Wirtschaft
AKW

Drei Festnahmen, aber die Drohnenflüge über französischen AKWs bleiben mysteriös

Auf frischer Tat ertappt

Drei Festnahmen, aber die Drohnenflüge über französischen AKWs bleiben mysteriös

06.11.2014, 04:4206.11.2014, 14:08
Mehr «Wirtschaft»

Nach einer Reihe von Drohnenflügen über französischen Atomkraftwerken hat die Polizei drei Personen festgenommen. Zwei Männer und eine Frau wurden im Besitz von zwei Drohnen in der Nähe der Atomanlage von Belleville-sur-Loire rund 150 Kilometer südlich von Paris gefasst. 

Die beiden Männer im Alter von 24 und 31 Jahren sowie die 21-jährige Frau wurden unter dem Vorwurf des «absichtlichen Überflugs eines Sperrbereichs» in Polizeigewahrsam genommen, wie die Staatsanwaltschaft von Bourges mitteilte. Sie waren am Mittwochnachmittag einige hundert Meter von der Atomanlage entfernt festgenommen worden.

Festgenommene haben nichts mit den anderen AKW-Überflügen zu tun

«Die Anlage wurde nicht überflogen, die Drohne blieb ausserhalb der Einrichtung», erklärte die Staatsanwaltschaft. Die drei Festgenommenen würden ausserdem «nicht verdächtigt, die Urheber der Überflüge anderer Atomkraftwerke» durch Drohnen zu sein.

Seit Oktober gab es – fast immer nachts – rund 15 Drohnen-Flüge über französischen Atomkraftwerken, für die ein Überflugverbot in einem Radius von 2,5 Kilometern und bis zu einer Höhe von 1000 Metern gilt. Die Verantwortlichen der mysteriösen Überflüge konnten bisher nicht gefasst werden. 

Der Energiekonzern und AKW-Betreiber EDF erstattete jeweils Anzeige gegen Unbekannt. Das Unternehmen und die Sicherheitsbehörden betonten, dass durch die Mini-Drohnen nie eine Gefahr für die Sicherheit der Atomanlagen bestanden habe.

Greenpeace bestreitet jede Verwicklung

Die Atomanlage von Belleville-sur-Loire war bisher nicht überflogen worden, doch war bereits vor mehreren Tagen eine Drohne in der Nähe gesichtet worden, die den Sperrbereich nicht verletzte. 

Das Innenministerium in Paris hatte die Vermutung geäussert, dass Atomkraftgegner hinter den mysteriösen Drohnen-Flügen stecken. Die Umweltorganisation Greenpeace, die früher durch spektakuläre Aktionen wie auch Überflüge auf die ihrer Meinung nach mangelhafte Sicherheit von französischen Atomanlagen aufmerksam gemacht hatte, bestritt jede Verwicklung. (whr/sda/afp)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Zug schwimmt im Geld – ist das noch fair?
Steuererleichterungen, bezahlte Krankenkassen: Der Kanton Zug sorgt mit der Verwendung seines hohen Überschusses gerade für Schlagzeilen. Was die OECD-Mindeststeuer damit zu tun hat – und warum jetzt eine Diskussion über den Nationalen Finanzausgleich entflammt.

«Wir schwimmen im Geld», sagte der SVP-Finanzdirektor des Kantons Zug vergangenen Winter noch. Diesen Satz würde Heinz Tännler heute angesichts der laufenden Diskussionen wohl nicht mehr so deutlich formulieren – er behält aber seine Richtigkeit. Denn mittlerweile ist bekannt: 2023 erzielte der Kanton einen Überschuss von 461,3 Millionen Franken. Budgetiert waren 248 Millionen.

Zur Story