DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Bild

Diese Frau ist nicht begeistert von ihrem mutmasslichen Sohn. video: abc2news

Die andere Seite der Baltimore-Unruhen: Eine Mutter holt ihren Sohn nach Hause, ein Vietnam-Veteran stellt sich den Randalierern entgegen



Es sind erschreckende Szenen, die sich derzeit in der US-amerikanischen Stadt Baltimore abspielen. Nach dem gewaltsamen Tod des schwarzen, 25 Jahre alten Freddie Gray eskalieren die Proteste. Gewalttätige Ausschreitungen sind die Folge, Geschäfte werden demoliert, Autos brennen, die Polizei rückt in voller Kampfmontur an.

Die Krawalle überschatten dabei die friedlichen Proteste, die sich gegen die Verantwortlichen des Todes des 25-Jährigen Freddie Gray richten: Der Junge starb, nachdem ihm in Polizeigewahrsam Genick und Rückgrat gebrochen worden waren. Polizeigewalt hat in Baltimore eine lange Tradition.

Noch am Wochenende hatten 100'000 Menschen friedlich demonstriert. Doch nur Stunden nach Grays Beerdigung am Montag folgten in Baltimore heftige Ausschreitungen. Es gab mehr als zwei Dutzend Festnahmen, 15 Polizisten wurden verletzt, zahllose Geschäfte wurden zerstört oder ausgeraubt. 

Doch inmitten der Gewalt wird auch deutlich, dass viele Menschen die Krawalle in ihrer Nachbarschaft nicht akzeptieren wollen: Eine Mutter holt ihren Sohn nach Hause. Ein Demonstrant tanzt lieber, anstatt Steine zu schmeissen. Ein Vietnam-Veteran stellt sich vor die Polizeiketten.

1. Die Mutter, die ihren Sohn nach Hause holt

abspielen

video: youtube.com/ABC2news

Die mutmassliche Mutter eines Teenagers schleift ihren Sohn von den Protesten weg, gewaltfrei geht es aber auch hier nicht vonstatten: Es hagelt Ohrfeigen für den Jungen. Der Sohn, zu Beginn des Videos noch vermummt, ist offensichtlich verängstigt und muss sich von seiner Mutter eine Standpauke anhören.

2. Der friedliche Michael-Jackson-Protest

abspielen

video: youtube.com/andrewmurphy

Dieser Protest-Teilnehmer tanzt lieber zur Musik des «King of Pop», statt Steine zu schmeissen und Autos anzuzünden. Etwa 100 Meter vor einer Polizeikette bewegt er sich zu Michael Jacksons «Beat It», in dem Lied heisst es: «Showin' how funky / strong is your fight / It doesn't matter / who's wrong or right / Just beat it.»

3. Der Vietnam-Veteran

abspielen

video:youtube.com/youlatestnews

Robert Valentine, ein schwarzer Vietnam-Veteran und Bürger von Baltimore, will seine Nachbarschaft schützen. «Ich bin nicht schwarz, nicht weiss, nicht rot, nicht gelb. Ich bin Amerikaner», sagt er dem CNN-Reporter. Die jugendlichen Randalierer sollten nach Hause zu ihren Familien gehen, lernen und «etwas aus ihrem Leben machen», sagt er.

4. Der Polizeischützer (der eigentlich die Protest-Teilnehmer schützen will)

abspielen

video: youtube.com/mediaorb

Immer wieder wiederholt dieser kräftige schwarze Mann den Satz: «Do not give them a reason» («Gebt ihnen keinen Grund»). Dabei stellt er sich vor die Polizei und hält Protest-Teilnehmer davon ab, den Einsatzkräften zu nahe zu kommen. Auf diese Weise schützt er wohl nicht nur die Polizisten, sondern bewahrt auch die Demonstranten vor der Revanche der Uniformierten.

Fotos von den Krawallen in Baltimore

1 / 10
Krawalle in Baltimore
quelle: x90054 / jim bourg
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Themen

USA führen Grundeinkommen ein: Durchschnittsfamilien erhalten jedes Jahr Tausende Dollar

Durchschnittsfamilien werden monatlich Geld vom Staat erhalten – bedingungslos. Die bislang kaum beachtete Neuerung ist revolutionär.

Das Coronahilfspaket, das der amerikanische Präsident Joe Biden heute mit seiner Unterschrift in Kraft setzen wird, ist eine sozialpolitische Wundertüte. Deshalb ist es nicht weiter überraschend, dass der revolutionärste Bestandteil des 628 Seiten langen Gesetzes bisher kaum Beachtung fand. Spätestens im Juli wird sich dies ändern. Dann will das Finanzministerium erstmals das neue bedingungslose Grundeinkommen für Familien auszahlen.

Richtig gelesen: Amerika, die mächtigste Volkswirtschaft der …

Artikel lesen
Link zum Artikel