Asiens Börsen erholen sich deutlich – dafür wird das Öl erneut teurer
Die Börsen in Asien haben sich am Donnerstag nach den starken Verlusten der Vortage deutlich erholt. Die Nervosität blieb allerdings gross wegen der Spannungen im Nahen Osten und der Unsicherheit über den wichtigen Öltransportweg durch die Strasse von Hormus.
In Tokio stieg der Leitindex Nikkei um rund 2,8 Prozent, nachdem er am Vortag noch deutlich gefallen war. Auch andere Märkte legten kräftig zu: In Taipeh gewann die Börse mehr als drei Prozent, während der südkoreanische Kospi um gut zehn Prozent nach oben schoss. Am Tag zuvor hatte der Index noch einen historischen Einbruch von zwölf Prozent verzeichnet.
Besonders stark erholten sich Technologiewerte: Die Speicherchip-Hersteller Samsung Electronics und SK Hynix verteuerten sich um rund zwölf Prozent. Analysten sprechen von einer technischen Gegenbewegung nach den massiven Verkäufen zuvor. Die grundlegende Lage der asiatischen Halbleiterunternehmen habe sich nicht verändert. Unterstützung kam auch von der Wall Street, wo besser als erwartete US-Konjunkturdaten die Kurse gestützt hatten.
Ölpreis legt erneut zu
Auch Chinas Börsen legten zu. Investoren richten ihren Blick dort auf die jährlichen politischen Beratungen in Peking, bei denen die Regierung für 2026 ein Wirtschaftswachstum von 4,5 bis 5 Prozent in Aussicht stellte. Weitere Massnahmen zur Stützung der Wirtschaft werden erwartet.
Trotz der Erholung bleiben die Märkte nervös. Anleger verfolgten weiterhin aufmerksam die Entwicklung im Nahen Osten und die Ölpreise. Steigende Energiepreise könnten die Kosten vieler Unternehmen erhöhen.
Unterdessen stiegen die Ölpreise erneut. Der Preis für ein Fass der Nordseesorte Brent kletterte um rund drei Prozent auf knapp 77 Dollar, während US-Öl der Sorte WTI um etwa 2,5 Prozent auf gut 83 Dollar zulegte.
Auslöser bleibt die Blockade der Strasse von Hormus, durch die rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports läuft. Die USA stellten zwar eine mögliche Eskorte für Tanker in Aussicht, während der Iran erklärte, die Kontrolle über die Passage zu haben. (dab/sda/awp/afp)
