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epaselect epa08368704 Swiss cyclist Michael Albasini of Mitchelton-Scott team trains on bicycle rollers in Gais, Switzerland, 17 April 2020. The organizers of the Tour de Suisse 2020 decided to cancel the  race due to the spread of the coronavirus and instead host the Digital Swiss 5 indoor cycling race which will compete on routes of the actual Tour de Suisse from 22 to 26 April 2020.  EPA/GIAN EHRENZELLER

Draussen das schönste Wetter – doch Michael Albasini fährt in der Stube Velo. Bild: EPA

Endlich wieder Live-Sport! Die wichtigsten Fakten zur digitalen Tour de Suisse

Seit rund einem Monat ruht die schönste Nebensache der Welt. Das Coronavirus hat den Spitzensport zum Erliegen gebracht. Doch heute geht es weiter – mit «The Digital Swiss 5», einer Rennserie für Veloprofis.



Was ist The Digital Swiss 5?

Eine Rennserie für Veloprofis; einige der weltbesten sind dabei. Aber die Rennen unterscheiden sich wesentlich von Paris – Roubaix, der Tour de Suisse oder der legendären Hatz hinauf zur Alpe d'Huez.

Wie funktioniert es?

57 Fahrer sind am Start. Jeder fährt für sich, an einem Ort seiner Wahl. Das Velo ist in einen Smarttrainer eingespannt, welcher das Hinterrad ersetzt. Mittels Computer wird der Widerstand erhöht, den der Fahrer bewältigen muss: Ein höherer, wenn es bergauf geht, ein geringerer, wenn es flach ist oder eine Abfahrt ansteht. Auf einem Bildschirm vor sich sieht der Fahrer seinen Avatar und auch jene der Gegner, so dass er jederzeit sieht, an welcher Position er liegt. Wichtig ist, dass die Internetverbindung sauber läuft – sonst ist ein Athlet genauso aufgeschmissen wie bei einem Platten in der echten Welt.

Das Erklärvideo zur Rennserie. Video: SRF

Als vor zwei Wochen die Flandern-Rundfahrt virtuell durchgeführt wurde, war dies für die Zuschauer kein Genuss. Das Design war schlecht, die Bilder ruckelten, das Rennen war mässig spannend. Die Hoffnung ist, dass es nun besser klappt. Der Software-Partner der Tour de Suisse ist die Strecken mit dem Auto abgefahren und hat sie gefilmt, so dass die Rennen in der originalen Umgebung absolviert werden. Das dürfte attraktiver sein als eine computergenerierte Fantasiewelt.

Wo wird gefahren?

In der Stube, in der Garage oder auf dem Balkon – wo auch immer der Profi seinen Smarttrainer installiert hat. Diese Rennen stehen auf dem Programm:

Jedes Rennen wird einzeln gewertet. Eine Gesamtwertung wird es nicht geben.

Leader Egan Bernal from Colombia, 2nd right, is sourrounded by two Ineos team mates and followed by Australias Rohan Dennis, left, team Bahrain-Merida, at the Nufenen pass during the ninth and final stage, a 101.5 km race with start and finish in Goms, Switzerland, at the 83rd Tour de Suisse UCI ProTour cycling race, on Sunday, June 23, 2019. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)

Die Tour de Suisse im vergangenen Jahr am Nufenenpass. Bild: KEYSTONE

Wer macht mit?

16 Teams der World Tour haben sich verpflichtet, dazu gingen Wild Cards an drei weitere Equipen. Von jedem Team starten täglich drei Fahrer, aber nicht immer dieselben. Einige Schweizer Fahrer werden sowohl für ihren Arbeitgeber im Einsatz stehen wie auch für die Nationalmannschaft.

Gemeldet sind Weltmeister Mads Pedersen und sein Teamkollege Vincenzo Nibali, der schon alle drei Grand Tours gewonnen hat. Primoz Roglic, im letzten Herbst Sieger der Vuelta, ist ebenso am Start wie Julian Alaphilippe, der an der vergangenen Tour de France für Furore sorgte, und das belgische Ausnahmetalent Remco Evenepoel. Olympiasieger Greg van Avermaet wäre mit der Referenz des Sieges bei der virtuellen Flandern-Rundfahrt vor zwei Wochen angetreten. Doch der Belgier muss passen: In der echten Welt hat er Knieprobleme nach einer Mountainbike-Tour, bei der seine Sitzposition wohl nicht optimal war.

Was sagen die Fahrer?

Nicht sehen wird man Peter Sagan. Der dreifache Weltmeister hielt dieser Tage fest: «Ich bin ein echter Fahrer, kein virtueller.»

Auch bei vielen anderen Profis schwingt eine gehörige Portion Skepsis mit. Rennen im Feld, wo es hektisch ist und man von Windschatten profitieren kann, sind etwas anderes als Rennen auf einer Rolle, wo jeder für sich fährt und man weder in kurvigen Abfahrten aufpassen muss noch bei schlechtem Strassenbelag. Taktische Elemente fehlen weitgehend. Michael Schär vermutet, dass die Rennen einem einstündigen Zeitfahren ähneln: «Ich bin zwar nicht der ausgewiesene Spezialist auf der Rolle, aber ich werde mein Bestes geben.» Er sieht die Rennen wie viele Kollegen als Abwechslung im Alltag, in dem niemand weiss, wofür er eigentlich gerade trainiert.

Schär bringt sich hinter dem Töff in Rennform …

«Ein Etappensieg wäre für mich gleichbedeutend mit dem WM-Titel», sagt Silvan Dillier, aber natürlich meint der Aargauer das im Scherz. Ein Triumph wäre für ihn schön, «er gehört aber nicht zu meinen obersten Saisonzielen.» Der Ostschweizer Stefan Küng verspricht «Vollgas, solange es geht.»

Wo sehe ich die Rennen?

Das Schweizer Fernsehen überträgt sie mit grossem Brimborium. Der Sender ist froh, kann er seine Leute einsetzen und dem Zuschauer Live-Sport bieten. Claude Jaggi kommentiert gemeinsam mit Ex-Profi Sven Montgomery, weitere Reporter stehen für Interviews im Einsatz. Einer der Radprofis – mutmasslich jeweils ein Schweizer – fährt sein Rennen im TV-Studio, 15 der 56 anderen Fahrer können per Webcam zugeschaltet werden.

Die Übertragungen finden täglich zwischen 17.00 und 18.30 Uhr auf SRF 2 statt. Die Rennen dauern jeweils rund eine Stunde und werden somit von A bis Z gezeigt.

Wie kann ich mitmachen?

Immer mehr «Gümmeler» besitzen einen Smarttrainer, um sich in der kalten Jahreszeit fit zu halten. Wer auf den gleichen Software-Anbieter setzt (Rouvy), kann im Anschluss an die Profi-Rennen auf der gleichen Strecke seine Fähigkeiten testen. Jeweils um 19 Uhr finden Hobby-Rennen statt, für die man sich online anmelden kann.

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10Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Lemontree 22.04.2020 21:35
    Highlight Highlight War heute auch eine Stunde auf der Rolle mit Zwift aber da kommen dann so ca. 250W = 3.2 W/Kg raus aber sicher nicht >6 wie bei diesem Rennen.
    Wahnsinn.
    Moderatoren müssen noch etwas üben aber das kommt die nächsten Tage schon noch besser....
  • Rexi 22.04.2020 14:43
    Highlight Highlight Wer selbst Erfahrung hat weiss: Es gibt tatsächlich nichts öderes als 30 Min auf der Rolle. Ich befürchte, dass nur das Zuschauen noch öder ist.
    • Lustiger Baum 22.04.2020 16:10
      Highlight Highlight Rolle ist nicht gleich Smarttrainer.
      Damit lassen sich strukturierte Trainings oder auch direktes Fahren mot Feedback z.B. In Zwift durchführen.
      Öde im Vergleich zu draussen - definitiv. Aber bei weitem besser als gar kein Training oder der klassischen Rolle.

      Aber ist sowieso nur für seriöse Radfahrer und nicht die Pläuschler die ein paar mal im Jahr aufs Rad sitzen.
    • Lemontree 22.04.2020 21:37
      Highlight Highlight @ Lustiger Baum:
      1. Teil: Korrekt
      2. Absatz (bzw. das Wort „seriöse“): ist die Frage was man darunter versteht.
      Ich hätte jetzt gesagt: „Für ambitionierte Radfahrer“.
  • mrgoku 22.04.2020 13:37
    Highlight Highlight geil kann der fahrer zwischendurch jemand anders radeln lassen um kurz regenieren zu können?
  • Nicksc 22.04.2020 12:56
    Highlight Highlight Das werden ja tolle Rennen...
    Wird der leichte Fahrer bergauf noch immer einen Vorteil haben gegenüber einem schwereren Fahrer?
    Technisch sind diese Hometrainer nicht präzise genug um den Widerstand bei allen exakt identsch einzustellen und die Leistung exakt genug zu messen. Diese wurden nicht für eine exakte Chancengleichheit entwickelt, sonder für einen spielerischen Spass mit ungefähren Grössenordnungen.
    Wieso zieht man den Sieger nicht einfach per Los?
    • Konzeptionist 22.04.2020 13:58
      Highlight Highlight Fährst du selber auf der Rolle und hast Ahnung wie wo was in diesem Zusammenhang?
      Entscheidend sind Watt / Kg, ist auch auf der Strasse so. Schwerere Fahrer meistens mehr Power aber mehr Gewicht, schmächtige Fahrer weniger Power dafür weniger Gewicht. Natürlich ist es als Bergfloh einfach über einen Berg zu kommen als als Krsftpaket.
      Ausserdem geht es hier darum, einfach bisschen Fun und Racegefühl den Fahrern zu bieten. Es gibt weder Preisgeld noch UCI Punkte.
    • Lemontree 22.04.2020 21:54
      Highlight Highlight Schon mal so ein Teil gefahren? Meiner zeigt ziemlich genau das an, was die Leistungsmesspedale ebenfalls anzeigen. Lediglich reagiert er nicht so sensibel/schnell wie die Pedale..
  • Chilleds 22.04.2020 11:13
    Highlight Highlight Kreative Idee! Toll, dass die TdS-Organisatoren in dieser Zeit so etwas ausprobieren. :)
  • c_meier 22.04.2020 09:45
    Highlight Highlight kann SRF nicht eine virtuelle Alpe d'Huez als Eintages-Rennen organisieren irgendwann im Mai? :)

    (Alpe d'Huez ist dieses Jahr nicht in der Tour de France 2020 enthalten)

Armstrong gesteht, schon mit 21 Jahren und vor der Krebserkrankung gedopt zu haben

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