Wirtschaft
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Die US-Notenbank Fed hat am Montag (Ortszeit) weitere Massnahmen zur St

Das Hauptgebäude der Fed in Washington. Bild: sda

Analyse

Warum wir keine Angst vor Schulden haben müssen

Die Zentralbanken sind die Stützen der Finanzmärkte geworden. Aber was ist mit der realen Wirtschaft?



Stephanie Kelton ist eine amerikanische Ökonomin und die bedeutendste Vertreterin der Modern Monetary Theory (MMT). Die MMT besagt im Wesentlichen, dass die Zentralbanken unbeschränkt Geld drucken dürfen, solange sie es in der eigenen Währung tun. Und dass der Staat sich problemlos verschulden darf, solange er gleichzeitig geeignete Massnahmen ergreift, um die Inflation im Griff zu behalten.

In diesen Tagen hat Kelton ihr jüngstes Buch mit dem Titel «The Deficit Myth» («Der Defizit-Mythos») veröffentlicht. Der Zeitpunkt hätte idealer nicht sein können. Staatsdefizite sind das Gebot der Corona-Stunde, und die Notenbanken drucken derzeit Geld, als gäbe es kein Morgen.

Bild

Soeben erschienen: Das Buch von Stephanie Kelton.

Klassische Ökonomen haben wenig Verständnis für die MMT. Verantwortungslose Gelddruckerei sei das, die zwangsläufig im Elend, respektive einer Hyperinflation enden müsse, jammern sie. Was die besorgten neo- und ordoliberalen Wächter einer vermeintlich verantwortungsvollen Geldpolitik jedoch nicht laut aussprechen, ist die Tatsache, dass wir dank den Notenbanken de facto bereits mit einer Art von MMT leben. Nur kommt ihr Geldsegen nicht der realen Wirtschaft und dem Mittelstand zu Gute, sondern den Finanzmärkten und den Superreichen.

Aber der Reihe nach: Nach der Finanzkrise 2008/09 retteten die Notenbanken die Finanzwirtschaft, indem sie den Banken faule Kredite in grossem Stil abkauften. Dadurch wurden sie unfreiwillig zu Gläubigern von zweifelhaften Schuldnern und blähten ihre Bilanzsumme massiv auf. In der Folge sorgten die Notenbanken mit dem sogenannten quantitativen Easing dafür, dass die Finanzmärkte mit reichlich Geld versorgt wurden und Aktien- und Obligationenkurse nicht kollabierten.

In der Coronakrise wiederholt sich diese Übung wieder, nur in weit grösserem Umfang. Als im März die Finanzmärkte taumelten und ein globaler Crash drohte, griffen die Zentralbanker ein. Um die Kurse zu stützen, kauften sie alles, was es zu kaufen gab. Selbst vor Junkbonds schreckten sie nicht zurück. Mit Erfolg: Obwohl der realen Wirtschaft eine schwere Rezession, ja gar eine Depression droht, erholten sich die Finanzmärkte in der Folge wieder erstaunlich rasch.

Das Resultat ist, dass die Notenbanken, allen voran die US-Fed, heute die wichtigsten Gläubiger auf den Finanzmärkten geworden sind. In der «Financial Times» spricht Robin Wigglesworth davon, dass der Markt für Staatsanleihen «de facto verstaatlicht» worden sei. Diese Entwicklung werde weitergehen, prophezeit Wigglesworth:

«Natürlich hat die Fed auch in vergangenen Krisen eingegriffen. Aber das war bescheiden im Vergleich zu dem, was wir dieses Jahr erleben. Obwohl Covid-19 ein aussergewöhnlicher und brutaler Schock war, werden wir auch in Zukunft bei jeder Abschwächung der Wirtschaft massive Interventionen der Zentralbanken zu erwarten haben.»

Ebenso ist die rasche Erholung der Aktienmärkte auf den Geldsegen der Notenbanken zurückzuführen. «Die Anleger fühlen sich bestätigt. Die Fed lässt uns nicht im Stich», sagt Thomas Stucki, Chief Investment Officer der St. Galler Kantonalbank.

Wer heute Aktien erwirbt, kann dies mehr oder weniger gefahrlos tun. Er weiss, dass die Zentralbanken erneut einschreiten werden, wenn es wirklich brenzlig zu werden droht. So lässt sich auch die absurde Diskrepanz zwischen der Entwicklung der Aktienmärkte und der realen Wirtschaft erklären.

FILE - In this Tuesday, March 3, 2020 file photo, Federal Reserve Chair Jerome Powell pauses during a news conference to discuss an announcement from the Federal Open Market Committee, in Washington.   The Federal Reserve says it will keep buying bonds, Wednesday, June 10,  to maintain low borrowing rates and support the U.S. economy in the midst of a recession. And it says nearly all the Fed’s policymakers foresee no rate hike through 2022. .(AP Photo/Jacquelyn Martin, File)
Jerome Powell

Der neue «König des Obligationen-Marktes»: Fed-Präsident Jay Powell. Bild: keystone

Nicht nur die Fed, auch andere Notenbanken eilen den Finanzmärkten zu Hilfe. Die Europäische Zentralbank hat ein Hilfsprogramm in der Höhe von 750 Milliarden Euro aufgelegt. Selbst die Deutschen willigen inzwischen ein, dass Eurobonds durch die Hintertür eingeführt werden.

Eine Wiederholung der Griechenland-Tragödie wie 2013 ist daher unwahrscheinlich geworden. «Die Gefahr, dass die Wirtschaftskrise in einer Schuldenkrise mündet, ist kleiner als 2008», so Stucki.

Die massiven Interventionen der Notenbanken zeigen jedoch politische Folgen. Ihre Unabhängigkeit wird zunehmend in Frage gestellt. Warum soll die Schweizerische Nationalbank (SNB) nicht die Coronarechnung begleichen, beginnt man sich auch hierzulande zu fragen. Die SNB verfügt in ihrer Ausschüttungsreserve über ein Polster von rund 80 Milliarden Franken. Zudem fallen die Kosten für das Coronavirus möglicherweise 10 Milliarden Franken tiefer als die angekündigten 30 Milliarden Franken aus. Das zumindest meldet die «NZZ».

epa08493058 Swiss National Bank's (SNB) Chairman of the Governing Board Thomas Jordan, leaves the semi-annual conference of Swiss National Bank (SNB BNS), in Bern, Switzerland, 18 June 2020.  EPA/ANTHONY ANEX

Muss sich gegen politische Einmischung wehren: SNB-Präsident Thomas Jordan. Bild: keystone

Das Argument einer drohenden Inflation indes hat viel von seiner Wirkung verloren. Für die unter 50-jährigen ist es ohnehin ein Spuk der Vergangenheit. Den letzten Teuerungsschub hat die Ölkrise ausgelöst – und das war in den Siebzigerjahren. In absehbarer Zukunft bleibt das Risiko überschaubar. «Der Einfluss des zusätzlichen Geldes auf die Inflationsentwicklung ist gering», sagt Stucki.

Sozialpolitisch hingegen ist die verkappte MMT der Notenbanken eine tickende Zeitbombe geworden. Die massiven Interventionen haben zu einer sogenannten Asset-Inflation geführt, will heissen: Wertpapiere und Immobilien sind bisher von der Coronakrise weitgehend verschont geblieben. Der Mittelstand hat davon wenig bis nichts, und irgendwann werden auch die grosszügigsten staatlichen Hilfsprogramme auslaufen.

Stephanie Kelton war Beraterin von Bernie Sanders. Sie versteht MMT nicht als Krücke für die Finanzmärkte, sondern als Instrument, um die reale Wirtschaft so zu gestalten, dass sie den normalen Menschen dient. Der Corona-Schock könnte der Auslöser sein, dass ihre Botschaft auch ankommt.

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85
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85Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Prolonomics 27.06.2020 11:10
    Highlight Highlight Sowas kann auch nur ein Amerikaner schreiben, der das Mass der Kreditwürdigkeit ist. Der Rest fürchtet sich vor den Ratingagenturen.
  • Booker 27.06.2020 09:57
    Highlight Highlight Wenn sich Staaten früher verschuldet hatten, die Wirtschaft darbte eine die Bevölkerung arbeitslos und hungrig war, dann zettelte man einfach einen Krieg an. Das kurbelt zumal niest kurzfristig die Wirtschaft an.
  • blueberry muffin 27.06.2020 01:23
    Highlight Highlight Das Perfide daran ist, dass Menschen aus Geldnot obdachlos sind, hungern oder auf medizinisch wichtige Behandlungen verzichten. Selbst in der USA, dass kein armes Land ist und Geld zur Wirtschaftsstützung wie blöd druckt.

    Aber hey, um Aktionäre zu "retten" wird gerne gedruckt, bis die Presse brennt. Was für eine bescheuerte Welt.
  • Major West 26.06.2020 13:36
    Highlight Highlight Wirtschaftsstudent hier (mit akzeptablen Noten):

    Fazit: Nach zweimaligem Durchlesen bin ich immer noch nicht schlauer
  • Imagine 26.06.2020 12:48
    Highlight Highlight Hm, Herr Löpfe, aufhören, wenn‘s spannend wird 🤔
    Würde mich doch sehr interessieren, wie die MMT den normalen Menschen dient. Denn darum geht es ja schlussendlich!
    Also gerne eine Fortsetzung 😉
    • npe 27.06.2020 17:39
      Highlight Highlight Bin ich auch dafür!
  • Bruno Wüthrich 26.06.2020 09:53
    Highlight Highlight Tja - die Geldschwemme bewirkt, dass Reiche in unanständigem Masse risikolos noch reicher werden, ohne dafür viel tun zu müssen.

    Dafür dürfen sie sich dann über Generationen die besten und sichersten Plätze auf dieser Welt sichern und sich auch sonst alles leisten.

    Es gab Zeiten, in denen man sich immerhin sicher sein konnte, dass die reichen Herrschaften dieser Welt im Gegenzug einen beträchtlichen Nutzen brachten.

    Dies ist heute in vielen Fällen nicht mehr der Fall. Wir lassen viel zu viele reiche Schmarotzer einfach gewähren. Viel lieber streichen wir einem Fürsorgeempfänger 100 Franken.
  • mrmikech 26.06.2020 08:12
    Highlight Highlight 2/2: Thema ist aber nicht das gelddrucken, Thema ist wer druckt und wo geht es hin. Wir leben schon längst in eine geführte Wirtschaft, es ist Zeit die Führung zu übernehmen. MMT versucht das zu erklären, es lohnt sich mal darin zu vertiefen bevor man urteilt.

    Klar, die Neo- und Ordoliberalen wollen nichts davon hören, sie sind halt Herr und Meister in The Truman Show.
  • mrmikech 26.06.2020 08:11
    Highlight Highlight 1/2 - Die Weltwirtschaft ist wie The Truman Show: Banken, Reiche und Grossfirmen profitieren von das gratis Geld, Immobilien und Aktien werden aufgepumpt - was kurzfristig interessant scheint, auch für die "Normalos", aber nichts weniger als ungebremste Inflation ist - Wirtschaftliche Macht wird konsolidiert und konzentriert, die Schere zwischen arm und reich geht immer weiter auf.
  • Share 26.06.2020 08:04
    Highlight Highlight Klientelwirtschaft und dann mit 260 volle Pulle in die nächste Wand. Easy-peasy. Bis die FED vom Staat übernommen werden muss? Und FB darf das nicht? Wieso? Too big to fail? Klientelwirtschaft und dann mit 260 volle Pulle in die nächste Wand. Easy-peasy.
  • Der Rückbauer 26.06.2020 07:37
    Highlight Highlight Ach ja, das "Geld aus dem Nichts" ist, in einem Wort ausgedrückt", ein Schneeballkreditbetrugssystem. Wenn du Geld auf deinem Bankkonto gutgeschrieben bekommst, gibst Du der Bank Kredit. Wenn du ein Banknötli hast, dann hast du wenigstens farbiges Papier. Wenn du Aktien hast, bist Du an Sachwerten beteiligt. Wenn du physisches Gold hast, kann's dir das Leben retten (Freikauf von Juden aus dem Warschauer Ghetto mit 7 Goldvreneli).
  • Der Rückbauer 26.06.2020 07:26
    Highlight Highlight Die MMT-Spinner sind etwa so gefährlich wie die Herdenimmunität-Befürworter zur Bekämpfung von Corona. MMT führt zu einer kompletten Verstaatlichung der Finanzindustrie, mit dem kleinen Unterschied, dass die Kohle unten nicht ankommt (die Reichen werden immer reicher) und das Risiko einer Hyperinflation von den Fleissigen getragen wird (welche immer ärmer werden).
    Griechenland: Die Reichen sind reicher geworden und das Volk ist verarmt.
    Aber noch herrscht Freude. Noch ist Kuchen äh Helikoptergeld für alle da.
    Google: Die 500 Milliarden Banknote.
  • rodolofo 26.06.2020 07:06
    Highlight Highlight Wenn ein Banker etwas sagt, dann muss man einfach mit einberechnen, dass er dabei immer im Hinterkopf hat, wie er das "Affenhaus Börse" pädagogisch aufzubauen versucht.
    Denn -aus dem inneren Zirkel der Macht kommend- weiss er, dass das knallhart solide Finanz-Business im Grunde auf Sand gebaut ist. Und dieser Sand besteht aus Psychologie und Glauben.
    Solange die Spekulanten und Investment-Profis GLAUBEN, dass hohe Staatsschulden kein Problem sind, sind sie auch kein Problem...
    Denn spekuliert und gehandelt wird ja trotzdem.
    Was aber, wenn doch?
    Hoch verschuldete Staaten sind handlungsunfähig.
  • Stefan Morgenthaler-Müller 26.06.2020 06:48
    Highlight Highlight "Wenn es den Reichen gut geht, geht es uns allen gut."

    SVP Werbespruch
    • rodolofo 26.06.2020 07:14
      Highlight Highlight Die abbeiten dann bei diesen Reichen als Gärtner, Putzfrauen, Hauslieferdienste, Renovierer, Innen-Architekten, Aussenarchitekten, Auto-Service, Nagel-Lackierer, Hilfslehrer, und und und!
      Wenn ich rüber schaue zu den viel verdienenden Nachbarn, dann bin ich beeindruckt davon, zu sehen, was da täglich gemacht und geleistet wird!
      Immer wieder sind aufgedrehte Super-Typen zu hören, die auf der Veranda draussen ihre Offerten präsentieren!
      Wenn bei mir der Effeu das Dach erreicht, hole ich die Baumsäge und mache "Ratsch ratsch ratsch", dort wo der Efeu zuer Erde heraus wächst.
      Das war's... ;)
    • Der Rückbauer 26.06.2020 07:28
      Highlight Highlight Oder: Wie ziehe ich das Volk über den Tisch und vermittle ihm die dabei entstehende Reibungshitze als Nestwärme.
  • Domimar 26.06.2020 06:36
    Highlight Highlight Wem kommt die Geldschwemme hauptsächlich zu Gute? Den Finanzmärkten. All die Hobby-Aktionäre und PKs erhalten Peanuts. Es gibt hauptsächlich eine Gruppe von Menschen, die davon profitiert. Damit meine ich nicht kleine Millionäre sondern Personen mit Vermögenswerten von 50-100 Mio aufwärts. Wenn Geld im grossen Stil gedruckt wird, wie ist wohl die Verteilung dieses Geldes? Warum soll das gut sein? Damit wir die Schere noch weiter öffnen? Sorry but not sorry, ich wurde mit der Einstellung erzogen, dass Schulden schlecht sind. Und das Prinzip wende ich auch auf den Staat an.
    • Stefan Morgenthaler-Müller 26.06.2020 07:06
      Highlight Highlight Schulden sind nicht per se schlecht. Wenn Sie Vermögen haben, werden sie es investieren, also jemanden zum Schuldner machen. Wenn Sie ein Unternehmen aufbauen wollen, brauchen Sie Geld, das Sie am Anfang vielleicht in dem Masse nicht haben.

      Investitionen führen gesamtgesellschaftlich zu mehr Wohlstand, da müssen Sie sich nur die Staaten anschauen, in denen Investitionen ausbleiben.

      Da es einerseits eine Klasse gibt, die immer mehr Vermögen anhäuft, muss es eben auch die Kehrseite geben, nämlich die Schuldner. In der Summe gibt Plus und Minus dann 0 ;-)

      "Geld arbeitet" Bank Werbespruch
    • Domimar 26.06.2020 07:26
      Highlight Highlight @Morgenthaler mag sein, aber das funktioniert nur mit einem der nachfolgenden Grundsätze (oder kummulativ): Jemand wird ausgebeutet oder es entsteht eine Wachstumsspirale. Das mittlerweilen klar sein dürfte, dass die Ausbeutung mal gestoppt werden sollte ist klar und das die Wachstumsspirale unseren Planeten nachhaltig zerstört ist inzwischen auch fakt. Da kann man noch lange von tollen neuen Technologien fabulieren, der Punkt ist, sie werden nicht weltweit nachhaltig angewendet, daher ist es per se schlecht.
    • Stefan Morgenthaler-Müller 26.06.2020 09:18
      Highlight Highlight @Dom. Ja, wie wir ökonomisch handeln, hat direkten Einfluss auf jedes menschliche Leben auf diesem Planeten. Darum ist die Frage auch entscheidend: Wir organisieren wir uns als Gesellschaft. Und diese Frage wurde mit "Kapitalismus" beantwortet.

      Im Zentrum steht der Unternehmensgewinn und damit so ein Gewinn nunmal erwirtschaftet werden kann, muss jemand weniger für seine Arbeit bekommen, als sie das Unternehmen kostet (Arbeiter bekommt pro h CHF50, Kunde bezahlt 170) oder der Kunde bezahlt für ein Produkt/Dienstleistung mehr, als er müsste.

      Oder wie erklären Sie sich den Unternehmensgewinn?
    Weitere Antworten anzeigen
  • GraveDigger 26.06.2020 06:35
    Highlight Highlight Endlose Gelddruckerei führt nur dazu dass Geld immer schneller von Unten nach oben geschaufelt wird.
    Jeder wertlose $£€ der geschaffen wird, treibt die Fallhöhe des Schuldgeldsystems. Die Spirale Geldschaffung und Entwertung wird immer schneller drehen und man wird versuchen mit noch mehr Geld den Zyklus am laufen zu halten. Der tiefe Zins tut noch seinen Rest zur Implosion. Die Banken und vor allem die Sparer leiden schon jetzt extrem unter der Situation der 0-Zinspolitik.

    Höhere Geldmenge hat noch NIE in der Geschichte des Geldes funktioniert.

    Game Over - und das schon bald
  • Schneider Alex 26.06.2020 05:39
    Highlight Highlight „Der Zusammenhang zwischen wachsender Zentralbank-Geldmenge und Inflation war schon immer durch lange und unwägbare Verzögerungen geprägt, wie es bereits Milton Friedman dargelegt hat. Weil die Verzögerung heute besonders gross ist, wird der Zusammenhang nun von vielen in Abrede gestellt. Aber früher oder später wird er wirksam werden, wenn die Zentralbanken nicht rechtzeitig korrigieren.“ (Prof. Ernst Baltensperger in Weltwoche Nr. 25/2019, 19.6.19)
  • Schneider Alex 26.06.2020 05:37
    Highlight Highlight Und wenn die Wirtschaft wieder stark anziehen würde? Ist dann nicht auch in der Realwirtschaft mit Preissteigerungen zu rechnen, um die Verluste der Vergangenheit zu kompensieren.
  • Locutus70 26.06.2020 03:25
    Highlight Highlight Das mit dem Geld drucken je nach Gusto hat ja schon in den 1980er Jahren angefangen (damals natürlich in für heutige Verhältnisse bescheidenen Stil).
    Es ging dann munter weiter mit 5 oder 6 extremeren Ausschlägen (Krisen).
    In all diesen Jahren sind die kaufkraftbereinigen Löhne kaum gestiegen, jedoch die Finanzmärkte aufgebläht, die Aktienmärkte explodiert und wenige immer reicher geworden.
    Wenn dann Stephanie Kelton behauptet MMT dient den normalen Menschen ist das einfach unfassbar.
  • Ökonometriker 26.06.2020 01:35
    Highlight Highlight Die Sache mag gut gehen - bis die Zinsen steigen. Dann sieht NMT plötzlich alt aus. Das kann schnell gehen: 1986-1991 stieg die Inflation in der CH von 0% auf 15%; die Zinsen zogen mit.

    Jetzt ratet mal was passiert, falls beispielsweise Trump Erfolg hat und China sich geldpolitisch öffnet...
    Es gäbe weitaus schlauere Mittel, um Vermögensdisparität zu bekämpfen.
  • rudolf_k 26.06.2020 01:11
    Highlight Highlight „Wie leben bereits mit einer Art von MMT“ Wow, Wahnsinn. Wie leben mit einer Theorie. Echt bemerkenswert.
  • Antinatalist ⚠ Lockdown-Fan-Club 26.06.2020 01:04
    Highlight Highlight Dieser Beitrag wurde gelöscht. Bitte beachte die Kommentarregeln.
  • geissenpetrov 26.06.2020 01:02
    Highlight Highlight Sehr gut erklärt wird die MMT auf dem folgenden Kanal. Für alle, die das Buch von Kelton noch lesen möchten: Spoiler-Warnung!

    Play Icon
  • Hana Meier 26.06.2020 00:24
    Highlight Highlight Das Problem ist das viele Länder bereits in guten Zeiten das Schuldenmachen bis ans Äusserste treiben um die Wirtschaft quasi auf Stereoide zu setzen. In schlechten Zeiten gibts dann aber kaum mehr Luft nach oben. Noch 1-2 Corona-Vorfälle und einige Länder sind im Staatsbankrott. Die Schweiz macht das schon richtig mit ihrer Finanzpolitik. Es ist ein Irrtum zu glauben es kämen nur noch gute und bessere Zeiten. Nur dann hätte das Schuldenmachen keine Konsequenzen. Ein weiterer Punkt der mich stört: Wenn man Wertpapiere nur mit der Intention herausgibt ihrn Wert verwässern zu lassen, wer kauft?
  • Popo Catepetl 26.06.2020 00:11
    Highlight Highlight Ich bin kein Profi auf diesem Gebiet. Aber täuscht es mich oder machen das die USA nicht schon lange? Ein ausgeglichener Haushalt muss gar nicht sein, solange die Konjunktur brummt oder/und alle dasselbe machen. Wenn alle Schulden haben, sind die Schulden scheissegal. Die bedienst du, alle (die Geld haben) profitieren, die Realwirtschaft geht nicht komplett den Bach runter und gut is. So kommts mir mittlerweile vor.
  • Nonald Rump 25.06.2020 23:47
    Highlight Highlight Klar müssen wir keine Angst vor Schulden haben. Bis zu dem Tag, an dem wir es plötzlich müssen. Solche Analysen sind doch nichts mehr als ein Münzwurf: Entweder trifft es so ein, oder eben nicht. Hauptsache mal was geschrieben.
  • Selbstverantwortin 25.06.2020 23:14
    Highlight Highlight Die Jungen sollen Inflation nicht kennen?
    Und warum können sie sich Wohnraum nicht mehr kaufen? Warum wohl?
    Wohlstand durch Geld drucken oder via Verschuldung hat noch nie funktioniert.
  • Sälüzäme 25.06.2020 22:03
    Highlight Highlight Die steigenden Imopreise und Aktienkurse sind nichts anderes als eine Inflation. Unser Geldsystem ist auf Kredit, kommt von Credere = Glauben, aufgebaut, denn jeder Schuld steht ein Guthaben gegenüber, im Glauben das Geld wieder zu bekommen. So gesehen stimmt die MMT, es wird aber unweigerlich in einer "Reform des Finanzsystems" enden und nur Sachwerte und Bildung behalten einen Wert, Geld in Form von Sparhefte, BVG, Giro, Bares, Lebensversicherungen usw. wird nichts mehr wert sein.

    Im 2016 gab es 41x mehr Geld als das weltweite BSP und jetzt nach Corona?

    Nach der Krise ist vor der Krise.
  • FaridBang3000 25.06.2020 21:30
    Highlight Highlight als ob dieses geld irgendwannmal in der realwirtschaft ankommt. schaut doch die usa an, diesen monat gab es einen rekordanstieg an insolvenzen der kmu, die arbeitslosen werden so schnell auch nicht wieder angestellt. diese geldschwemme nutzt einzig den reichen, die nun ihre aktienpakete doch noch teuer auf den markt schmeissen können. haben die das dann mal getan, sacken die märkte langsam über mehrere jahre ab (siehe auch: jede wirtschaftskrise zuvor). das nachsehen haben all jene kleinanleger, die jetzt mit "fed got your back" und "stonks only go up" kaufen ohne zu wissen, was abgeht.
  • Bruno Meier (1) 25.06.2020 21:20
    Highlight Highlight "Der Krug geht zum Brunnen bis er bricht." Genau so funktioniert das mit dem Geld drucken. So lange die Mehrheit daran glaubt, dass sie für ein Stück bedrucktes Papier einige Servelats bekommen und der Metzger sich sicher sein kann, dasss er wiederum dafür eine Gegenleistung erhält, so lange läuft das Schneeballsystem "Geld drucken ohne Konsequenzen". So lange sich die Spirale weiter dreht, geht es, aber ALLE diese Schlauberger hat es irgendwann erwischt, Dotcom Blase, Imobilienblase, etc. Wenn der Wirt im Restaurant die Rechnung bringt, bestelle ich einfach weiter, so läuft es im Moment!
  • Telomerase 25.06.2020 21:09
    Highlight Highlight Ja, wir müssen keine Angst vor Schulden haben. Das Problem können wir erfolgreich an unsere Kinder weiterreichen.
    • Antinatalist ⚠ Lockdown-Fan-Club 26.06.2020 01:20
      Highlight Highlight Was für ein Glück, habe ich die richtige Einstellung! 😅
  • wurzeli 25.06.2020 20:56
    Highlight Highlight Für mich erstaunlich, dass gut bezahlte Ökonomen seit 10 Jahren über keine valablen und einigermassen allgemeingültigen Modelle mehr verfügen, mit denen sie die Realität beschreiben können. Annahmen und Glaubenssätze kann ich auch selber treffen.
    • PC Principal 26.06.2020 00:21
      Highlight Highlight Die Realität kann man gar nicht so schlecht beschreiben. Zum Beispiel versteht man heute einigermassen, was 2008 passiert ist. Schwieriger ist es natürlich, die Zukunft vorherzusagen weil das vom Verhalten der Menschen abhängt und weil man nie alle Variablen berücksichtigen kann.
  • Lustiger Baum 25.06.2020 20:50
    Highlight Highlight Einfach den Drucker anwerfen und gut ist. Wichtig ist nur dass es den Milliardären gut geht. Also Ruhe jetzt und weiter arbeiten!
    • Antinatalist ⚠ Lockdown-Fan-Club 26.06.2020 01:21
      Highlight Highlight Du hast vergessen, die Leute auch aufzufordern, für Arbeiternachschub zu sorgen.

      Weiterkopulieren!
  • SJ_California 25.06.2020 19:38
    Highlight Highlight Wer wird gerettet?
    - Banken
    - Grosskonzerne
    - Wertpapierbesitzer (zu welchen unsere BVG-Institutionen einen grossen Teil ausmachen)

    Hingegen gibt‘s keine Unterstützung mehr für Selbständige und KMU-Inhaber.

    Wieso muss der Finanzmarkt ums Verrecken bei jeder Krise gerettet werden? Allenfalls würde eine Systemreform unsere Vorsorge- und Banksparguthaben nachhaltiger schützen?

    Je länger je mehr bin ich pro Sanders-Ideen: bedingungsloses Grundeinkommen, bezahlbare Gesundheitsversorgung für Alle, MMT, etc.


    • Hana Meier 27.06.2020 16:14
      Highlight Highlight Ist ja nicht so das der Bund gerade 40 Mrd. dafür ausgegeben hätte...
  • CalibriLight 25.06.2020 19:22
    Highlight Highlight Danke für diesen Artikel - so richtig!
  • De-Saint-Ex 25.06.2020 19:15
    Highlight Highlight Danke. Sehr interessant und aufschlussreich. Ist aber zu befürchten, dass es beim Wunsch der Frau Kelton bleiben wird, da insbesondere jene, denen es (auch mal) zugutekommen würde, sich von der anderen überreden lassen, dagegen zu sein.
  • Gopfidam 25.06.2020 19:15
    Highlight Highlight Wenn wir so weitermachen, fehlen irgendwann mal die Bäume um das Geld zu drucken 😜
  • Platon 25.06.2020 18:55
    Highlight Highlight Da gibt es nur ein Problem. Versuch mal einem Schweizer zu erklären, dass Staatsschulden nichts schlimmes sind! Habs versucht, bin immer wieder gescheitert. Die Leute hier lieben unseren Ueli mit seiner Schuldenbremse und nehmen es als gottgegeben, dass die Reichen immer reicher werden. Ganz humorvolle Leute behaupten dann noch, diese Leute hätten es sich „erarbeitet“🤦🏻‍♂️
    • Philipp Löpfe 25.06.2020 18:59
      Highlight Highlight #Platon: Seufz! Story of my life.
    • dmark 25.06.2020 19:42
      Highlight Highlight Erarbeitet? Eher erarbeiten lassen... Ausserdem sind wir doch mal ehrlich - mit Arbeit alleine ist noch keiner wirklich reich geworden.
      Staatsschulden sind heutzutage eigentlich "normal" geworden. Ich glaube es gibt kein Land auf diesem Planeten, welches keine hat.
    • Philipp Löpfe 25.06.2020 21:22
      Highlight Highlight #Platon: Schau dir die Kommentare an. Es ist deprimierend.
    Weitere Antworten anzeigen
  • d10 25.06.2020 18:42
    Highlight Highlight Unbegrenztes Gelddrucken ist natürlich der feuchte Traum der Bernie-Anhänger, so liesse sich sein Programm finanzieren. Wo uns das heutige massive Gelddrucken hinführt weiss niemand, es gibt keinen Präzedenzfall in der Geschichte dafür. Es gibt aber einige Beispiele, die zuerst in Deflation und dann in massiver Hyperinflation endeten.
    • De-Saint-Ex 25.06.2020 19:55
      Highlight Highlight Nice try! Als ob das muntere Gelddrucken ohne Bernie‘s feuchte (igitt) Träume nicht stattfinden würde. Aber kommt für Dich wohl drauf an wem‘s zugute kommt?!
    • T13 25.06.2020 20:40
      Highlight Highlight Wenns für die Allgemeinheit ist = Böse
      Wenns für die reichen und superreichen ist = gut
      Ist was du sagen willst?
    • d10 26.06.2020 02:06
      Highlight Highlight @De & @t13 Frau Kelton, auf deren Buch dieser Artikel beruht, wird darin als Ex-Beraterin von Bernie vorgestellt. Ich halte ihre Theorie für abenteuerlich, unabhängig davon wem's zu Gute kommt. Bernie's Flügel hat bereits öfters solche Ideen gebracht.

      Ja, es findet bereits massiv statt und kommt praktisch nur den 0.001% zu Gute, was zum Kotzen ist! Falls Frau Kelton's Theorie nicht stimmt, werden die 99.999% die Folgen ausbaden.
    Weitere Antworten anzeigen
  • PC Principal 25.06.2020 18:35
    Highlight Highlight haha money printer go brrrrr
    Benutzer Bild
    • Gipfeligeist 25.06.2020 23:46
      Highlight Highlight und auch alle politischen Spektren, haha still goes brrrrr
      Benutzer Bild
  • namib 25.06.2020 18:25
    Highlight Highlight Die Kernaussage muss uns allen Angst machen: nach der Finanzkrise hat die Assetinflation die Schere zwischen arm und reich weiter aufgespannt. Die jüngste Geldschwemme wird diesen Trend weiter verstärken.
    Meiner Meinung nach sind der Aufschwung von populistischen Parteien, Brexit und Massenproteste wie zB der Gilets Jaunes eine indirwkte Folge dieser Entwicklung. Die Geldschwemme mag unser Wirtschaftssystem über Wasser halten aber der siziale Frieden ist akut gefährdet. Sehr ungesund und brandgefährlich!
    • Antinatalist ⚠ Lockdown-Fan-Club 26.06.2020 01:15
      Highlight Highlight Das kratzt die, die am Hebel sind, herzlich wenig. Die konzentrieren sich auf die, die obenauf schwimmen. Wer unter die Räder kommt, hat eben Pech. Viele haben's immer noch nicht begriffen, dass sie eigentlich nur existieren, um sich zu vermehern, damit das System weiter so funktionieren kann. Die Obenaufschwimmer bleiben zahlenmässig immer in einer Minderheit. Dass aber eine Minderheit es locker schafft, eine Mehrheit zu unterjochen, das zeigt sich überall immer wieder. Sollte es irgendwo mal kippen, dann sind das kleine Brandherde, die nicht weiter ins Gewicht fallen.

      Weiterbewirtschaften!
    • mrmikech 26.06.2020 08:15
      Highlight Highlight Ich stimme voll zu. Die Geldschwemme ist aber an sich nicht das Thema, es geht darum dass das Geld bei die falsche ankommt.
  • mycredo 25.06.2020 18:10
    Highlight Highlight Das ist ein guter, knapper Überblick zur aktuellen MMT-Diskussion. Weshalb braucht es dann einen reisserischen Titel, der nicht mit dem Inhalt korrespondiert? „Wie wir lernten, die Schulden zu lieben“. Ich zumindest konnte aus dieser Analyse nicht rauslesen, ob der Autor pro oder contra MMT ist.
    • Philipp Löpfe 25.06.2020 19:00
      Highlight Highlight #Hängt damit zusammen, dass der Autor selbst noch unsicher ist. Die Lektüre von Keltons Buch empfiehlt er jedoch wärmstens.
    • Antinatalist ⚠ Lockdown-Fan-Club 26.06.2020 01:17
      Highlight Highlight Das ist doch ordentlich! Dann hat er's geschafft, einen neutralen Bericht zu verfassen. So, wie das immer gewünscht wird.
    • mycredo 26.06.2020 09:23
      Highlight Highlight Das Buch ist auf jeden Fall bestellt. Ich war an einem interessanten Vortrag von Frau Kelton im Januar in Zürich und schon damals war das Interesse an MMT gross. Heute würde der Saal wohl nicht mehr ausreichen.
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