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Nach acht Tagen Strapazen am Cape Epic: Ein Heiratsantrag und ein Urschrei auf der Ziellinie

Die letzte Etappe forderte keine «Opfer» mehr. Alle zur 7. Etappe gestarteten Fahrer erreichten das Ziel in der vorgegebenen Zeit. Nach 740 Kilometern Leiden mussten die Emotionen dann natürlich raus.

reto Fehr, südafrika



Die Hyänen – so wird beim Cape Epic der «Besenwagen» auf Mountainbikes genannt – schnappten auf der letzten Etappe niemanden mehr. Auch Thabo – der zwei Tage zuvor sich noch dramatisch ins Ziel rettete – kam zeitlich relativ deutlich vor der Deadline ins Ziel:

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Thabo erreicht als letzter Fahrer das Ziel. video: watson

«Das Cape Epic ist episch, ich werde das nie mehr machen», sagte der überglückliche Südafrikaner. Kurz zuvor liess er seinen Emotionen mit einem gewaltigen Urschrei freien Lauf.

Mit 60 Stunden rund doppelt so lange wie die Sieger im Sattel

Während vorne Christoph Sauser seine Profi-Karriere mit dem fünften Sieg krönte, konnte bei den Frauen dank Ariane Kleinhans ebenfalls die Schweiz jubeln:

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Christoph Sauser holt sich seinen fünften Gesamttitel. video: watson

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Auch bei den Frauen kann die Schweiz jubeln: Ariane Kleinhans verteidigt ihren Titel mit Partnerin Annika Langvad. Video: Watson

Wir möchten zum Abschluss aber noch einmal den Fokus auf die hintersten Fahrer im Rennen legen. Mit rund 60 Stunden waren diese während den acht Tagen gut doppelt so lange wie die Profis unterwegs. Was sie in der letzten Woche durchmachten, lässt sich kaum in Worte fassen.

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Einige Impressionen von der Ziellinie in Meerendal. Video: Absa Cape Epic

Immerhin vier der sechs Teams, welche in einer der vorangehenden Etappen als letztes ins Ziel kamen, erreichten auch das Ziel in Meerendal.

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Sehr hart verdient: Thabo erhält seine Finisher-Medaille. Video: watson

Johannes Prinsloo entging dem Aus in der ersten Etappe um nur gerade 1,7 Sekunden. Sein Partner schaffte den Cut nicht, der 52-Jährige aber wurde von Tag zu Tag stärker und kann sich stolzer Finisher nennen: «Ich habe schon viele harte Rennen bestritten, aber das Cape Epic übertrifft alles. Das ist eine lebensverändernde Erfahrung.»

«Das meiste entscheidet sich im Kopf»

Riaan Manser und Vasti Geldenhuys ruderten vor einem Jahr von Afrika nach Amerika. Sie sind sich Abenteuer der ganz anderen Art gewöhnt. Auf der 2. Etappe wären sie aber fast ausgeschieden. Danach gab es fast jedes Mal Tränen bei Vasti nach der Zieleinfahrt. Riaan sagt: «Natürlich ist das Cape Epic brutal hart und schwierig. Aber es geht hier vor allem um die Einstellung. Das meiste entscheidet sich im Kopf.» Dem stimmt der beinamputierte Reuben zu: «Ich wusste, ich muss einfach immer weiter machen, dann schaffe ich es.»

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Der beinamputierte Reuben beendet das Cape Epic zum zweiten Mal in Serie. Video: Watson

Der Heiratsantrag der Ehefrau

Für die grossen Emotionen sorgten schon einige Minuten zuvor Gugu und Letshego Zulu. Der Rallye-Fahrer beendete das Epic zum dritten Mal. Nach seinem ersten Versuch hielt er auf der Ziellinie um die Hand seiner Frau an. Dieses Mal wartete die schwangere Letshego im Ziel und kniete vor ihm nieder: «Ich möchte dich am liebsten jedes Jahr wieder heiraten. Deshalb frage ich dich hier, ‹willst du mich nochmals heiraten?›» Gugus Antwort: «Yebooo!»

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Gugu Zulu erhält von seiner Frau Letshego den «neuen» Heiratsantrag auf der Ziellinie. video: Watson

Cape Epic 2014

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