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Tour dur d'Schwiiz, 6. Etappe: Bergün – St.Antönien
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Tour dur dSchwiiz

Hinter dem Mond links liegt das Paradies 

Ehrlich: Ich hatte vor der Tour dur d’Schwiiz nie bewusst von St.Antönien gehört. Und schon gar nicht von Partnun. Aber obwohl ich fast 1000 Höhenmeter dafür bewältigen musste, weiss ich: Jeder Schweisstropfen hat sich gelohnt. 
08.07.2015, 11:1530.08.2017, 11:25
Reto Fehr
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«Hinter dem Mond links», es ist der Slogan von St.Antönien. Mit einem Augenzwinkern ist er gemeint. Aber etwas Wahres ist schon dran. Die Gemeinde auf gut 1400 Metern ist wirklich abgeschieden. Im Prättigau zweigt bei Küblis nach Norden das St.Antöniental ab und dort, weit oben und noch etwas weiter hinten, liegt der kleine Ort. Einen Skilift hat's, eine Kirche natürlich, eine Schule, Restaurants, einen Volg und eine Poststelle. Links und rechts türmen sich die Berge, ein Fluss fliesst unter dem Dorf durch. Es ist Idylle pur. Und dann steht da noch dieses Holz-Ding. Irgendjemand eine Ahnung, was das ist? 

Kunst? Oder hat es doch auch noch einen (wirklichen) Sinn?
Kunst? Oder hat es doch auch noch einen (wirklichen) Sinn?bild: watson

Die nette Dame vom Tourismusbüro sagt, angesprochen auf eines der Highlights ihrer Region: der Partnunsee. Noch nie gehört. Er liegt zwar nochmals 300 Höhenmeter weiter oben als St.Antönien und rund 9 Kilometer weiter hinten. Ich überlege kurz, aber beschliesse dann: Wenn du schon hinter dem Mond links bist, kannst du eigentlich auch nach ganz ganz hinten links. Auf 1772 Metern steht das Berghaus Sulzfluh, Prättigau Tourismus hat mich kurzfristig hierhin eingeladen. Hier übernachte ich. 

Das Berghaus Sulzfluh auf 1772 Metern.
Das Berghaus Sulzfluh auf 1772 Metern.Bild: watson

Weiter oben türmt sich die Scheienfluh imposant und links der Sulzfluh, rund 2800 Meter hoch sind die Berge. Dahinter – eigentlich auf drei Seiten – liegt Österreich. Davor, nochmals 20 Minuten zu Fuss, eben dieser Partnunsee. Über 1800 Meter hoch, das Wasser vielleicht 13 Grad. Aber ich muss da rein und geniesse einen Feierabendschwumm. Drei Ruderboote liegen am Steg. Daneben steht ein Kässeli: Zwei Franken kostet die Miete. Man solle doch das Geld bitte einwerfen. Zwei Franken! In Zürich darf man für diesen Preis ein Foto mit dem Pedalo schiessen. Dieses dabei aber nicht berühren, das würde dann 3.50 Franken kosten. 

Der Partnunsee.
Der Partnunsee.Bild: watson

Zurück in der Unterkunft geniesse ich die letzten Sonnenstrahlen im Outdoor-Whirlpool, den man bei Bedarf heizen kann. Das braucht's heute nicht. Vor dem Haus sitzt eine Dame, sie «chlöpplet», wie sie sagt. «Klöppeln», auf Hochdeutsch, als ich nachfrage. Es nützt nichts, die Erklärung muss her. Hier die Kurzform: Sie macht ein Spitzentaschentuch für eine Braut. Das dauert so 100 Stunden. Wichtig sind zwei Bewegungen: Kreuzen und Drehen. Sie mache flandrische Spitzen, es gäbe viele verschiedene. Ursprünglich kommt das «Chlöpplä» aus Asien, die Entdecker mit Schiffen brachten die Kunst vor langer Zeit nach Europa. Hier noch das Bild dazu. Sieht kompliziert aus. Ist wohl auch kompliziert. Aber schön. 

Chlöpplä. Eine Kunst, die Geduld erfordert.
Chlöpplä. Eine Kunst, die Geduld erfordert.Bild: watson

Zeit habe die Dame. Ihr Mann spiele Alphorn. Sie sind die ganze Woche hier. Denn gerade findet die jährliche Volksmusik-Woche in St.Antönien statt. Tatsächlich wird um mich herum herzhaft musiziert. In einem Raum üben die Blockflöten- mit unter anderem Handörgeli-Spielern, vor dem Gasthaus spielen Alphornbläser – Schweiz pur. Am Freitag ist das grosse Abschlusskonzert. 

Ich bin dann schon am anderen Ende Graubündens. Aber es sei gesagt: Die anderen Regionen der Schweiz sind gefordert. Hinter dem Mond links liegt für mich zumindest heute das Paradies. 

Alphornkonzert in St.Antönien.Video: YouTube/Quentin Aeberli
Der Whirlpool, der heute nicht geheizt werden musste.Video: YouTube/Quentin Aeberli

Tour dur d'Schwiiz, 5. Etappe: Bivio – Bergün

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Tour dur d'Schwiiz, 5. Etappe: Bivio - Bergün
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Reto, ungedopter Finisher der Tour dur d'Schwiiz: «Ich freue mich am meisten auf das Nichtstun»
Vier Monate war er unterwegs und legte dabei eine Strecke wie von der Schweiz nach Peking zurück. Alles mit dem Velo. Und alles nur innerhalb der Landesgrenzen. Irgendwie unvorstellbar.

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