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Schuhe, Schuhe, Schuhe: Galaxus baut sein Sortiment deutlich aus. (Symbolbild) screenshot: shutterstock

Weitere Ohrfeige für Coop: Galaxus macht Zalando Beine

Das Migros-Onlinewarenhaus geht neue Kooperationen mit Schuhhändlern ein und kündigt eine Modeoffensive an.

Benjamin Weinmann / schweiz am wochenende



Es ist eine weitere Ohrfeige für Coop: Nur wenige Tage nachdem der Basler Detailhändler sein Online-Warenhaus Siroop beerdigt hat, zündet die Migros mit ihrer Tochter Digitec Galaxus die nächste Stufe. Der Onlinehändler baut sein Sortiment deutlich aus und spannt dafür mit dem deutschen Online-Schuhhändler surf4shoes sowie dem Schweizer Traditionsgeschäft Vögele Shoes zusammen.

Während Vögele 600 Damen-, Herren- und Kinderschuhmodelle ins Sortiment einbringt, sind es von surf4shoes über 10'000 – von Sneakers über Gummistiefel bis zu Pumps und High Heels. Damit umfasst das Schuhsortiment auf Galaxus nun 19'000 Artikel, wie Firmenchef Florian Teuteberg gegenüber der «Schweiz am Wochenende» bestätigt. Und dabei soll es nicht bleiben. Der Ausbau des Schuhsortiments sei der erste Teil einer starken Expansion im Bekleidungsgeschäft, sagt Galaxus-Mitgründer Teuteberg. «In den kommenden Monaten werden wir viele Fashion-Anbieter anbinden.»

Heute bietet das Online-Warenhaus mehr als 1,6 Millionen Produkte an. «Bis Mitte Jahr sollen es über 2 Millionen sein», sagt Teuteberg. Vor einem Jahr waren es erst 700'000 Artikel. Der Ausbau soll wie im Falle von Vögele und surf4shoes vor allem mit Dritten gelingen. So wurde zuletzt das Sortiment vom Schmuck- und Uhrenanbieter Thomas Sabo integriert, des Haustiergeschäfts Qualipet, des Möbelspezialisten Beliani und dem Weinhändler Baur au Lac Vins.

Die Frage ist, wie gut es Galaxus gelingen wird, Mode-Platzhirsch Zalando Kunden streitig zu machen. Und noch zentraler: Kann Galaxus rechtzeitig aufrüsten, bevor Amazon hierzulande richtig in die Gänge kommt? Der US-Riese hat erst kürzlich mit der Schweizer Post einen Vertrag unterschrieben, um den Versand der Amazon-Pakete zu vereinfachen.

Apropos: Diese Dinge kannst du tatsächlich bei Amazon bestellen

Millionen-Verlust bei Coop

Es sind Fragen, die sich Coop mit Siroop nicht mehr stellen muss. Während die Migros sich 2012 bei Digitec Galaxus einkaufte und per 2015 mit 70 Prozent die Mehrheit an der Firma übernahm, blieb Coop das Nachsehen. Im Mai 2016 wagten die Basler dann aber zusammen mit der Swisscom – die wie Coop von Hansueli Loosli präsidiert wird – zum grossen Angriff: Sie lancierten den Online-Marktplatz Siroop als Schweizer Alternative zu Amazon, auf dem verschiedene Händler ihre Produkte verkaufen konnten. Doch auch eine kostspielige Marketingkampagne brachte das Konzept nicht zum Fliegen. Anfang dieser Woche wurde die Reissleine gezogen.

Fortan konzentriert sich Coop auf seine Onlineshops wie Interdiscount, Fust oder Microspot. Siroop ist der bisher grösste Flop in der Ägide von Coop-Chef Joos Sutter. Die «Handelszeitung» schätzt, dass sich der Detailhändler allein letztes Jahr rund 45 Millionen Franken ans Bein streichen musste. Insgesamt dürfte der schmerzhafte Verlust noch höher ausfallen.

The company logos of Digitec and Galaxus, pictured on February 25, 2013, in front of a shop of Digitec AG in Zurich, Switzerland. Swiss company Digitec AG sells IT, entertainment electronics and telecommunications products, and manages both an online shop and traditional shops with showrooms. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Das Firmenlogo von Digitec und Galaxus, aufgenommen am 25. Februar 2013 vor einer Filiale der Digitec AG in Zuerich. Das Schweizer Unternehmen Digitec AG verkauft Produkte im Bereich IT, Unterhaltungselektronik und Telekommunikation und geht dabei einen Mittelweg zwischen Online-Shop und traditionellem Ladenlokal. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Digitec Galaxus: Wie kann sich die Migros-Tochter gegen Amazon und Zalando behaupten? Bild: KEYSTONE

Digitec Galaxus erzielte letztes Jahr einen Umsatz von 861 Millionen Franken, dürfte laut Branchenkennern aber noch nicht profitabel sein. Doch nach dem Siroop-Aus liegt der Vorteil nun klar bei der Migros-Tochter. Pikant: Um Zalando Mode-Kunden abzuluchsen, setzt Galaxus-Chef Teuteberg ausgerechnet auf die Technologie der Zalando-Tochter TradeByte – ein so genannter Datenintegrator für Marktplätze, der es Händlern ermöglicht, ihre Sortiment rasch einzubinden. «Sowohl Vögele Shoes als auch surf4shoes haben die technische Integration über TradeByte vollzogen», sagt Teuteberg.

Die beiden Schuhhändler sind für ihr Angebot auf Galaxus und den Versand selber zuständig. «Sie verkaufen in eigenem Namen und auf eigene Rechnung», sagt Teuteberg. Galaxus fungiere als Vermittler und stelle quasi das Schaufenster zur Verfügung. Ist Galaxus mit der Mode-Offensive erfolgreich, wäre es eine späte Genugtuung für die Migros, die im Modebereich bisher glücklos agierte. Ihre Millionen-Beteiligung an Charles Vögele musste sie abschreiben, und das Modehaus Schild wurde kürzlich zugunsten der Marke Globus aufgegeben.

Start in Deutschland dieses Jahr

Letzten September hat Digitec Galaxus in Wohlen AG sein Warenlager ausgebaut. Nun ist es so gross wie sieben Fussballfelder. Damit ist die Firma für eine Verdoppelung des Versandvolumens gerüstet. Denn noch 2018 ist der Start von Galaxus.de geplant, um auch in Deutschland Drohnen, Windeln und Sofas zu verkaufen.

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Gestern gab die Migros-Tochter zudem bekannt, dass sie ein Logistikzentrum im süddeutschen Weil am Rhein in Betrieb genommen hat. Dieses soll den grenzüberschreitenden Verkehr vollautomatisiert abwickeln. Bisher hatte Digitec Galaxus nur wenige ausländische Handelspartner und der Import war kompliziert. Dank einer selber konzipierten Logistiklösung sei jetzt die Paketlieferung in die Schweiz innert maximal 24 Stunden möglich, ohne zusätzliche Zoll- oder Mehrwertsteuergebühren.

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29Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • zeromg 05.05.2018 10:16
    Highlight Highlight Was jetzt sehr wichtig wäre für Digitec Galaxus. Eine sehr gute App. Genau da scheitert das Shopping vergnügen meistens in der Schweiz.
    • bikobeko 05.05.2018 13:38
      Highlight Highlight Es braucht nicht für jeden Scheiss eine App.

      Wenn die Internetseite auch für mobile Geräte gut programmiert ist, ist mir das lieber als für alles eine separate App zu haben.
    • Evan 05.05.2018 13:59
      Highlight Highlight Das wäre zwar von Vorteil, doch die Galaxus Webseite ist so gut, dass sie trotzdem auch mobil locker mit einer Amazon App mithalten kann. Die Nachteile von Galaxus liegen andernorts.
    • p4trick 05.05.2018 14:55
      Highlight Highlight Es braucht keine App wenn die mobile Webseite gut ist. Dieses App Zeugs taug für offline aber
    Weitere Antworten anzeigen
  • Flint 05.05.2018 10:13
    Highlight Highlight Galaxus ist für mich ein Haushaltsgeschäft. Im Sortiment dazwischen noch Kleider zu finden empfinde ich als etwas unseriös. Vielleicht hätte man neben Digitec / Galaxus noch eine dritte Marke aufbauen sollen. Da jedoch das Management sich diese Überlegungen sicherlich gemacht haben dürfte bin ich gespannt, ob mit Galaxus das Kleidergeschäft funktionieren wird.
  • globinli 05.05.2018 08:36
    Highlight Highlight Bis jetzt muss man hei Galaxus für Fr. 50 einkaufen, damit man kein Porto hat. Rücksendungen sind selber zu bezahlen! Wenn die sich nicht Zalando anpassen ist die nächste Pleite vorprogrammiert.
    • Chääschueche 05.05.2018 16:04
      Highlight Highlight @Globinli
      Ah. Wieder einer der nix für etwas bezahlen will. GEIL.

    • globinli 05.05.2018 17:47
      Highlight Highlight Wenn ich Porto bezahlen muss, kann ich auch grad in die Stadt fahren und im Laden einkaufen. Ein Plus muss schon geboten werden, wenn ich online einkaufen soll 🙂
    • gumsula 07.05.2018 09:48
      Highlight Highlight Rücksendungen bei Kleider und Schuhen ist gratis. Einfach mal informieren..
  • Katzenseekatze 05.05.2018 08:19
    Highlight Highlight Ich kaufe gern in Läden ein. Das ist gemütlicher. Wenn ich denn etwas brauche ...
  • G-Man 05.05.2018 07:53
    Highlight Highlight Zalando konnte das onlinegeschäft der modebranche nur dadurch erobern dass man die artikel sehr einfach zurücksenden kann. Das ist bei kleidern und schuhe doch essentiell. Solange das bei galaxus nicht einfach geht wird nicht viel kundschaft wechseln.
    • Alnothur 05.05.2018 13:48
      Highlight Highlight Zalando kann das nur, weil sie vom Deutschen Staat mit hunderten Millionen subventioniert werden.
    • horst müller 05.05.2018 16:34
      Highlight Highlight bei galaxus ist die rückgabe von bekleidung ist fast so einfach wie bei zalando. unterschied: rückgabe im kundenkoto erfassen und etikette ausdrucken und zurückschicken - porto gratis.

      mann kann natürlich auch bei einem shop oder der mirgos vorbeigehen
    • Hexentanz 05.05.2018 17:44
      Highlight Highlight Nein Alnothur. Rocket internet steckt hinter Zalando und die verdienen ihr Geld mit Aktionären abzocken ;) Google mal nach rocket internet.. Gibt auch ne ARD oder ZDF Doku über deren dubiosen Chef.
    Weitere Antworten anzeigen
  • lily.mcbean 05.05.2018 07:36
    Highlight Highlight Wenn das Sortiment stimmt, die Qualität und Preise auch dann bin ich froh wenn ich eine Alternative zu amazon und Zalando habe. Ich bestelle nämlich bei keinen von den beiden und so richtige Alternativen gibt es nicht wirklich. Dann lieber der Migros noch mehr Geld in den Rachen schmeissen als Zalando oder Amazon.
  • bokl 05.05.2018 07:26
    Highlight Highlight Das Konzept von Siroop war interessant. Aufgrund der idiotischen, sexistischen Werbung aber ein klares NoGo. Einfach nicht mehr zeitgemäss, so eine Kampagne zu fahren.
    • EvilBetty 05.05.2018 12:31
      Highlight Highlight Hö? Die Werbung fand ich super
    • goldmandli 05.05.2018 12:42
      Highlight Highlight Hast du einen Link dazu? Mir ist die sexistische Werbung nicht bekannt.
    • Snaggy 05.05.2018 15:08
      Highlight Highlight Idiotisch ja, aber sicher nicht sexistisch. Man muss schon sehr prüde sein um schönr Körper im Marketing mit Sexismus gleichzusetzen.
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