Nach Olympia-Debakel: Malinin überstrahlt bei WM alle – Britschgi schwächelt in Kür
Britschgi gelang keine perfekte Kür, die ihn weiter nach vorne hätte bringen können. Nachdem er im Kurzprogramm den 9. Platz belegt hatte, erhielt er mit 163,60 die zehntbeste Punktzahl in der Kür. Der 28-jährige Schaffhauser blieb damit deutlich unter seiner Kür-Bestmarke. Diese hatte er auf dem Weg zum EM-Titel mit 184,19 Punkten aufgestellt. In dieser Saison erzielte er eine Bestleistung von 170,36 Punkten beim Grand Prix de France im Oktober. An der EM (4.), den Olympischen Spielen (14.) und nun auch an der WM blieb er unter diesem Wert.
Britschgi hatte zu Beginn seiner Kür die Kombination Vierfach-Toeloop/Dreifach-Toeloop sowie den Vierfach-Toeloop im Programm. Zwar drehte er in der Prager O2-Arena den ersten Toeloop vierfach, landete aber nicht sauber, sodass kein weiterer Sprung möglich war. Danach sprang er nur eine Dreifach-Dreifach-Kombination. Beim zweiten Dreifach-Axel stürzte er sogar.
«Heute war es ein Kampf», erklärte Britschgi. «Dennoch konnte ich es wirklich geniessen, vielleicht sogar zu sehr. Es war nicht das, was ich mir erhofft hatte, aber egal, ich habe es in die Top Ten geschafft. Das war mein Ziel.» Es sei nicht seine beste und auch keine einfache Saison gewesen. «Vielleicht gab es noch Druck aus der letzten Saison, weil ich als Europameister gekommen bin. Es macht es nicht gerade leichter, diesen Erwartungen gerecht zu werden.» Geringer werden diese Erwartungen nicht, da die EM 2027 in Lausanne stattfindet.
Malinins Revanche
Eine Klasse für sich war Ilia Malinin. Fast zehn Punkte Vorsprung nahm der nunmehr dreifache Weltmeister aus dem Kurzprogramm mit. Von der Reserve musste er nicht zerren. Im Gegenteil: Der 21-Jährige aus Virginia war auch in der Kür, unter anderem mit fünf Vierfach-Sprüngen, der Beste, obwohl er sein Potenzial nicht vollständig ausschöpfte. Den zweitplatzierten Japaner Yuma Kagiyama, der sich gegenüber dem Kurzprogramm um vier Ränge verbesserte, distanzierte er mit 329,40 Punkten um 22,73 Zähler. Bronze ging an Shun Sato (288,54) und damit ebenfalls nach Japan.
Malinin war die Erleichterung nach dem Auftritt anzusehen, nachdem ihm die Kür an den Olympischen Spielen komplett missglückt war – er fiel in Mailand vom 1. auf den 8. Platz zurück. «Es fühlt sich ganz anders an, weil ich vor diesem Wettkampf keine Erwartungen hatte. Ich wollte einfach rausgehen, die Atmosphäre geniessen und die Welt des Eiskunstlaufs erleben. Dabei war es mir eigentlich egal, ob ich gewinne oder verliere.» Nun ist er froh, mal ein paar Wochen ohne Wettkampfprogramme geniessen zu können. «Ich muss mir etwas Zeit nehmen, um wirklich zu verstehen, wie ich mich weiterhin verbessern kann», so Malinin. (nih/sda)
