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Juventus' Cristiano Ronaldo, top, scores his side's second goal during a Serie A soccer match between Sampdoria and Juventus, at Luigi Ferraris stadium in Genoa, Italy, Wednesday, Dec. 18, 2019. (Luca Zennaro/ANSA via AP)

Cristiano Ronaldo überflügelt seine Konkurrenz – wortwörtlich. Bild: AP

Darum «steht» Cristiano Ronaldo bei seinem Wunderkopfball in der Luft



Gestern Abend faszinierte Cristiano Ronaldo einmal mehr die Fussballwelt. Der Stürmer von Juventus Turin erzielte ein Kopfballtor der Extraklasse. Dabei verblüffte Ronaldo nicht nur mit der Höhe an und für sich – mit seinem Kopf soll er auf 2,56 Meter gestiegen sein –, sondern auch mit seiner «Airtime».

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Das Tor in Echtzeit. Video: streamja

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Und in der Verlangsamung. Video: streamable

Anderthalb Sekunden dauerte der Flug laut italienischen Medien. Zwischenzeitlich schien «CR7» in der Luft stehen zu bleiben, kaum mehr an Höhe zu verlieren. Aber wie geht das? Gibt es gar ein Geheimnis, wie man als Otto Normalbürger auch so in der Luft stehen kann? Wir haben jemanden gefragt, der es wissen muss.

Metin Tolan ist Professor für Experimentelle Physik an der Technischen Universität Dortmund. Aus seiner Feder stammt das Buch «So werden wir Weltmeister: Die Physik des Fussballspiels».

Bild

Bild: tu-dortmund.de

Das Thema der in der Luft stehenden Fussballer sei Teil seiner Physik-Vorlesungen in Dortmund, richtet Tolan gegenüber watson aus. Es handle sich dabei um das simple Fallgesetz, das schon Galileo Galilei im 17. Jahrhundert kannte:

«Wenn ein Mensch hochspringt, dann befindet er sich ungefähr 2,5 Mal länger oberhalb der Hälfte der maximalen Sprunghöhe als unterhalb. Deswegen kommt es einem so vor als ob er oben ‹festgenagelt› ist.»

Mit diesen Folien erklärt Professor Metin Tolan den in der Luft stehenden Fussballer seinen Studenten:

Oder noch einfacher ausgedrückt: Absprung und Landung dauern aufgrund der Schwerkraft und der Schnellkraft der Muskeln einfach kürzer als die eigentliche «Flugphase».

Das gelte grundsätzlich für jeden, mache sich aber nur bei besonders hohen Sprüngen auch wirklich bemerkbar. Angesprochen auf die aussergewöhnliche Höhe von Cristiano Ronaldo bei seinem jüngsten Treffer meint Tolan nüchtern: «Da kann man eigentlich nicht viel mehr sagen, ausser dass er eine sehr grosse Sprungkraft hat. Zudem nimmt er auch Anlauf.»

Es gibt also kein Geheimrezept, ausser kraftvoll abzuspringen. Was man danach in der Luft macht, hat laut dem Physiker keinen Einfluss mehr auf die Sprunghöhe.

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11Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Thomas Oetjen 21.12.2019 15:04
    Highlight Highlight Ich muss da etwas wiedersprechen. Während dem Flug passiert ganz viel. Und zwar während sein Rumpf weiter etwas nach oben zieht, er ist also immer noch in einer leichten Aufwärtsbewegung, zielt sein Kopf logischerweise auf den Ball. Er macht also mit dem Oberkörper eine Bewegung horizontal auf den Ball zu und nutzt die Kraft, die immer noch in Rumpf steckt. Dadurch wirkt er verstärkt fliegend. Man erkennt auch gut, wie er bis zur landung hin, seine Beine fast wegtragen, weil diese Bewegung im Rumpf verzögert zum Rest des Körpers in Bewegung ist.
  • Musta Makkara 20.12.2019 08:06
    Highlight Highlight Ein rechter Furz zur richt'gen Zeit,
    der hebt dich hoch und bringt dich weit.

    Tschuligom.
    • honigkuchenpferd 20.12.2019 09:35
      Highlight Highlight Wenn schon, dann "Tchuligom"
    • Musta Makkara 20.12.2019 11:35
      Highlight Highlight Blöde Autokorrektur.
  • walsa 19.12.2019 23:44
    Highlight Highlight Traumtor!
  • mikel 19.12.2019 23:32
    Highlight Highlight Das Buch von Metin Tolan (gem. Spiegel "Deutschlands coolster Physikprofessor") ist Pflicht für alle Fussball-Puristen... Die komplizierten Formeln kann man ruhig überspringen und trotzdem viel zu erfahren. Etwas vom Besten, das über Fussball in den letzten Jahren auf den Markt gebracht wurde.
  • ChiliForever 19.12.2019 21:54
    Highlight Highlight Der wahre "Hubschrauber" des Fußballs ust immer noch Miro Klose 🚁
    Miro konnte wirklich länger in der Luft bleiben als die Physik erlaubt. Wahrscheinlich dank der Annemarie-Wildeisen-Technik wie unten beschrieben 😁😎
  • B. Bakker 19.12.2019 18:30
    Highlight Highlight Faszinierend. Totlal neue Erkenntnis.
  • Typu 19.12.2019 17:54
    Highlight Highlight „ Was man danach in der Luft macht, hat laut dem Physiker keinen Einfluss mehr auf die Sprunghöhe.“ - ich hoffe mal sehr, dass dies jedem von sich aus klar war. Die realität ist schliesslich kein cartoon oder videogame. Dass dies überhaupt gesagt wird, ist verblüffend.
  • c-bra 19.12.2019 17:36
    Highlight Highlight Dieses Video zeigt gut auf, wie athletisch Ronaldo ist. Dieser Typ berührt den Ball nicht nur, er bringt ihn auch noch kontrolliert in Richtung Tor:
    Play Icon
    • Filzstift 19.12.2019 19:24
      Highlight Highlight Und vor allem muss er den richtigen Zeitpunkt zu Absprung treffen...

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