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Ein gefragter Mann: Adam Schiff beantwortet Reporterfragen.
Ein gefragter Mann: Adam Schiff beantwortet Reporterfragen.
Bild: EPA/EPA

Dieser Mann wird nun Trumps härtester Gegner

Dank dem Sieg der Demokraten im Abgeordnetenhaus wird Adam Schiff neuer Vorsitzender des Committee on Intelligence. Damit wird die Bühne frei für eine politische Aufarbeitung der Russland-Affäre.
07.11.2018, 08:2507.11.2018, 09:25

Rein äusserlich gesehen ist Adam Schiff unauffällig. In TV-Interviews kommt der demokratische Abgeordnete aus dem Bundesstaat Kalifornien stets wie aus dem Ei gepellt daher. Er spricht unaufgeregt und mit wohlformulierten Sätzen.

Schiff ist sehr oft am TV-Bildschirm zu sehen, vor allem auf den Kabelstationen MSNBC und CNN. Meist drehen sich die Fragen um den Stand der Russland-Affäre, denn Schiff ist die Nummer zwei im Committee on Intelligence, der Aufsichtsbehörde, welche die Russland-Affäre politisch aufarbeiten muss.

Tat alles, um die Aufdeckung der Russland-Affäre zu verhindern: Devin Nunes.
Tat alles, um die Aufdeckung der Russland-Affäre zu verhindern: Devin Nunes.
Bild: AP/FR159526 AP

Bis anhin musste Schiff meist Niederlagen kommentieren. Präsidiert wurde dieses Gremium nämlich vom Republikaner Devin Nunes, ebenfalls aus Kalifornien. Nunes ist ein Speichellecker von Donald Trump. Er tat alles, um die möglichen Verstrickungen des Wahlkampfteams von Trump mit den Russen zu verwedeln.

Kurzzeitig musste Nunes gar in den Ausstand treten, weil er vermeintlich brisante Informationen, die er aus dem Weissen Haus erhalten hatte, wieder ins Weisse Haus zurückbrachte, um sie danach als sensationelle Enthüllung zu feiern. Das war dumm, plump – und selbst für die Republikaner zu viel.

Trotzdem blieb das Committee on Intelligence weiterhin fest in republikanischer Hand. Das hatte zur Folge, dass nicht die Verstrickungen mit Russland untersucht wurden, sondern vermeintliche Skandale bei FBI, Justizministerium und Sonderermittler Robert Mueller aufgebauscht wurden. Wichtige Zeugen gegen Trump wurden mit Samthandschuhen angefasst oder gar nicht erst befragt.

Der geschasste FBI-Agent Peter Strzok beim Kongress-Hearing. Die Republikaner wollten die Schuld auf die Justizbehörden schieben.
Der geschasste FBI-Agent Peter Strzok beim Kongress-Hearing. Die Republikaner wollten die Schuld auf die Justizbehörden schieben.
iBild: EPA/EPA

Mit Schiff wird sich das ändern. Der unscheinbare Politiker aus Kalifornien hat sich als knallharter Strafverfolger einen Ruf und Respekt verschafft. Seine Feinde im konservativen Lager und bei Fox News haben ihm bereits einen Übernamen verpasst, «shifty Schiff» (wankelmütiger Schiff).

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Bereits im Vorfeld hat Schiff deutlich gemacht, dass er alles daransetzen will, damit das Parlament seiner Aufsichtspflicht über die Regierung nachkommt. Das bedeutet konkret, dass er wissen will, was sich beim ominösen Meeting im Trump Tower am 9. Juni 2016 abgespielt hat. Ebenfalls hat er angekündigt, dass er untersuchen will, ob die Trump-Organisation russisches Geld gewaschen hat.

Trump wird künftig ein eisiger Wind aus dem Kongress entgegen wehen. Nicht nur Schiff wird ein wichtiges Komitee leiten. Andere Demokraten werden dies in anderen Gremien tun. Das bedeutet, dass der Präsident seine Steuererklärungen endlich offenlegen und Auskunft über mögliche Verstrickungen von privaten und öffentlichen Geschäften geben muss.

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