Wirtschaft
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
FDP-Praesident Philipp Mueller, links, unterhaelt sich mit Bundespraesident Didier Burkhalter, rechts, an der Delegiertenversammlung der FDP. Die Liberalen, am Samstag, 11. Januar 2014, in Schwanden GL. (KEYSTONE/Steffen Schmidt)

Nicht ich, der Müller hat's vergeigt. Das denkt sich wohl Bundesrat Didier Burkhalter nach der Lektüre der Vox-Analyse der eidgenössischen Abstimmung vom 9. Februar. Bild: KEYSTONE

Liberale für die Abschottung

Herr Müller, warum haben 40 Prozent der FDP-Sympathisanten Ja gesagt zur SVP-Initiative?

Die aktuelle Vox-Analyse bringt Erstaunliches zu Tage. 40 Prozent der FDP-Sympathisanten haben für die SVP-Initiative votiert. Wie geht das mit der Botschaft der Liberalen zusammen?



«Wir punkten mit unserem Kampf für die Bilateralen. Wir stehen für eine konsequente, aber faire Migrationspolitik.»

FDP-Präsident Philipp Müller nach den Wahlen vom Wochenende.

Noch am Wochenende konnten die FDP und ihr Präsident Philipp Müller über den Ausgang der Zürcher Gemeindewahlen frohlocken. Der Abwärtstrend der einst staatstragenden Partei, die sich in der Vergangenheit allzu fest bei der SVP anschmiegte und damit ihre eigenen Wähler verprellte, war gestoppt worden. Vom kleinen Sieg euphorisiert, verkündete Müller, jetzt wolle man die SP bei den nationalen Wahlen 2015 überholen.

Müller begründete das Wahlergebnis im Gespräch mit watson «mit der guten Arbeit, die wir in der ganzen Legislaturperiode leisten». Und: «Wir punkten mit unserem Kampf für die Bilateralen. Wir stehen für eine konsequente, aber faire Migrationspolitik.» Das seien Themen, die einen Grossteil der Bevölkerung beschäftigen, und «offenbar gefällt den Wählern unser Einsatz». Worte eines zufriedenen Parteipräsidenten, der mit Eigenlob nicht geizte.

«Die Wähler wollen weniger Zuwanderung»

«Die Initiative profitierte von der geringen Ablehnung durch die Anhänger der FDP.»

Vox-Analyse

Heute nun müsste Müllers Laune arg getrübt sein und das Eigenlob in Selbstkritik umgeschlagen haben, als er sich der Lektüre der Vox-Analyse zur SVP-Initiative, die am 9. Februar denkbar knapp vom Schweizer Stimmvolk angenommen wurde, widmete. Darin steht: 40 Prozent der FDP-Sympathisanten stimmten der Vorlage zu. «Die Initiative profitierte von der überaus klaren Zustimmung der SVP-Anhängerschaft, ebenso wie von der geringeren Stimmbeteiligung der CVP-Wählerschaft und der geringen Ablehnung durch die Anhänger der FDP», folgern die Autoren der Analyse.

watson will von Philipp Müller wissen, weshalb satte 40 Prozent der FDP-Sympathisanten für die SVP-Initiative votierten, wohingegen sich die Partei klar für den bilateralen Weg ausspricht. Was vermuten lässt, dass die Botschaft der FDP-Führungsriege nicht bei der gesamten Basis angekommen ist. Wir erreichen Müller am Telefon, doch der Präsident ist nicht gesprächig.

Er befinde sich auf dem Weg an eine wichtige Sitzung. Später sendet er eine SMS: «Uns erstaunt das Resultat nicht. Die VOX-Analyse zeigt klar, dass die Wähler weniger Zuwanderung wollen. Auch bei uns gibt es keine Geduld mehr für das Nichtstun des Bundesrates bei der Drittstaatenmigration und im Asylbereich.»

Bloss, war es nicht die FDP, die zwar auf die Probleme bei der Zuwanderung hingewiesen hatte, gleichzeitig aber immer betonte, wie wichtig die bilateralen Verträge sind? Allem Anschein nach haben die FDP-Sympathisanten nur das Wort Zuwanderung gehört, damit war ihr Entscheid gefallen – gegen die bilateralen Verträge und für die SVP-Initiative.

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Der nächste grüne Angriff folgt bestimmt: Warum auch der Sitz der SVP im Visier ist

Schon in zwei Jahren könnten die Grünen eine neue Chance erhalten, in den Bundesrat einzuziehen.

Magdalena Martullo-Blocher, vor sich einen Berner Apéroteller mit Leckereien aus dem Festakt für Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga, fegt die Frage unwirsch mit einer Handbewegung beiseite. Die Frage hatte gelautet, ob die Blocher-Tochter Kandidatin bei der nächsten Bundesratswahl sein wird.

Und diese nächste Bundesratswahl könnte schon in zwei Jahren stattfinden. Einige Beobachter rechnen damit, dass SVP-Finanzminister Ueli Maurer dann seinen Rücktritt gibt.

Weil die Grünen, die gestern leer …

Artikel lesen
Link zum Artikel