Wirtschaft
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Air France planes are parked on the tarmac at the Charles de Gaulle International Airport in Roissy, near Paris on the second week of a strike by Air France pilots September 22, 2014. SNPL, the main French pilots union, on Monday rejected a management proposal for an end to a week-old Air France pilots strike, calling the plan a

Maschinen der Air France auf dem Flughafen Charles de Gaulle in Paris. Bild: X00198

Frankreich will Umweltsteuer auf Flugtickets einführen – und erntet Kritik aus Deutschland



Ab Anfang 2020 will Frankreich eine Umweltsteuer auf Flugtickets erheben. Kritik daran gibt es von mehreren Seiten. Sie fordern statt einem nationalen Alleingang eine gemeinsame Lösung in Europa.

Frankreich will ab Anfang 2020 alle Flüge besteuern, die in Frankreich starten. Ausnahmen gebe es für Anschlussflüge und Flugreisen auf die französische Mittelmeerinsel Korsika und in die französischen Überseegebiete. Die Ökosteuer werde je nach Art des Tickets zwischen 1.50 und 18 Euro betragen, sagte die französische Verkehrsministerin Élisabeth Borne am Dienstag.

Für alle anderen Inlands- und innereuropäischen Flüge fallen laut der Ministerin für Tickets in der Economy-Class 1.50 Euro an. Die Umweltsteuer für ein Business-Class-Ticket soll neun Euro betragen. Flugtickets zu Zielen ausserhalb Europas sollen mit drei Euro in der Economy-Class und 18 Euro in der Business-Class besteuert werden, wie Borne berichtete.

Der Staat wolle damit jährlich bis zu 182 Millionen Euro einnehmen. Das Geld werde dann in umweltfreundlichere Infrastrukturen investiert, vor allem in das Schienensystem.

Wie reagieren die EU-Partner?

Kritik am Vorgehen im Nachbarland kam vom Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL). Hauptgeschäftsführer Matthias von Randow sprach sich generell gegen nationale Alleingänge, wie auch bei dem deutschen Vorgehen, und für ein gemeinsames Agieren der EU-Mitgliedsstaaten aus. Alles andere führe zu einer «Wettbewerbsverzerrung».

Matthias von Randow, Executive Director of the German Aviation Association address the media during a joint press conference with German Transportation and Digital Infrastructure Minister Alexander Dobrindt where they presented an interim report of a task force group on the Germanwings crash, in Berlin, Germany, Tuesday, June 30, 2015. Lufthansa offered financial compensation on Tuesday to relatives of people killed in the Germanwings crash three months ago in a proposal that a lawyer representing many German families immediately described as inadequate. (AP Photo/Michael Sohn)

Matthias von Randow: Der Hauptgeschäftsführer des BDL kritisiert einen nationalen Alleingang. Bild: AP/AP

Die deutsche Luftverkehrssteuer wird seit 2011 mit deutlich höheren Sätzen von aktuell 7.38 Euro bis 41.49 Euro erhoben als nun in Frankreich geplant. Sie spülte im vergangenen Jahr knapp 1.2 Milliarden Euro in den Bundeshaushalt. Der BDL beklagt seit langem die einseitige Belastung deutscher Airlines und Flughäfen. Das Geld könne wirksamer für neue, effizientere Flugzeuge eingesetzt werden.

Die Niederlande drängten in der Debatte vor wenigen Wochen auf eine europaweite Flugbenzin-Steuer. Dies sei eine wirkungsvolle Massnahme für den Klimaschutz, sagte der Staatssekretär für Finanzen, Menno Snel. Die niederländische Regierung verwies auf eine wissenschaftliche Studie, wonach eine Kerosin-Steuer den CO2-Ausstoss um elf Prozent verringern würde.

Zur Zeit ist es nach einer Konvention von 1944 nicht möglich, dass Staaten Flugbenzin besteuern. Die Niederlande wollen 2021 zumindest ebenfalls eine nationale Flugsteuer einführen. Im Gespräch waren sieben Euro pro Ticket.

Welche Bedeutung hat das für die Schweiz?

Eine europaweite Lösung würde auch der Schweiz zupass kommen. Zuletzt war hierzulande eine Flugticketabgabe im Nationalrat im Rahmen des CO2-Gesetzes noch gescheitert. Inzwischen hat sich der Wind allerdings gedreht, so will die FDP inzwischen Hand für eine Kerosinabgabe bieten. Sie fordert allerdings, dass sich die Schweiz gleichzeitig für eine international koordinierte Besteuerung von Kerosin einsetzt, welche die Flugticket-Abgabe dann ablösen soll. Als nächstes wird sich der Ständerat mit dem CO2-Gesetz befassen.

Nach Einschätzung des Airline-Verbandes IATA wird auch in diesem Jahr die Passagierzahl weltweit um 5 Prozent auf 4.6 Milliarden zulegen. Zwar ist der Luftverkehr nur für knapp 3 Prozent der weltweiten Co2-Emissionen verantwortlich, doch fehlt es angesichts des stetigen globalen Wachstums an einer positiven Perspektive in diesem Sektor. Anders als im landgebundenen Verkehr oder bei der Energiegewinnung stehen bei Flugzeugen mittelfristig keine technische Alternative zu den Verbrennungsmotoren zur Verfügung. (sda/awp/dpa)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Bosshard Matthias 11.07.2019 13:52
    Highlight Highlight Ja macht fliegen viel teurer dann muss ich nicht so lange anstehen. "ironie off"
  • Avenarius 10.07.2019 11:41
    Highlight Highlight Gute Idee, die niemandem weh tut, für eine guten Zweck. Umsetzen !
  • runner 10.07.2019 07:30
    Highlight Highlight Soso, die Deutschen kritisieren: Seit vielen Jahren zahlen Firmen, die nach Deutschland exportieren, einen Verpackungsmüllsteuer. Die Firmen sind verpflichtet, die Mengen an Glas, Pappe, Papier, Kunststoff etc. bei der "Stiftung" LUCID zu melden und werden jedes Jahr abgezockt. Und das nicht zu knapp. Wieder eine Steuer, damit der Wähler nicht merkt, wie er eine neue Steuer zahlt. So kann man die Mehrwertsteuer (relativ) tief halten und die Wähler täuschen.
  • Hexenkönig 09.07.2019 22:24
    Highlight Highlight Klimapolitik in a nutshell:

    Niemand macht was --> "Wacht auf! Macht endlich was!"
    Jemand macht was --> "Macht es lieber gar nicht, anstatt alleine!"
  • Cpt. Jeppesen 09.07.2019 21:00
    Highlight Highlight Liebe Redaktion, es gibt 2 Arten von Flugzeugkraftstoffen. Flugbenzin und Kerosin.
    Flugbenzin wird für Kolbenmotoren verwendet und ist sehr hoch besteuert (rund 50%). Der Liter kostet ca. 2.75.
    Kerosin hingegen wird für Düsenflugzeuge verwendet und ist im gewerblichen und internationalen Luftverkehr steuerfrei. In dieser Debatte geht es um Kerosin. Das das Chicagoer Übereinkommen von 1944 regelt den Luftverkehr weltweit. Dort wird auch die Besteuerung geregelt. 192 Länder haben dieses Abkommen unterzeichnet und müssen einer Änderung zustimmen. Und das ist das Problem.
    • Beat-Galli 10.07.2019 06:10
      Highlight Highlight Wenn es ein Chicagoer Abkommen ist, können wir es ja ignorieren.
      Gilt nur für die Amis und Doofsäcke welche nicht merken, dass diese unsere Gesetzte mit Füssen treten.
      (Hinten durch)
  • Nonkonformist 09.07.2019 20:52
    Highlight Highlight Also 1.50 können sie meinetwegen machen, da bin sogar ich dafür. Hauptsache dann ist Ruhe.
    • Aurum 10.07.2019 07:17
      Highlight Highlight du glaubst mit einer steuer von 1.50- ist die ganze sache dann erledigt und wir leben dann in friede freude eierkuchen weiter wie bis anhin? lustig :)
  • Heinzbond 09.07.2019 20:06
    Highlight Highlight Vielleicht muss man dene aus dem grossen Kanton auch nicht immer gleich zuhören oder gar folgen...
  • PC Principal 09.07.2019 19:34
    Highlight Highlight Ob das gut geht? Letztes mal, als Frankreich eine CO2-Steuer einführen wollten, habe Gelbwesten Wochenlang randaliert bis das Gesetz zurückgezogen wurde, doch selbst dann hat die Gewalt der Gelbwesten nicht aufgehört.
    • ACuriousOne 09.07.2019 20:08
      Highlight Highlight € 1.50 für Kurzstrecken wird kaum jemand auf die Strasse bringen - ausser vielleicht weil es als zu wenig betrachtet wird...
    • justasec 09.07.2019 22:30
      Highlight Highlight Unterschätzen sie mal nicht die Streiklust der Franzosen...
  • Brett-vorm-Kopf 09.07.2019 19:17
    Highlight Highlight Die Deutschen Bremser vom Dienst.
    Die kommen erst in Bewegung, wenn es keinen Planeten mehr gibt den man retten könnte.
    • WolfCayne 09.07.2019 22:12
      Highlight Highlight Artikel gelesen? Die Überschrift ist aber in der Tat sinnverkehrt.
      180 Millionen vs. 1.2 Milliarden ist ein gewaltiger Unterschied. Nur wegen ein paar Euros mehr, die keinen schmerzen.
      Deutschland setzt sich, anders als der Titel suggeriert, für eine grüne Zukunft ein während Frankreich im Alleingang eine Alibi-übung durchziehen will.
    • ghawdex 09.07.2019 22:21
      Highlight Highlight Die sind nur angepi**t weil sie ihre Autobahn Maut nicht umsetzen können. Wo faktisch nur alle Nicht-Deutschen zahlen müssten.
    • justasec 09.07.2019 22:31
      Highlight Highlight Treffende Bezeichnung.
      Und dazu noch ein bisschen Tesla belächeln und Strom aus Kohle machen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Miikee 09.07.2019 18:09
    Highlight Highlight Schade, kann man hier keine User markieren würde gerne einige auf den Artikel aufmerksam machen. Die, die beim Ex BR Deiss, Artikel noch behauptet haben, wenn wir in der EU wären könnten wir noch eigenständige Entscheidungen treffen. Ein paar Stunden später schon wieder der Beweis, Nein es ginge eben nicht mehr.

    Und wer jetzt behauptet, mimimi bei der Umwelt Abgabe müssen alle mitmachen. Sag ich einfach NEIN.

    1. Wenn FR das will soll es das auch machen dürfen. Da hat DE nichts zu melden.

    2. Wenn wir auf DE bzw. auf die EU warten, warten wir ewig. Jemand muss mal anfangen!
  • TheRealSnakePlissken 09.07.2019 17:40
    Highlight Highlight „Wir sind gegen nationale Alleingänge!“ - Den Lobbyisten geht es nur um Verzögerung, Verzögerung, Verzögerung. Die deutsche Luftfahrt taumelt ja sowieso von einer Pleite zur nächsten (Air Berlin, Germania, Merkels Flugbereitschaft😂, Berliner Flughafen 🤣).
    • justasec 09.07.2019 22:34
      Highlight Highlight “Das einzige was wir mehr hassen als nationale Alleingänge sind diese ganzeuropäuschen Vorschriften die uns aus Brüsseln auferlegt werden!“

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