
Franjo von Allmen triumphierte auch im Super-G.Bild: keystone
Nach Gold in der Abfahrt und der Team-Kombination gewinnt Franjo von Allmen auch den Super-G. Damit schreibt der Berner Oberländer ein weiteres Mal Geschichte. Auch Marco Odermatt darf sich über eine Medaille freuen.
11.02.2026, 12:3511.02.2026, 13:42
Er hat es schon wieder getan: Franjo von Allmen gewinnt in Bormio auch den Super-G und damit seine dritte olympische Goldmedaille innert fünf Tagen. Der Berner Oberländer war schlussendlich 13 Hundertstelsekunden schneller als der US-Amerikaner Ryan Cochran-Siegle, der bereits vor vier Jahren in Peking die Silbermedaille gewonnen hatte.
Die Goldfahrt von Franjo von Allmen.Video: SRF
Für von Allmen war es ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Cochran-Siegle. Der starke Mittelabschnitt brachte den Unterschied zugunsten des Schweizers. Somit gewinnt der 24-Jährige auch das dritte Olympia-Rennen seiner Karriere. Es lässt sich aktuell sagen: Steht Franjo von Allmen bei Olympischen Spielen am Start, gewinnt er auch. Dass ihm Grossanlässe liege, zeigte er schon an der WM im letzten Jahr. Schon dort holte er in Abfahrt und Team-Kombination Gold.
Bronze holte sich mit etwas über einer Viertelsekunde Rückstand Marco Odermatt, der sich über die zweite persönliche Medaille bei diesen Olympischen Spielen freuen darf. Der Vorsprung auf den Viertplatzierten Nils Allègre betrug dabei lediglich drei Hundertstel.
Die Fahrt von Marco Odermatt.Video: SRF
Stefan Rogentin als Neunter und Alexis Monney direkt dahinter reisen definitiv ohne olympisches Edelmetall nach Hause. Auch Giovanni Franzoni konnte nicht mit den Besten mithalten. Nach einem schwachen zweiten Abschnitt muss sich der Kitzbühel-Sieger mit dem sechsten Platz zufriedengeben. Bereits vor der ersten Zwischenzeit schied sein Landsmann Dominik Paris aus, der nach einem Schlag seinen Ski verlor.
Enttäuschend verlief das Rennen auch für die Österreicher. Raphael Haaser fuhr zwar auf den fünften Platz, ist schlussendlich aber über drei Zehntel hinter dem Podest klassiert.
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Mittlerweile sind 32 Fahrer gestartet und keiner kann den besten drei noch gefährlich werden. Auch nicht der Lichtensteiner Marco Pfiffner welcher bei der zweiten Zwischenzeit ausscheidet.
«Mein Ziel war natürlich die Goldmedaille, aber mit einer Medaille bei den Olympischen Spielen muss ich zufrieden sein. Ich hatte das Glück wieder auf der Seite, war nur drei Hundertstelsekunden vor Platz 4.»
Nach Dominik Paris und River Radamus erreicht auch Nils Alphand das Ziel nicht und scheidet ebenfalls aus.
Alban Elezi Cannaferina klassiert sich mit fast eineinhalb Sekunden Rückstand auf dem 15. Platz.
Für den Finnen Elian Lehto läuft der Super-G überhaupt nicht nach Plan und ist abgeschlagen Letzter.
Für River Radamus ist das Rennen bereits früh vorbei. Nach der ersten Zwischenzeit verpasst Radamus ein Tor und scheidet aus.
«Ich bin ein bisschen enttäuscht von mir. Ich bin vielleicht zu gut Ski gefahren, überall etwas zu nett und zu rund. Ich werde daraus lernen und das nicht mehr machen.»
Der Slowene Martin Cater bleibt direkt nach dem Start mit seinem Stock stecken und kann sich gerade noch so retten. Cater verliert auch danach viel Zeit und fällt weit zurück.
Sam Morse muss sich auch deutlich geschlagen geben. Der US-Amerikaner landet auf dem 19. Platz und freut sich im Ziel das er bei den Olympischen Spielen dabei sein darf.
Auch für Cameron Alexander läuft es nicht nach Plan und er fällt weit zurück. Nach den ersten zwanzig Athleten führt Franjo von Allmen vor Ryan Cochran-Siegle und Marco Odermatt. Stand jetzt sieht es danach aus, als würde von Allmen dreifacher Olympiasieger werden.
Weiter geht der Super-G mit Adrian Smiseth Sejersted. Der Norweger ist leicht angeschlagen nach einem Sturz in Crans-Montana. Smiseth Sejersted zeigt lange Zeit ein starkes Rennen, aber kurz vor dem Ziel unterläuft ihm ein Fehler und er fällt weit zurück.
Es ist nicht die Saison von Miha Hrobat. Sein bestes Super-G-Ergebniss in dieser Saison ist ein 13. Platz. Besser wird es wohl auch heute nicht. Nach einem ordentlichen Start, verliert der Slowene im zweiten Abschnitt viel zu viel Zeit und steht aktuell auf dem zwölften Zwischenrang.
Aktuell kann niemand mit den Besten mithalten. Dies gilt auch für Mattia Casse. Der Einheimische verliert auf der Stelvio viel zu viel Zeit und landet immer wieder neben der besten Linie. Casse ist das neue Schlusslicht in diesem Super-G.
«Ich hätte nicht geglaubt, dass ich nach 15 Fahrern immer noch Erster bin. Ich bin etwas ratlos, wahrscheinlich hilft mir, dass es relativ warm ist und die Piste langsamer wird. Egal, was jetzt noch passiert, ich nehme es. Die letzten Tage sind schon ein Traum, was will man mehr. Wenn ich nicht liefere, liefert Tanguy, und dass es heute wieder so weit nach vorne reicht, hätte ich nicht gedacht.»
Der letzte Österreicher am Start heisst Marco Schwarz. Aber auch der Allrounder landet neben dem Podest. Damit ist bereits jetzt klar, dass unsere Nachbarn im heutigen Super-G ohne Medaillen bleiben.
Wer kann von Allmen noch gefährlich werden? Wie es scheint, niemand, denn auch Vincent Kriechmayr ist deutlich langsamer unterwegs und liegt nach dem ersten Abschnitt weit zurück. Danach kommt zwar nicht mehr viel dazu, aber es reicht nur für Zwischenrang Sieben.
Nun steht der letzte Schweizer am Start. Stefan Rogentin konnte in der Abfahrt und der Team-Kombination nicht mit den Besten mithalten. Ändert sich dies im Super-G? Das Renenn beginnt aber gar nicht wie gewünscht und der Bündner liegt bereits nach der ersten Zwischenzeit weit zurück. Damit hat er bereits früh keine Chance mehr auf eine Medaille. Im Ziel klassiert er sich direkt vor Teamkollege Alexis Monney auf Platz 8.
Am Samstag konnte sich Dominik Paris über die erste Olympiamedaille freuen. Eine weitere kommt heute nicht dazu. Der Südtiroler verliert bereits vor der ersten Zwischenzeit einen Ski und stürzt danach. Sehr bitter für Paris, welcher sich glücklicherweise wohl nicht verletzt hat.
Der Norweger Fredrik Mölller hat in dieser Saison immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen und ist nach der ersten Zwischenzeit trotzdem leicht vor von Allmen klassiert. Im zweiten Teil verliert Möller aber viel Zeit und kann nicht mehr mit den Besten mithalten. Es reicht für Platz 7.
Stefan Babinsky ist im Vergleich mit von Allmen chancenlos und liegt bereits nach der ersten Zwischenzeit eine halbe Sekunde hinter von Allmen. Immer wieder verschlägt es den Österreicher, welcher im Ziel die rote Laterne übernimmt.
Jetzt ist der grosse Favorit Marco Odermatt am Zug. Im zweiten Abschnitt unterläuft ihm ein kleiner Fehler und er verliert im Vergleich mit von Allmen Zeit. Schlussendlich fällt Odermatt sogar noch hinter Cochran-Siegle zurück und ist aktuell nur Dritter. Das ist eine grosse Enttäuschung für den vierfachen Gesamtweltcupsieger. Reicht es trotzdem für Edelmetall?
Jetzt wird es spannend: Kann Giovanni Franzoni die Spitzenposition übernehmen? Im ersten Abschnitt ist er leicht schneller unterwegs als von Allmen, hat danach aber viel zu wenig Tempo und verliert sehr viel Zeit auf von Allmen. Im Ziel ist es ein grosser Rücktand und Franzoni ist aktuell nur Fünfter.
Der Österreicher Raphael Haaser ist deutlich langsamer unterwegs als Franjo von Allmen. Der Riesenslalom-Weltmeister verliert im zweiten Abschnitt fast eine halbe Sekunde auf von Allmen und klassiert sich schlussendlich neben dem Podest. Allerdings war Haaser im letzten Streckenteil schneller unterwegs als der Schweizer.
Es geht Schlag auf Schlag weiter. Der zweifache Olympiasieger Franjo von Allmen ist unterwegs. Der Berner Oberländer liefert sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Cochran-Siegle und übernimmt ganz knapp die Führung. Reicht es auch für die dritte Medaille? Die nächsten Fahrten werden es zeigen.
Jetzt gilt es für den ersten Schweizer ernst. Alexis Monney ist gestartet. Es sieht zunächst nicht so gut aus und Monney hat nach der ersten Zwischenzeit bereits einen kleinen Rückstand. Bereits in der Abfahrt verlor der Freiburger im ersten Abschnitt viel Zeit. Anders als in der Königsdisziplin kann sich Monney nicht mehr steigern und war schlussendlich 0,77 Sekunden länger unterwegs als Cochran-Siegle.
Sensationell gewann Jan Zabystran in Gröden den Super-G. Auch heute ging er mit Aussenseiterchancen an den Start und kann zu Beginn mit Cochran-Siegle mithalten, allerdings nur bis zur zweiten Zwischenzeit. In diesem Abschnitt war Zabystran mehr als eine halbe Sekunde länger unterwegs als Cochran-Siegle. Im Ziel ist der Tscheche deutlich geschlagen und fällt sogar hinter Crawford zurück.
Der 41-jährige Christof Innerhofer muss sich heute geschlagen geben. Der Routinier verliert kontinuierlich Zeit auf Cochran-Siegle und landet auf dem dritten Zwischenrang. Es war wohl das letzte olympische Rennen für Innerhofer.
Ryan Cochran-Siegle fuhr vor vier Jahren im Super-G zur Silbermedaille. Ob es auch heute für das Podest reicht, ist unklar. Zumindest übernimmt Cochran-Siegle vorübergehend die Führung. Nach einem starken Start bringt er den Vorsprung in das Ziel und ist 0,18 Sekunden schneller als Allègre.
James Crawford hat im Vergleich mit Allègre keine Chance. Bereits nach der zweiten Zwischenzeit liegt der Kanadier fast acht Zehntel zurück. Bis zum Ziel fällt Crawford sogar über eine Sekunde hinter den Leader zurück.
Nils Allègre hat das Rennen eröffnet. Der Franzose fuhr in der Abfahrt auf den 8. Platz und hat in seiner Karriere noch keine Olympiamedaille gewonnen. Mittlerweile hat sich das Wetter klar verbessert und die Sonne zeigt sich über der Stelvio. In der Fahrt von Allègre sind kaum Fehler zu sehen und er setzt mit 1:25.63 eine erste Richtzeit.
Noch fünf Minuten, dann beginnt der Super-G in Bormio. Welche Fahrer dürfen sich schon bald über eine Medaille freuen?
Weiterhin hat es viel Nebel über der Stelvio, aber der Start des Rennens soll wie geplant um 11.30 Uhr erfolgen. Die Sicht sollte sich gemäss Wetterprognose bis zum Start noch verbessern.

Nach viel Sonnenschein bei der Abfahrt und der Team-Kombination, wird das heutige Wetter in Bormio nicht ganz so gut werden. Aktuell ist es sehr bewölkt und man sieht keine Sonnenstrahlen. Hoffen wir trotzdem auf ein möglichst faires Rennen.
1. Nils Allègre (FRA)
2. James Crawford (CAN)
3. Ryan Cochran-Siegle (USA)
4. Christof Innerhofer (ITA)
5. Jan Zabystran (CZE)
6. Alexis Monney (SUI)
7. Franjo von Allmen (SUI)
8. Raphael Haaser (AUT)
9. Giovanni Franzoni (ITA)
10. Marco Odermatt (SUI)
11. Stefan Babinsky (AUT)
12. Fredrik Möller (NOR)
13. Dominik Paris (ITA)
14. Stefan Rogentin (SUI)
15. Vincent Kriechmayr (AUT)
16. Marco Schwarz (AUT)
17. Mattia Casse (ITA)
18. Miha Hrobat (SLO)
19. Adrian Smiseth Sejersted (NOR)
20. Cameron Alexander (CAN)
Am Mittwoch steht mit dem Super-G der Männer der letzte Speed-Wettbewerb in Bormio an. In der Favoritenrolle sind dabei wiederum die Schweizer. Anwärter Nummer 1 auf die Goldmedaille ist Marco Odermatt. Der Weltmeister will nach «Leder» in der Abfahrt und Silber in der Team-Kombination seine erste Goldmedaille an den diesjährigen Winterspielen. Vor vier Jahren sicherte sich der Nidwaldner in Peking Gold im Riesenslalom. Gefordert werden dürfte Odermatt allen voran von Franjo von Allmen. Der Doppel-Olympiasieger (Abfahrt und Team-Kombination) stand in den letzten drei Super-G im Weltcup stets auf dem Podest. Auch der Italiener Giovanni Franzoni und der Freiburger Alexis Monney wollen bei der Vergabe der Medaillen mitreden. Stefan Rogentin komplettiert das Schweizer Quartett. Der Start auf der Piste Stelvio erfolgt um 11.30 Uhr. (riz/sda)
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