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Wirtschaft: Bosch meldet erstmals seit Finanzkrise Verlust

US-Zölle und teurer Stellenabbau: Bosch meldet zum ersten Mal seit 2009 Verlust

16.04.2026, 15:4516.04.2026, 15:45
epa12890178 The Bosch logo on an parking house as cars drive below in Stuttgart, Germany, 14 April 2026. Robert Bosch GmbH, the world’s largest supplier of automotive electronics and mechatronics, wil ...
Bosch ist der weltweit grösste Automobilzulieferer. (Symbolbild)Bild: keystone

Die Milliardenkosten für den Stellenabbau und die US-Zölle haben den deutschen Technologiekonzern Bosch vergangenes Jahr tief in die roten Zahlen gedrückt. Das Ergebnis nach Steuern lag bei minus 400 Millionen Euro, wie Finanzchef Markus Forschner bei der Bilanzvorlage im Renningen sagte.

2024 hatte sich der Nachsteuergewinn von Bosch im Vorjahresvergleich bereits halbiert, aber immerhin noch bei rund 1,3 Milliarden Euro gelegen. Zuletzt Verlust gemeldet hatte Bosch einem Sprecher zufolge im Krisenjahr 2009.

Ein wesentlicher Grund für den Einbruch sind die Kosten für den Stellenabbau. Diese hätten das Ergebnis mit 2,7 Milliarden Euro belastet, massgeblich in Form von hohen Rückstellungen.

Die tatsächlichen Auszahlungen erfolgen schrittweise in den kommenden Jahren. Ausserdem wirkten demnach unter anderem Wechselkurseffekte, hohe Kosten und zusätzliche Zölle belastend.

Dadurch ergibt sich nach Angaben von Forschner insgesamt ein Bild, das von Sonder- und Einmaleffekten stark beeinflusst ist – jenseits der eigentlichen Geschäftsentwicklung. Zwar brach der bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) ebenfalls um rund 42 Prozent ein – war mit 1,8 Milliarden Euro aber positiv. Der Umsatz stieg leicht auf 91,0 Milliarden Euro.

Damit liegt das Unternehmen deutlich unter den eigenen Erwartungen. Die langfristigen Ziele hat Bosch bereits länger verschoben.

Bosch muss Milliarden einsparen

Die schwierige Wirtschaftslage hat im vergangenen Jahr mit voller Wucht bei Bosch durchgeschlagen. Der weltweit grösste Autozulieferer leidet nicht nur in seinem Kernbereich, sondern auch in fast allen anderen Geschäftsfeldern.

So halten sich zum Beispiel viele Konsumentinnen und Konsumenten wegen der aktuellen Wirtschaftslage beim Kauf von Geräten wie Kühlschränken, Backöfen, Waschmaschinen, Elektrowerkzeugen und Gartengeräten zurück. Nach eigenen Angaben ist Bosch in vielen Bereichen mittlerweile nicht mehr wettbewerbsfähig.

Um das Ruder herumzureissen, spart das Management um Unternehmenschef Stefan Hartung kräftig an Personal und Strukturen. Allein im Zulieferbereich will der Konzern in den kommenden Jahren bis zu 22'000 Stellen streichen. Weitere Abbaupläne gibt es aber auch in anderen Bereichen – unter anderem bei der Hausgerätetochter BSH und der Sparte für Elektrowerkzeuge.

Über 400'000 Mitarbeitende

Ende 2025 beschäftigte die Gruppe rund 412'774 Menschen auf der ganzen Welt – 5085 weniger als ein Jahr zuvor. Dabei zeigte sich eine Verschiebung von Europa in andere Weltregionen.

Überproportional von der Entwicklung betroffen war Deutschland, wo knapp 30 Prozent der Beschäftigten arbeiten. Insgesamt waren es dort zuletzt etwa 123'000 Menschen – und damit fünf Prozent weniger als zum Ende des Vorjahres.

Im laufenden Jahr rechnet das Unternehmen mit etwas besseren Geschäften. Zwar geht das Management weiter davon aus, dass die hohe Unsicherheit die Inflation und globale Wirtschaftsleistung weiter beeinträchtigen werden. Ausserdem dürfte der Preis- und Wettbewerbsdruck hoch bleiben.

Dennoch konnte Bosch im ersten Quartal des Jahres den Umsatz in etwa auf Vorjahresniveau halten. Zudem baut der Konzern darauf, dass sich erste positive Effekte aus den Sparprogrammen bemerkbar machen.

Die Bosch-Geschäftsführung peilt 2026 ein Umsatzwachstum von zwei bis fünf Prozent an. Davon soll auch wieder mehr operativer Gewinn hängenbleiben. Statt zwei Prozent wie 2025 rechnen die Manager mit vier bis sechs Prozent. (sda/awp/dpa)

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