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Die wegen der Missbrauchsvorwürfe gegen Woody Allen umstrittene Autobiografie des US-Filmemachers erscheint nun doch nicht. (Archivbild)

Der 84-Jährige wies die Vorwürfe stets zurück. Bild: EPA

Doch keine Autobiografie von Regisseur Woody Allen



Die wegen der Missbrauchsvorwürfe gegen Woody Allen umstrittene Autobiografie des US-Filmemachers erscheint nun doch nicht. Die Entscheidung sei nicht einfach gewesen, teilte eine Sprecherin des Verlags Hachette am Freitag mit.

Nach «intensiven Gesprächen» in den vergangenen Tagen sei aber schliesslich beschlossen worden, das Werk nicht wie geplant am 7. April auf den Markt zu bringen. Allen werde die Rechte an «Apropos of Nothing» zurückerhalten.

Am Donnerstag hatten dutzende Angestellte von Grand Central Publishing, das zu Hachette gehört und die Autobiografie auf den Markt bringen wollte, gegen die geplante Veröffentlichung demonstriert. Dylan Farrow, die nach eigenen Angaben in den 90er Jahren als Siebenjährige von Allen missbraucht wurde, begrüsste die Entscheidung im Kurzbotschaftendienst Twitter. Sie sei «sehr dankbar», schrieb die 34-Jährige.

Druck von Adoptivsohn

Allens Adoptivsohn Ronan Farrow, der sich schon vor langer Zeit mit dem Regisseur überworfen hat, hatte gedroht, nicht mehr mit Hachette zusammenzuarbeiten. Die Verlagsgruppe hat seinen Bestseller «Catch and Kill» (auf Deutsch: «Durchbruch: Der Weinstein-Skandal, Trump und die Folgen») veröffentlicht.

Farrows Buch basierte auf seinen Recherchen zu den Missbrauchsvorwürfen zahlreicher Frauen gegen den früheren Hollywood-Mogul Harvey Weinstein. Farrow hatte damit einen Beitrag zur Aufklärung des Skandals geführt, der die #MeToo-Bewegung gegen sexuellen Missbrauch ins Rollen gebracht hatte.

Im Zuge der #MeToo-Bewegung war auch Allen erneut mit den Missbrauchsvorwürfen seiner Adoptivtochter Dylan konfrontiert worden. Die Vorwürfe waren in den 90er Jahren in zwei getrennten Verfahren untersucht worden. Allen wurde letztlich nicht angeklagt.

Unterstützt von ihrer Mutter, der Schauspielerin Mia Farrow, und ihrem Bruder Ronan bekräftigte Dylan 2018 aber ihre Vorwürfe gegen den Filmemacher, die der mittlerweile 84-Jährige stets zurückwies. (kün/sda/afp)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Burdleferin 07.03.2020 16:21
    Highlight Highlight Ich verstehe nicht, warum es so schwierig ist, Kunst unabhängig von Straftaten zu geniessen.
    • Hoci 07.03.2020 16:48
      Highlight Highlight Das ist kein Problem, wenn der Täzer angemessen bestraft wurde und Einsicht zeigt.
      Polanski und Allen zeigen keinerlei Einsicht und haben/machen weiter, sind Vorbild fpr andere Täter, ja sogar Helden, vor allem wenn sie trotzdem geehrt werden. Es ist auch Respektlos den Opfern gegenpber. Was denken sie wie die sich fühlen. Ihr Leben zerstörrt, der Täter ohne Strafe aber gefeiert.
  • juba 07.03.2020 15:18
    Highlight Highlight Es geht nur um die Übersetzung bei Hachette. Ein besserer Titel wäre: Mitarbeiterinnen üben Zensur!
  • Füürtüfäli 07.03.2020 12:10
    Highlight Highlight Es gab eine 14monatige Untersuchung, die eingestellt wurde, da es keinen Beweis für die Vorwürfe gab. Im Gegenteil, der Adoptivbruder Moses hat für Allen ausgesagt. Mia Farrow hat Dylan psychologisch massiv unter Druck gesetzt, bis Dylan daran geglaubt hat.
    All das kann man nachlesen, in Dokus nachsehen oder in Moses Aussagen finden.
    Aber egal: all das wird nicht erwähnt, denn das Zerstören von Männern ist halt einfach zu gut für Schlagzeilen.

    Wie oft muß man eigentlich freigesprochen werden, damit die Unschuldsvermutung greift und man auch wirklich wieder als unschuldig gilt?
    • Hoci 07.03.2020 16:45
      Highlight Highlight Allen ist NICHT unschuldig. Er wurde bloss nicht angeklagt oder verurteilt. Wie nach wie vor die meisten Täter in Familien. Welche Tochter will sich das auch antun?€*
      Erfahrungsgemöss sind solche"Gerüchte" über sex. Missbrauch immer wahr, vor allem wenn es Unterstützung von anderen gibt. Auch die Täter werden sehr oft von Ehefrauen, Söhnen selbst anderen missbrauchten Töchtern in Schutz genommen. Siehe Kinski, siehe Weinstein..es geht immer darum eine geschönte Realitöt zu zerstörren, ein Opfer + und "beschädigte" Ware zu sein, ein Stigma zu haben. Ist auch immer noch so.
    • Guido Zeh 07.03.2020 17:01
      Highlight Highlight In andern Fällen bist du wesentlich unnachsichtiger, liebes Füürtüfäli, und lässt Freisprüche nicht gelten (kath. Kirche, z.B.)
    • Füürtüfäli 07.03.2020 20:33
      Highlight Highlight Ich habe mich lange Zeit vor Woody Allen geekelt, bis ich die Stellungnahme eines der anderen ungehörten, unbekannten Adoptivkinder gelesen habe, in denen es hieß, dass an dem Tag, wo es passiert sein soll, das Mädchen nie allein mit Woody Allen war. Auch kommt darin Mia Farrows andere Seite heraus, dass sie die Kinder psychisch terrorisiert haben soll.
      Außerdem soll es ein Merkmal von Pädophilen sein, dass sie mehrmals zuschlagen und es nicht bei einem einmaligen Missbrauch belassen.
      Das alles hat meine vorherige Sicht der Dinge in Frage gestellt.

      http://mosesfarrow.blogspot.com/?m=1

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