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Bomben haben die offene Rennbahn in Kiew zerstört? Die wahre Geschichte zu diesem Bild

Der ukrainische Velorennfahrer Yury Konoval dreht in Kiew seine Runden – hoch hinaus kann er auf der Bahn nicht.
Der ukrainische Velorennfahrer Yury Konoval dreht in Kiew seine Runden – hoch hinaus kann er auf der Bahn nicht.Bild: Andrew Critchlow/twitter
Erst schaufeln, dann strampeln

Bomben haben die offene Rennbahn in Kiew zerstört? Die wahre Geschichte zu diesem Bild

«Ukrainischer Bahnfahrer trainiert in zerbombtem Velodrome», twittert ein englischer Journalist. Sein Bild geht um die Welt und es scheint auch echt zu sein – doch es hat mit Krieg und Gewalt nichts zu tun.
07.11.2014, 10:3707.11.2014, 10:57

Ein britischer Journalist verbreitet ein Bild im Internet, das nachdenklich macht. Zu sehen ist ein Velorennfahrer, der nur auf einem schmalen Band trainieren kann, weil der Rest der Rennbahn unter Schutt liegt.

Das sei das Ergebnis von Bomben, schreibt der Reporter dazu und diese Schlussfolgerung scheint durchaus schlüssig. Denn entstanden ist es in der Ukraine, wo seit Monaten kriegerische Handlungen stattfinden.

Dennoch ist die Annahme falsch. Auf die Hintergründe werden wir von anderen Twitter-Usern aufmerksam gemacht. Zu sehen sei: Bauschutt. Ein Unternehmen habe einst damit angefangen, unmittelbar neben der Bahn ein Gebäude zu errichten, diese Arbeiten aber nicht abgeschlossen. 

Diese Version ist tatsächlich plausibel, wie ein Blick auf die ukrainische Website «4sport» zeigt. Dort ist im September die Rede davon, dass eine Gruppe Velofreunde sich der Wiederherstellung der Bahn annehme. 1913 errichtet, wurde die Bahn in Kiew 1998 unter Heimatschutz gestellt – und nur zwei Jahre später trotzdem zugemüllt, weil ein Konsortium daneben Luxus-Wohnungen bauen wollte.

Die ukrainischen Velorennfahrer beweisen Humor: Der Song zum Video ist «Another One Bites The Dust» von Queen – «Und noch einer frisst Staub».Video: Youtube/Roman Berlizev

Das Versprechen der Bauherren, eine neue Velorennbahn hochzuziehen, lösten sie nie ein. Deshalb haben die Sportler ihre alte Heimat nun zurückerobert, als klar wurde, dass das Gebäude wohl nie fertig gestellt wird. Sie griffen zu Schaufeln, befreiten die Bahn vom Schutt und bestritten unlängst erstmals wieder Rennen darauf.

Keine Bombengeschichte. Aber eine schöne Nachricht aus einem Land, das derzeit sonst bloss negativ in den Schlagzeilen ist.

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