Wirtschaft
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NEW YORK, NY - DECEMBER 04: Protesters march through a McDonalds demanding a raise on the minimum wage to $15 per hour on December 4, 2014 in New York, United States. The movement, driven largely by fast food workers, has risen in prominence in the past year; today's protests were also joined by demonstrators angry at the Grand jury verdict to not indict the police officer who killed Eric Garner in July, 2014.   Andrew Burton/Getty Images/AFP
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Angestellte der Fast-Food-Kette McDonald's fordern in New York einen höheren Mindestlohn. In Industriestaaten sind die Löhne in den vergangenen Jahren nur gering gestiegen. Bild: GETTY IMAGES NORTH AMERICA

Studie der Arbeitsorganisation ILO

Die Löhne steigen in der Schweiz nur leicht, aber immer noch deutlich stärker als in anderen Industriestaaten 



Der weltweite Reallohnzuwachs hat sich 2013 auf 2 Prozent verlangsamt, nach 2,2 Prozent im Jahr 2012. Damit liegt der Zuwachs unter dem Niveau von jährlich rund 3 Prozent vor der Finanzkrise, wie die Internationale Arbeitsorganisation ILO am Donnerstag bekannt gab.

Getragen war das spärliche Lohnwachstum fast vollständig von den Schwellenländern, vor allem China. In den Schwellenländern der G20 erhöhten sich die Reallöhne um 5,9 Prozent. In den Industrieländern erreichte das Wachstum hingegen nicht mehr als 0,2 Prozent.

0,9 Prozent in der Schweiz

Mit einem Wachstum von 0,9 Prozent lag die Schweiz in der Statistik zwar ebenfalls in grosser Entfernung zu den Schwelleländern, aber doch höher als andere Industrieländer. Die Reallöhne stiegen somit in der Schweiz überdurchschnittlich gegenüber anderen Industrieländern.

«In den zwei vergangenen Jahren folgte der Lohnzuwachs in den Industrieländern fast einer flachen Kurve, die in einigen Ländern sogar nach unten zeigte», sagte die stellvertretende ILO-Generaldirektorin Sandra Polaski bei der Präsentation des alle zwei Jahre erscheinenden Berichts zur weltweiten Lohnentwicklung in Genf.

Die schwache Lohnentwicklung habe Druck auf die wirtschaftliche Leistung ausgelöst, zu einer schwachen Erholung in der Mehrheit der entwickelten Länder geführt und damit das Risiko einer Deflation in der Eurozone erhöht, fügte Polaski hinzu.

Teilweise unter 2007

In einigen Industrieländern lagen die mittleren Löhne 2013 sogar unter dem Niveau von 2007, so etwa in Spanien, Griechenland, Italien, Grossbritannien und Japan.

Weltweit gibt es grosse Unterschiede in der Lohnentwicklung. 2013 erhöhten sich die Löhne in Asien beispielsweise um 6 Prozent, in Lateinamerika hingegen nur um 0,8 Prozent. Für die Hälfte des globalen Lohnzuwachses ist das seit 15 Jahren anhaltende Lohnwachstum in China verantwortlich.

Der Bericht zeigt zudem, dass sich die durchschnittlichen Löhne der Schwellenländer in den letzten zehn Jahren langsam an diejenigen der Industrieländern angenähert haben. Allerdings sind die in Kaufkraft gemessenen Löhne der reichsten Länder im Durchschnitt mit 3000 Dollar immer noch drei Mal so hoch wie in den Schwellen- und Entwicklungsländern. So beträgt der mittlere Monatslohn in den USA etwa mehr als das Dreifache als in China.

Der ILO-Bericht zeigt weiter, dass Frauen, Einwanderer und Arbeiter der Schattenwirtschaft weiterhin bei den Löhnen benachteiligt werden.

Löhne halten nicht Schritt mit Produktivität

Grafik von der ILO-Website zum Global Wage Growth Report. Gezeigt wird die Entwicklung der Produktivität (blau) und der Löhne (rot) von 1999-2013. Quelle: http://www.ilo.org/global/research/global-reports/global-wage-report/2014/Charts/WCMS_322713/lang--en/index.htm

Die Produktivität (blau) ist seit 1999 deutlich stärker gestiegen als die Löhne (rot) quelle: ILO

Zudem wies die Arbeitsorganisation auf eine besorgniserregende Entwicklung hin: Die Arbeitsproduktivität wachse weiterhin schneller als die Löhne in den Industrieländern. Die Arbeitseinkommen machten einen immer geringeren Anteil am Bruttoinlandprodukt (BIP) aus.

Wenn mehrere Länder versuchten, ihre Exporte auf Kosten der Löhne und der Sozialleistungen zu erhöhen, könnte dies die Produktion und den Handelsverkehr stark hemmen, warnte die Arbeitsorganisation. Der Druck auf die Löhne erhöhe zweifellos das Deflationsrisiko in Europa, sagte Polaski.

Erstellt hat den Bericht übrigens Patrick Belser, der vor seiner Tätigkeit bei der ILO in der Schweizer Bundesverwaltung gearbeitet hat. Im Video unten erklärt er die Ergebnisse des Berichts in zwei Minuten. Und wer mehr wissen will, schaltet sich am kommenden Montag um 15 Uhr auf Belsers Ask Me Anything-Session auf Reddit ein. (So funktioniert Behördenkommunikation heute.)

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(trs/sda)

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