«Das ist die Definition von böse» – wie MAGA gerade mit Trump abrechnet
Kurz bevor US-Präsident Donald Trump und der Iran eine zweiwöchige Waffenruhe verkündeten, deutete vieles auf eine Eskalation des Krieges im Nahen Osten hin.
Trump trug mit seiner Rhetorik bis zuletzt auch selbst nicht zur Deeskalation und Beruhigung der Lage bei. Am Morgen des Ostersonntags (Ortszeit) setzte der 79-Jährige auf seiner eigenen Social-Media-Plattform «Truth Social» einen Beitrag ab, in dem er drohte, zivile Infrastruktur im Iran zu zerstören und die Hölle über das Land zu bringen. Weiter schrieb er im Post, möglicherweise sarkastisch: «Gelobt sei Allah.»
Der Post führte weltweit für Aufsehen und Schlagzeilen – und war offenbar sogar für einige Anhängerinnen und Anhänger Trumps zu viel des Guten. Verschiedene populäre Stimmen aus dem MAGA-Universum haben als Reaktion darauf ungewöhnlich deutliche Kritik am Präsidenten geäussert – einige schmiedeten gar einen Plan zu Trumps Absetzung:
Der ehemalige FOX-News-Moderator Tucker Carlson kommentiert das politische Geschehen in den USA mittlerweile auf seinem eigenen YouTube-Kanal und erreicht dort regelmässig ein Millionenpublikum. Für den erzreligiösen christlichen Fundamentalisten war Trumps Truth-Social-Post unverzeihlich.
Carlson kritisierte, dass Trump an Ostern das «F-Wort» («fucking») benutzte. Viel schlimmer aber: Indem der Präsident sich über den Islam lustig mache, mache er sich über die Religion und den Glauben an sich lustig, so Carlson. Damit mache er sich auch über ihn und alle Christinnen und Christen lustig, so der Moderator weiter. Was Trump tue, sei per Definition böse.
Alex Jones und Robert Barnes schmieden Absetzungspläne
Andere Stimmen gingen sogar noch weiter als Carlson. Alex Jones besprach auf Infowars, einem Onlineportal für rechtsgerichtete Meinungen und Verschwörungstheorien, zusammen mit dem Rechtsanwalt Robert Barnes Möglichkeiten, Trump loszuwerden.
Jones wollte von Barnes konkret wissen, welche Möglichkeiten bestünden, den 25. Zusatzartikel der US-amerikanischen Verfassung anzuwenden. Dieser regelt Fragen, die im Zusammenhang mit der vorzeitigen Beendigung einer Präsidentschaft auftreten können und schreibt vor, dass der Vizepräsident dem Präsidenten in das Amt folgt, wenn das Amt des Präsidenten vakant wird. Wörtlich wollte er wissen:
Barnes erklärte, dass die Anwendung des Artikels noch schwieriger als ein Amtsenthebungsverfahren sei, da es dafür sowohl im Senat als auch im Repräsentantenhaus, also beiden Parlamentskammern, eine Mehrheit von zwei Dritteln brauche.
Auf eine Nachfrage von Jones, was man sonst tun könne, konspirierte Barnes, dass man Trump in die Mangel nehmen und zum Rücktritt zwingen müsse, während man der Öffentlichkeit vorgaukle, er habe gesundheitliche Probleme. Dann würde man den Vizepräsidenten J.D. Vance an seiner Stelle einsetzen.
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