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Mustafa Dschemilew

Randalierende Krimtataren erzwingen Treffen mit ihrem Anführer

04.05.2014, 04:16
Tataren-Führer Mustafa Dschemilew darf Russland eigentlich nicht betreten.
Tataren-Führer Mustafa Dschemilew darf Russland eigentlich nicht betreten.Bild: Reuters

Mehr als 2000 Krimtataren haben am Samstag trotz des Widerstands russischer Sicherheitskräfte ein Treffen mit ihrem Anführer Mustafa Dschemilew an der Grenze zwischen der Krim und der Ukraine erzwungen. Russland hat Dschemilow verboten, russischen Boden zu betreten. 

Zwischen den Muslimen und der Polizei kam es zu einem Handgemenge an einem Kontrollposten in Armjansk an der Demarkationslinie zur Ukraine, auf deren gegenüber liegenden Seite Dschemilew auf sie wartete. Die mit Autos angereisten Tataren durchbrachen schliesslich trotz Warnschüssen der rund 50 Sicherheitskräfte die Absperrungen und begrüssten ihren Anführer mit ukrainischen Flaggen.

Seit fünf Jahren Russland-Verbot

Am Freitag war Dschemilew, dem das Betreten russischen Bodens für fünf Jahre untersagt ist, am Besteigen eines Flugzeug gehindert worden, dass ihn über Moskau auf die Krim bringen sollte. Nachdem er unverrichteter Dinge nach Kiew zurückkehren musste, wollte ihn die Medschlis genannte Versammlung der Tataren am Samstagmorgen in Armjansk empfangen. 

Dschemilew reiste auf dem Landweg dorthin, durfte die Demarkationslinie aber ebenso wenig passieren wie seine Anhänger, woraufhin diese randalierten. Der prorussische selbsternannte Krim-Gouverneur Sergej Aksjonow bezeichnete dies später als bewusste «Provokation» Dschemilews

Von den rund zwei Millionen Bewohnern der Schwarzmeer-Halbinsel, die mehrheitlich russische Wurzeln haben, gehören schätzungsweise 300'000 dem muslimischen Turkvolk der Tataren an. 

Unter Diktator Josef Stalin wurden sie einst als «Nazi-Kollaborateure» verfolgt und zwangsumgesiedelt. Erst zum Ende der Sowjetunion durften sie in ihre Heimat zurückkehren. Die Angliederung der Krim an Russland hatten die Tataren aufgrund ihrer historischen Erfahrung vehement abgelehnt. Das Referendum über die Loslösung der Halbinsel von der Ukraine Mitte März boykottierten die meisten von ihnen. (sda/afp) 

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