Wirtschaft
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Börse in den USA: Dow Jones fällt um fast 10 Prozent +++ Handel unterbrochen



Horrorstart für den Dow Jones: In New York brach der Dow Jones zum Handelsstart so stark ein wie seit dem «Schwarzen Montag» am 19. Oktober 1987 nicht mehr – dem stärksten Kurseinbruch seit dem zweiten Weltkrieg.

Auch an der Wall Street konnten sich die Kurse nach einer zwischenzeitlichen Aussetzung des Handels ebenfalls wieder von den Tiefstständen (-7,7%) lösen. Auch Dax (-5,1%) und EuroStoxx50 (-5,8%) notierten tief rot.

Der Swiss Market Index (SMI) fiel auf den niedrigsten Stand seit November 2016 zurück. Am frühen Nachmittag stand der Schweizer Leitindex 3,0 Prozent tiefer bei 8'121 Punkten. Davor war es bis auf 7'650 Zähler zurückgegangen.

«Die Aktienmärkte befinden sich mittlerweile im Crash-Modus», sagte Michael Winkler, Chefstratege bei der St. Galler Kantonalbank. «Dagegen helfen auch die am Wochenende verkündeten weiteren Notfallzinssenkungen der US-Notenbank Fed nicht.» Investoren befürchten, dass die Coronavirus-Pandemie eine weltweite Rezession auslöst.

Angeführt von der US-Notenbank (Fed) senkten zahlreiche Zentralbanken Zinsen und kündigten milliardenschwere Geldspritzen an. Ausserdem will die Fed mit günstigen Dollar-Kreditgeschäften die Versorgung mit der Weltleitwährung sicherstellen.

Mit dem SMI geht es am Donnerstag talwärts.

Schlechte Tage für die Börse. Bild: KEYSTONE

«Die Anleger-Stimmung hat aber einen Punkt erreicht, an dem positive Massnahmen Ängste verschlimmern und als Katastrophe angesehen werden», sagte Ayush Ansal, Chef-Anleger des Vermögensverwalters Crimson Black. In der aktuellen Gesundheitskrise sei Geldpolitik allein nicht ausreichend. «Sie muss mit radikalen fiskalpolitischen Massnahmen Hand in Hand gehen, um die wirtschaftlichen Folgen zu minimieren.»

Dollar auf Talfahrt – Gold profitiert nur kurz

Die drastische US-Zinssenkung vom Wochenende setzte der Währung des Landes zu. Der Dollar-Index, der den Kurs zu wichtigen Währungen widerspiegelt, büsste bis zu 1,3 Prozent ein. Der Euro verteuerte sich im Gegenzug um bis zu 1,2 Prozent auf 1,1236 Dollar.

Die «Antikrisen-Währung» Gold konnte ihre Anfangsgewinne dagegen nicht halten und verbilligte sich um bis zu 5,1 Prozent auf 1452,01 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm). Offenbar müssten weitere Anleger das Edelmetall verkaufen, um Verluste in anderen Bereichen auszugleichen, sagten Börsianer.

Am Rohölmarkt drückte neben der Rezessionsangst auch der Preiskrieg zwischen Saudi-Arabien und Russland auf die Kurse. Dies liess den Preis der Sorte Brent aus der Nordsee fast 13 Prozent ins Minus rutschen auf ein Vier-Jahres-Tief von 29,52 Dollar je Barrel (159 Liter). Dadurch werde die Lage vor allem für US-Schieferölförderer kritisch, warnte Analyst Jeffrey Halley vom Brokerhaus Oanda.

Die Regierung in Washington werde wohl eher früher als später ein Rettungsprogramm für die hoch verschuldete Branche auflegen müssen. Wegen des technisch aufwendigen Fracking-Verfahrens arbeiten diese Firmen Experten zufolge erst ab einem Ölpreis von 45 bis 50 Dollar profitabel. Eine Reihe von Firmen der Branche schraubten ihre Investitionen herunter.

Öl-Aktien im Angebot

Aktien von US-Schieferölförderern wie Occidental oder Apache verloren 15 beziehungsweise gut 20 Prozent. Auch die Titel von grösseren Firmen der Branche brachen ein: Die Papiere von Chevron und Exxon Mobil verloren jeweils mehr als zehn Prozent, in Europa sackten Total-, BP und Shell-Aktien um jeweils mehr als sieben Prozent ab.

Auch Bankaktien kamen unter die Räder. Die Absenkung des Schlüsselsatzes auf praktisch null Prozent binnen zwei Wochen werde die Gewinne der Institute schmälern, prognostizierten die Experten des Vermögensberaters Raymond James. Die Papiere von Citigroup, JPMorgan und Bank of America brachen zwischen 15 und gut 20 Prozent ein. (awp/sda/reu)

Betretene Gesichter an der Wall Street – das kann eigentlich nur eines bedeuten

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    Alle Leser-Kommentare
  • Ueli der Knecht 16.03.2020 18:56
    Highlight Highlight Ich habe den Eindruck, dass praktisch nur noch Notenbanken die Players in den Finanzmärkten sind. Alle privaten Anleger zusammen sind im Verhältnis zu den Mitteln, welche die Notenbanken seit 2008 in die Finanzmärkte pumpen, nur noch Mückenfürze. Die warme Luft der Privatanleger (inkl. den institutionellen) kann gegen den Geld-Tsunami der Notenbanken nichts ausrichten. Deren Anlagen sind nicht mal mehr Dekoration, sondern schlicht und einfach ohne jegliche Wirkung. Brosämchen im Meer.
  • Silent_Revolution 16.03.2020 18:09
    Highlight Highlight Die Weltwirtschaft wird bewusst lahmgelegt, die Elite kauft die richtigen Aktien zum Tiefpunkt und danach lässt der hypochondrische Michel die Börsenkurse wieder florieren, indem er für nen Mindestlohn malochen geht und auf den Ausländer schimpft, der ihm alles wegnimmt.

    Und alles durch Massenmanipulation im Namen der lokal isolierten Pseudosolidarität indem man vorgibt, sich so sehr für das übersatte, erste Welt Grosi einzusetzen, welches dank sinnlosen Massnahmen angeblich 1-2 Jahre länger in der Abhandlungsindustrie dahinvegetieren kann 🤦🤦🤦🤦

    Bravo!!
    • Ueli der Knecht 16.03.2020 21:32
      Highlight Highlight Ich glaube nicht, dass das bewusst geschieht, Silent_Revolution. Es geschieht vermutlich eher wegen der Unbeholfenheit der Zentralbanken und der Finanzwirtschaft-Ökonomen.

      Eigentlich wüssten die schon lange, dass sich die seit 2008 praktizierte Überflutung der Finanzmärkte mit neuem Geld irgendwann rächen wird.

      Zur Zeit haben sie wirklich keine anderen Lösungsansätze, als noch mehr neues Geld in die Finanzmärkte zu pumpen, obwohl nun auch deutlich wird, dass das inzwischen gar nichts mehr bewirkt.

      Denn die Finanzwirtschaft kann nicht dauerhaft abgekoppelt von der Realwirtschaft laufen.
  • John Henry Eden 16.03.2020 16:26
    Highlight Highlight Habe heute Morgen CFDs von Roche, Novartis, Néstle gekauft. Vor einer Stunde noch Differenzkontrakte von Alibaba und Microsoft. Gerade eben alles verkauft.

    Bin zwar gefühlt um ein Jahr gealtert, da ich vorher noch nie Daytrading machte. Doch es hat sich krass gelohnt.

    Zum Glück ist meine Frau vernünftig. Der Gewinn wird klug ausgegeben und das ursprüngliche Geld "konservativ" investiert. Ich hätte schon wohl morgen wieder gezockt.

    Jetzt kann ich Uli Hoeneß verstehen. Daytrading kann schwer süchtig machen.
    • Imfall 16.03.2020 16:50
      Highlight Highlight nur nicht jammern, wenn das Geld verloren ist 😉
    • gedankensimulant 16.03.2020 17:44
      Highlight Highlight Genau schon wegen solchen Machenschaften sollte die Börse abgeschafft werden! Pfui. Shame on you!
    • Adam Smith 16.03.2020 17:47
      Highlight Highlight Daytrading ist meist dumm. Lass besser künftig die Finger davon, das ist reine Glückssache. Da kannst du auch in ein Casino gehen, nur dass es dort wenigstens keine Gebühren auf Einsätze und Auszahlungen gibt.
  • bebby 16.03.2020 16:14
    Highlight Highlight Eigentlich komisch: Asien hat es grösstenteils bereits hinter sich, deshalb sollten vorallem die Börsen in den usa und Europa sinken, wo wir noch am Anfang stehen.
    • Hansdamp_f 16.03.2020 21:11
      Highlight Highlight Weil ja die Volkswirtschaften total unabhängig sind voneinander. Logisch.
  • p4trick 16.03.2020 16:10
    Highlight Highlight Die Börsen liegen auf dem gleichen Niveau wie am Donnerstag, die Kurse sind am Freitag wieder rauf und nun dasselbe wieder runter. Aber ich denke es ist aufregender 2mal von einem Crash zu schreiben als das ganze einfach als Korrektur anzusehen.
    Das Problem sind v.a. Lombardkredite einiger Spekulanten, tun mir nicht leid
    • weah 16.03.2020 17:52
      Highlight Highlight Einfaches Beispiel: Index 10'000 Punkte. Der Index sinkt um 10% und steigt dann wieder um 10%. Hast du nun nichts verloren?
    • Ueli der Knecht 16.03.2020 18:52
      Highlight Highlight Put-Optionen sind für die Verkäufer etzt auch ein grosses Problem.

      Die Lombardkredite sind durch die Aktieneinlagen gedeckt. Da bleibt am Ende für die Spekulanten eine blutrote Null übrig.

      Der Dow Jones hat seit letzter Woche 11% Wert verloren. In den letzten drei Monaten waren es 25% (einen Viertel), und im letzten Jahr waren es fast 20%.

      Der Dow Jones ist jetzt praktisch wieder auf dem Niveau, den er bei Trumps Amtsantritt hatte. Und vermutlich wird es noch weiter runter gehen, weil die massiven Interventionen der Notenbanken irgendwo im Nirwana verpuffen.
    • p4trick 16.03.2020 22:23
      Highlight Highlight Weah: nein weil ich die Aktien vor 10 Jahren gekauft habe ;-)
    Weitere Antworten anzeigen
  • Tag ohne Sonne 16.03.2020 15:58
    Highlight Highlight Jetzt sieht man noch deutlicher wie Unfähig Trump ist.
    Er setzt die FED unter Druck um die Zinsen noch weiter zu senken. Da nach seiner Meinung, tiefe Zinsen besser Wirtschaftszahlen bringe und er dadurch sich als das grosse Wirtschaftsgenie sieht. was ist passiert?Letzte Woche, gleich null und dann Kurssturz. Heute noch grössere Kursstürze. Das Frettchen hat seine Pulver ohne not verschossen und wird in der Krise einen sehr Eingeschränkten Spielraum haben. Also so wie sein Verstand!
    Dieser Typ hat alle Negativen Erwartungen in seine Wahl noch viel extremer unterschritten.
  • feuseltier 16.03.2020 15:29
    Highlight Highlight Selber schuld wenn das meiste Geld so bachab geht... immer kann es ja nicht bergauf gehen...
  • Galius Julius 16.03.2020 15:15
    Highlight Highlight Warum wird der Handel an den Börsen nicht generell ausgesetzt?
    • Kaaris 16.03.2020 15:24
      Highlight Highlight Wer Gewinne einstreichen will muss auch mit verusten klarkommen ;)
    • Hansdamp_f 16.03.2020 15:34
      Highlight Highlight Wer verkaufen will, muss verkaufen können.

      Geht das nicht, sind Panik und Krawall die Konsequenz. Und noch viel grössere Verluste, wenn die Börse dann irgendwann wieder aufgeht.
    • buffettino 16.03.2020 16:02
      Highlight Highlight Der Börsenhandel ist heute fast ausschliesslich automatisiert und computergesteuert. Parketthandel, wo grosse Ansteckungsgefahr herrrschen würde, gibt es so gut wie nicht mehr.

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