tour de France und der Vuelta a España alle drei grossen Landesrundfahrten gewonnen. Das gelang bisher nicht einmal seinem grossen Rivalen Tadej Pogacar.
Dass Vingegaard diesen Giro fährt, war sein ausdrücklicher Wunsch. «Ich brauchte einfach eine Veränderung. Ich freue mich total darauf. Es gibt mir viel neue Energie», sagte der Däne und spannte den Bogen zum eigentlichen Ziel: «Ich könnte dadurch sogar besser bei der Tour sein.»
Zweimal hat er in Frankreich bereits gewonnen, in den vergangenen beiden Jahren aber Niederlagen gegen Pogacar kassiert. Der Slowene hatte 2024 vor der Tour noch den Giro mit einer Leichtigkeit gewonnen, die nun mangels grosser Konkurrenz auch von Vingegaard erwartet wird.
Für Vingegaard war jedoch in erster Linie ein Ausbruch wichtig. Raus aus den gewohnten Strukturen einer Saison. Neue Rennen, neue Ziele. Und bald womöglich auch ein neues Leben? Es gibt zumindest gewisse Anzeichen, die entweder auf einen Teamwechsel oder ein Ende der Karriere hindeuten. Als Profi kennt Vingegaard keinen anderen Rennstall als Visma, für den er seit 2019 fährt und bei dem er noch einen Vertrag bis 2028 besitzt.
Zuletzt kursierten Gerüchte, dass Visma sein Engagement deutlich zurückschrauben möchte und das Team einen neuen, potenten Geldgeber benötigen würde. Mindestens 30 Millionen müssten pro Jahr investiert werden, um das Niveau zu halten. Stand jetzt ist noch kein Investor gefunden worden.
Weitere Schweizer Starter
Mit Jans älterem Bruder Fabio Christen, der in mittelschweren Berg- und Überführungsetappen sein Glück versuchen wird, sowie Johan Jacobs, Robin Froidevaux und Fabian Lienhard stehen in Bulgarien vier weitere Schweizer am Giro-Start. Letztere zwei stellen sich beim Schweizer Team Tudor ganz in die Dienste von Michael Storer. Der Australier gehört zum erweiterten Kreis der Anwärter auf eine Top-3-Platzierung in der Gesamtwertung. (car/sda/dpa)
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