Esprit schliesst alle Filialen in Deutschland und wird an britischen Investor verkauft
Der Modekonzern Esprit verkauft seine Markenrechte für Europa. Die Geschäfte in Deutschland sollen dichtmachen, die Marke aber fortbestehen.
Der Modekonzern Esprit schliesst bis zum Jahresende alle seine 56 Filialen in Deutschland. Rund 1300 Mitarbeiter verlieren ihren Job, wie die Deutsche Presse-Agentur erfuhr. Bereits im März dieses Jahres hatte das Unternehmen die Schliessung von 23 Läden in der Schweiz angekündigt.
Die Markenrechte für das insolvente europäische Geschäft sollen an den britischen Finanzinvestor Alteri verkauft werden. Zum Kaufpreis wollte Esprit keine Angaben machen. Die Gesellschaften sollen demnach abgewickelt, die Produkte in den Filialen abverkauft werden.
Der Finanzinvestor übernimmt nicht das operative Geschäft, also weder Filialen noch Arbeitnehmer. Die insgesamt Stellen in den Läden und der Zentrale in Ratingen fallen dadurch weg. Die Gläubigerausschüsse der sieben insolventen deutschen Esprit-Gesellschaften haben sich für das Angebot von Alteri ausgesprochen, heisst es in einer Mitteilung des Unternehmens.
Esprit soll als Marke eine Zukunft haben
Esprit soll als Marke in absehbarer Zeit weitergeführt werden, heisst es. Alteri gehört unter anderem das Modeunternehmen CBR Fashion mit den Marken Street One und Cecil.
Die Esprit Europe GmbH sowie sechs weitere Gruppengesellschaften des Modekonzerns hatten im Mai einen Insolvenzantrag in Eigenverwaltung gestellt. Das Verfahren war am 1. August vom Amtsgericht Düsseldorf eröffnet worden. Die Esprit Europe GmbH ist die Obergesellschaft für Esprit in Deutschland, Frankreich, Belgien, Österreich, die skandinavischen Länder, Polen und Grossbritannien. Einkauf und Vertrieb sind in diversen europäischen Tochter- und Enkelgesellschaften organisiert.
Geschäfte ausserhalb Europas nicht betroffen
Esprit ist weltweit in rund 40 Ländern aktiv. Die Geschäfte ausserhalb von Europa sind von der Insolvenz nicht betroffen. Die Hauptgesellschaft des Konzerns, die Esprit Holding, sitzt in Hongkong. Deutschland ist jedoch der wichtigste Markt für den Konzern.
Der Modekonzern Esprit hatte bereits im Jahr 2020 ein Schutzschirmverfahren für mehrere deutsche Gesellschaften beantragt. Damals waren rund 50 Filialen in Deutschland geschlossen worden, etwa 1100 Stellen wurden gestrichen. (leo/sda/awp/dpa)
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