Zenhäusern nach Swiss-Ski-Rauswurf: «Tut weh, mit ihnen in einen Topf geworfen zu werden»
Ramon Zenhäusern ist Olympiasieger und Weltmeister – jeweils mit dem Team – und gewann im Slalom 2018 zudem Olympiasilber. Ausserdem kann der 34-Jährige sechs Weltcupsiege (vier im Slalom, zwei im Parallelrennen) vorweisen. Doch zur neuen Saison ist der Walliser nicht mehr im Swiss-Ski-Kader. Dennoch wird er seine Karriere fortsetzen, wie er in der letzten Woche in einem Instagram-Post mitteilte. Nun sprach er über seinen Entscheid und seinen Umgang mit der Ausbootung vom Schweizer Skiverband.
«Es hat schon etwas weh getan, mit Fahrern, die bei Weitem nicht so viel erreicht haben wie ich und womöglich nicht einmal das Potenzial haben, dies zu schaffen, in den gleichen Topf geworfen zu werden», sagte Zenhäusern gegenüber Blue. Doch einen klaren Bruch mit Swiss-Ski hat es nicht gegeben. So werde der Verband den Slalom-Spezialisten zumindest während der Saison weiterhin unterstützen.
«Ich bin von den FIS-Punkten weiterhin viertbester Schweizer und nach Startlistenpunkten Fünfter», erklärt Zenhäusern und ergänzt: «Das haben sie auch gesehen und deshalb wollen sie mich auch in Zukunft unterstützen.» So müsse er die Sommertrainings selbst finanzieren, könne aber ab Oktober so langsam wieder mit dem Swiss-Ski-Kader mitgehen, bevor er ab November wieder ins Team integriert werde.
Noch sei aber unklar, wie gut Zenhäusern seine Vorbereitung finanzieren könne. Zumal mit Kopfsponsor Brack ein langjähriger Partner nach acht Jahren abgesprungen ist, weil das Unternehmen sich voll auf den Fussball fokussieren wolle. «Das hat nicht mal mit mir zu tun», so Zenhäusern. «Jetzt kommt es darauf an, was ich finde. Erst dann weiss ich, was ich mir erlauben kann.»
Trotz der schwierigen Umstände zeigt sich Zenhäusern selbstsicher. «Ich habe noch zu viel Potenzial, um aufzuhören», findet der 34-Jährige, «ich glaube weiterhin an meine Fähigkeiten und mein Können. Das sieht man auch im Training.» Dieses Potenzial endlich wieder häufiger in Rennen auszuschöpfen sei nun sein Ziel. «Dann glaube ich fest daran, dass ich noch extrem viel erreichen kann.»
In der letzten Saison fuhr er nur in vier von zehn Weltcuprennen in die Punkte, sein bestes Ergebnis war ein 15. Platz in Adelboden. Danach enttäuschte er aber in Wengen und Kitzbühel und verpasste deshalb die Olympischen Spiele. Insgesamt war es seine schlechteste Saison seit 2014/15. Mit der WM in Crans-Montana bietet aber auch der nächste Winter ein grosses Highlight – gerade für den Walliser Zenhäusern. «Die WM ist schon lange ein Traum und natürlich auch ein Grund, weiterzufahren», erklärt er.
In der neuen Saison wird er erstmals auf einer anderen Skimarke als Rossignol unterwegs sein. Noch vor einem Monat hätte er nie an einen Wechsel gedacht, doch dann kam das Angebot von Völkl. Die Tests seien «überraschend gut gelaufen» und auch, dass der deutsche Skihersteller ihm einen erfahrenen Servicemann zur Verfügung stelle, der unter anderem schon mit Manfred Pranger zusammengearbeitet hat, überzeugte ihn. «Durch das ganze Package und die positiven Tests habe ich mir gedacht: Wenn nicht jetzt, wann dann?» (nih)
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