Terrorismus
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Men hold a banner during a gathering at the Trocadero place, in Paris, Sunday, Jan. 18, 2015 to protest against extremist Islamic group Boko Haram after a large-scale attack in Baga, where as many as 2,000 people were massacred in a raid on January 7, 2015. Cameroon, Chad and Niger have launched a regional bid to combat the Boko Haram. (AP Photo/Thibault Camus)

Anti-Boko-Haram-Kundgebung auf dem Trocadero-Platz in Paris am Sonntag, 18. Januar.  Bild: Thibault Camus/AP/KEYSTONE

Mindestens 60 Gefangene

Boko-Haram-Kämpfer nehmen in Kamerun Dutzende Geiseln



Kämpfer der nigerianischen Islamistengruppe Boko Haram haben bei einem Angriff im Nachbarland Kamerun nach Polizeiangaben mindestens 60 Geiseln genommen. Die Boko-Haram-Kämpfer hätten am Sonntag in der Gegend von Tourou im Norden des Landes zwei Dörfer überfallen.

Dabei steckten sie Häuser in Brand und zogen dann mit etwa 60 Geiseln ab, wie ein Polizeibeamter der Nachrichtenagentur AFP sagte. Bei den Geiseln handle es sich zumeist um Frauen und Kinder. Bei dem Angriff seien auch mehrere Personen getötet worden, führte der Polizeibeamte aus, ohne nähere Angaben machen zu können. Die kamerunische Armee habe einen Einsatz begonnen.

Es handelte sich um den schwersten Angriff von Boko Haram im Norden Kameruns. Seit Monaten kommen die militanten Islamisten immer wieder über die Grenze und verüben Gewalttaten.

November 2014: Demonstrantinnen erinnern an die Verschleppung von rund 200 Schülerinnen im April.  Bild: AFOLABI SOTUNDE/REUTERS

Boko Haram hat in den vergangenen Jahren häufig vor allem junge Menschen verschleppt. Jungs wurden Sicherheitsexperten zufolge als Kämpfer zwangsrekrutiert, Mädchen in die Sexsklaverei gezwungen. International schockierte insbesondere die Verschleppung von 200 Schülerinnen im April.

Tote bei Selbstmordanschlag

Gleichzeitig verübt die Miliz auch immer wieder schwere Anschläge. Am Sonntag wurden im Nordosten Nigerias bei einem Selbstmordangriff vier Menschen getötet und 35 verletzt, wie die Polizei mitteilte. Zu der Tat bekannte sich niemand. Der Verdacht fiel aber auf Boko Haram.

Boko Haram kämpft seit rund sechs Jahren für die Errichtung eines islamischen Gottesstaats im mehrheitlich muslimischen Norden Nigerias an der Grenze zu Tschad, Kamerun und Niger. In dem Konflikt wurden bereits mehr als 13'000 Menschen getötet und 1.5 Millionen weitere vertrieben.

Zuletzt hatte die islamistische Miliz ihre Angriffe auch auf den äussersten Norden Kameruns ausgeweitet. Der Tschad schickte daher am Freitag Truppen nach Kamerun, um dem Nachbarland zu Hilfe zu kommen. Am Samstag trafen ein Konvoi aus 400 Militärfahrzeugen sowie mehrere Kampfhelikopter aus dem Tschad ein. (sda/afp/reu)

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Kommentar

Kein Mensch versteht Syrien, weil alle von Syrien sprechen, aber etwas anderes meinen

2013 bat ich den algerischen Autor Yasmina Khadra bei einem Treffen in Paris, mir den Syrienkonflikt zu erklären. Seine lakonische Antwort: «Niemand versteht Syrien. Dort werden Kinder gefoltert und ermordet. Wer soll das verstehen?» Fast drei Jahre sind vergangen und ich verstehe noch immer nicht. Dafür reift eine Erkenntnis: Wenn Putin von Syrien spricht, meint er etwas anderes, als wenn Obama von Syrien spricht. Auch Erdoğan, König Salman und Netanjahu meinen je etwas anderes. Das …

Artikel lesen
Link zum Artikel