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An Argentina fan shows

Bild: NACHO DOCE/REUTERS

Erinnerungen an «Schock von Maracana»

Solche Bilder wollen sie verhindern – deshalb hoffen 200 Millionen Brasilianer jetzt auf einen Sieg der Deutschen

Am Dienstag brach Deutschland rund 200 Millionen brasilianischer Herzen – jetzt schlagen diese trotzdem für die Truppe von Jogi Löw. Denn am Final-Wochenende gibt es für die Seleção-Anhänger nur ein Ziel und es ist nicht Platz 3 für Brasilien.



Der Schock des «Maracanaço», der WM-Final-Niederlage gegen Uruguay 1950 im eigenen Land, sitzt noch immer tief. Bis heute hat man in Brasilien nicht verdaut, den WM-Titel in letzter Sekunde verloren zu haben – und dann auch noch an einen Kontinents-Rivalen.

Das Maracana-Stadion von Rio de Janeiro (Brasilien), in dem am  16. Juli 1950 die Mannschaft Uruguays zum zweiten Mal nach 1930 Weltmeister wurde. Vor rund 200000 Zuschauern gewann Uruguay das Endspiel gegen Gastgeber Brasilien mit 2:1.   (KEYSTONE/EPA/STR)   ===  ===

200'000 Fans marschierten 1950 ins Stadion von Maracana, um es danach völlig entrüstet wieder zu verlassen. Bild: EPA

Noch Stunden blieben damals tausende von trauernden Fans auf den Rängen hocken. Einem Schlag ins Gesicht, einem Knock-Out, kam die Niederlage gleich. Nachdem die Sicherheitskräfte die verbliebenen Fans nach Hause geschickt hatten, fand man drei tote Zuschauer, welche wegen eines Herzinfarkts ums Leben gekommen waren. Ein weiterer verübte gar Suizid. Brasilien war erschüttert, während nebenan die Uruguayer «Fiesta» machten.

54 Jahre sind vergangen und das Land, welches an Hingabe zum Fussball kaum zu überbieten ist, erlebte die zweite Jahrhundert-Niederlage. Mit «Mineiraço» wird die 1:7-Klatsche gegen Deutschland betitelt und geht als höchste Halbfinal-Niederlage aller Zeiten in die Geschichtsbücher ein.

«Wir sind eine Nation von 200 Millionen Deutschen»

Kaum vorzustellen, was den Spielern und Fans in diesem Moment durch den Kopf ging. Das Spiel um Platz 3 am Samstag würde Felipe Scolaris Team am liebsten auslassen – wie auch die Holländer.

A Brazil fan cries as she watches the 2014 World Cup semi-final between Brazil and Germany at a fan area in Brasilia, in this July 8, 2014, file photo. Germany scored five goals in 18 astonishing first-half minutes on their way to a 7-1 semi-final mauling of Brazil on Tuesday which shattered the host nation's hopes of winning their sixth World Cup. It was the most shocking result in the tournament's history, Brazil's record World Cup defeat and their first at home in 64 competitive matches since 1975.  REUTERS/Ueslei Marcelino/Files (BRAZIL  - Tags: SPORT SOCCER WORLD CUP) 

ATTENTION EDITORS - PICTURE 19 OF 20 FROM GERMANY'S JOURNEY TO THE WORLD CUP FINAL

Bilder der trauernden Fans gingen um die Welt. Bild: UESLEI MARCELINO/REUTERS

Wie gut hätte es der brasilianischen Seele getan, wie viel Druck wäre von den Schultern der Spieler gefallen, hätte die «Elftal» die «Albiceleste» geschlagen und wäre Brasilien im Spiel um Platz 3 auf Erzfeind Argentinien gestossen. Der Rang hätte keine Rolle gespielt, doch die Chance, den grossen Rivalen zu bodigen, wäre Balsam für viele gebrochene Herzen gewesen.

Nun steht dieses Argentinien nach dem Penaltykrimi am Mittwochabend im Final. Brasiliens Angst, nach 1950 ein weiteres Mal zusehen zu müssen, wie ein Südamerikaner im eigenen Land den Pokal in die Höhe stemmen kann, ist zurück.

«Wir sind eine Nation von 200 Millionen Deutschen.»

So krass ist es dann auch wieder nicht.

Deshalb gilt nun in Brasilien nur eines: «Hopp Deutscheland!» Eine ganze Nation wird ausgerechnet der Mannschaft, welche sie gedemütigt hat, die Daumen drücken. «Wir sind eine Nation von 200 Millionen Deutschen», schreibt ein Fan auf Twitter. Es liegt den Einheimischen am Herzen, dass nach dem Ausscheiden ihrer eigenen Seleção wenigstens auch der Feind scheitert. Der Spott nach der Pleite gegen Deutschland war schon riesig – man stelle sich vor, was in Brasilien los wäre, wenn der Nachbar den Pott nach Hause trägt.

Der Hohn der argentinischen Fans gegenüber Brasilien

Argentina national soccer fans pose for a photo at a subway station, on their way to the Itaquerao Stadium, to watch the World Cup semifinal match between the Netherlands and Argentina, in Sao Paulo Brazil, Wednesday, July 9, 2014. (AP Photo/Felipe Dana)

Die Lieblings-Pose der argentinischen Anhänger: Die Zahl 7 mit den Fingern zu zeigen. Wieso? Nur so. Bild: Felipe Dana/AP/KEYSTONE

Argentina's fans cheer prior to the semi-final football match between Netherlands and Argentina of the FIFA World Cup at The Corinthians Arena in Sao Paulo on July 9, 2014. AFP PHOTO / FABRICE COFFRINI

Bild: AFP

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«Seit der WM in Italien weint ihr», «Messi wird uns den Titel bringen» und «Maradona ist grösser als Pelé»: die Argentinier verspotten die Brasilianer. Video: Youtube/MapperDaan

An Argentina supporter gestures, referring to the seven goals that Brazil conceded in Tuesday's semifinal with Germany, before the World Cup semifinal soccer match between the Netherlands and Argentina at the Itaquerao Stadium in Sao Paulo Brazil, Wednesday, July 9, 2014. (AP Photo/Martin Meissner)

Bild: Martin Meissner/AP/KEYSTONE

A fan of Argentina's national soccer team holds up seven fingers, representing Brazil's 7-1 loss to Germany, as he waits for start of the live telecast of the World Cup semifinal match between Argentina and the Netherlands, at FIFA Fan Fest in Sao Paulo, Brazil, Wednesday, July 9, 2014. (AP Photo/Rodrigo Abd)

Illuminati! Bild: Rodrigo Abd/AP/KEYSTONE

Argentina supporters wearing masks of former players Diego Maradona, left, and Claudio Caniggia gesture to show the seven goals that Brazil conceded against Germany in Tuesday's semifinal, before the World Cup semifinal soccer match between the Netherlands and Argentina at the Itaquerao Stadium in Sao Paulo Brazil, Wednesday, July 9, 2014. (AP Photo/Martin Meissner)

Bild: Martin Meissner/AP/KEYSTONE

Argentina fans show

Bild: NACHO DOCE/REUTERS

Fans of Argentina pose before the semi-final football match between Netherlands and Argentina of the FIFA World Cup at The Corinthians Arena in Sao Paulo on July 9, 2014.  AFP PHOTO / DAMIEN MEYER

Die Dame links wollte bestimmt auch noch eine 5 in die Luft halten. Bild: AFP

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