Wirtschaft
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In this Tuesday, Jan. 21, 2014, photo, a McDonald's Big Mac sandwich is photographed at a McDonald's restaurant in Robinson Township, Pa. McDonald's saw a key sales figure drop in the U.S. again in February 2014, as the world's biggest hamburger chain struggles to beat back competition and adapt to changing eating habits. (AP Photo/Gene J. Puskar)

Uncool: Der Hamburger Bild: Gene J. Puskar/AP/KEYSTONE

Was dürfen wir noch essen?

McDonald's laufen die Kunden davon

Der Fastfood-Riese erleidet einen Gewinneinbruch. Nun will er umdenken – und sogar Bio-Produkte anbieten.



Der Umsatz in den USA ist um rund 4, der Gewinn von McDonald’s ist um 30 Prozent eingebrochen. Das wirkt, das Top-Management beginnt umzudenken. «Die Kunden wollen ihr Essen mit lokalen Zutaten angereichert haben», erklärt der CEO Don Thompson im «Wall Street Journal». «Sie wollen auch ihr Essen in einer zeitgemässen und einladenden Atmosphäre geniessen.» 

Der Fastfood-Riese hat in den Nullerjahren einen gewaltigen Aufschwung erlebt. Neue Märkte wie China wurden erobert. Das hatte zur Folge, dass sich der Umsatz zwischen 2001 und 2011 verdoppelt und der Gewinn verdreifacht hatte. Nun aber befindet sich McDonald’s – wie übrigens auch Coca Cola – auf dem Sinkflug. Immer mehr Kunden haben genug von fettigen Fritten, Hamburger und süssen Softdrinks. Sie wandern ab in Restaurants wie Chipotle, die zwar ebenfalls Fastfood anbieten, aber viel gesünder. 

«Wir müssen unseren Kunden demonstrieren, dass wir das Problem erkannt haben und entscheidende Schritte unternehmen, die unser Geschäft umkrempeln werden.»

Don Thompson, CEO McDonald's

Auf diese Entwicklung will McDonald’s reagieren. Via Facebook und Twitter sollen Fragen über Inhalt und Herkunft der Produkte bekannt gegeben, in ausgewählten Restaurants künftig gar Bio-Produkte angeboten werden. «Wir müssen unseren Kunden demonstrieren, dass wir das Problem erkannt haben und entscheidende Schritte unternehmen, die unser Geschäft umkrempeln werden», verspricht Thompson.

Die Revolution in der Nahrungsmittelbranche

In der Nahrungsmittelbranche hat sich in den letzten Jahren eine eigentliche Revolution vollzogen. Bio-Produkte sind angekommen. Die Zeiten, in denen sie mit Verzicht und Birkenstock gleichgesetzt wurden, sind vorbei. Bio ist zum Wahrzeichen einer neuen, urbanen Elite geworden. Das bestätigt auch eine soeben veröffentlichte Studie des Gottlieb Duttweiler Instituts (GDI), dem Think-Tank der Migros. «Bio ist die Erfolgsgeschichte der letzten 20 Jahre» erklärt GDI-Leiter David Bosshart. «Real Food ist das Gebot der Stunde.» 

Bild

Cool: Der Bio-Markt bild:shutterstock

Bio wird sich – so die GDI-Studie – mit neuen Trends verbinden, beispielsweise damit, dass die Menschen immer mehr Produkte aus der eigenen Region verwenden. «Dabei werden künftig die unterschiedlichsten Vorstellungen vom guten Leben, beziehungsweise Essen (Bio, Fair Trade, regional, vegan...) vereint. Wenn sich Bio selber weiterentwickelt, kann es dieses neue Selbstverständnis mitprägen und als zentralisierende Kraft die verschiedenen Strömungen konsolidieren», heisst es in einer Zusammenfassung der Studie im Magazin «GDI-Impuls».

«Kühe sind Luxustiere geworden.»

David Bosshart, Leiter GDI

Hamburger machen nicht nur dick, sie sind auch eine Katastrophe für die Umwelt. Wasser wird langsam knapp auf dem Planeten Erde, und Rinder saufen sehr viel Wasser. Sie fressen zudem rund 70 Prozent der gesamten Getreideproduktion und vergrössern mit ihren Methan-Fürzen das Problem der Klimaerwärmung. «Kühe sind Luxustiere geworden», stellt Bosshart deshalb fest. 

Weniger Fleisch und weniger Abfall

Wenn wir zur Jahrhundertmitte rund neun Milliarden Menschen ernähren wollen, dann wird es nicht mehr möglich sein, dass jeder Mensch jährlich 90 Kilo Fleisch verzehrt. Diese Menge wandert heute durchschnittlich durch unsere Wohlstandsmägen. Künftig werden wir uns diesen Luxus nicht mehr leisten können. Das ist eine zentrale Erkenntnis einer Tagung, welche die Academia Engelberg letzte Woche zum Thema Nahrungssicherheit durchgeführt hat. 

Was die Ernährung betrifft, streiten sich die Wissenschaftler über fast alles. In einem Punkt jedoch herrscht Einigkeit: Wir werden künftig viel weniger Fleisch essen, und wir können es uns nicht mehr erlauben, rund 40 Prozent der Lebensmittel in den Müll zu werfen. 

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    Alle Leser-Kommentare
  • Zeit_Genosse 23.10.2014 07:06
    Highlight Highlight Ohne industriell gefertigte Nahrungsmittel geht es nicht, die wachsende Weltbevölkerung zu ernähren. Das knappe Bio und Fairtrade wird preislich explodieren und zum Luxus. Es fehlen die lokalen Anbauflächen und Möglichkeiten, um mehr lokale Produkte erschwinglich zu produzieren. Bei 12 Mia. Menschen wird die Nahrung knapp, gute erst recht. Die Landwirtschaft hat selbst bei Kapazitätserhöhung (Intensivwirtschaft) nicht genug Output. Es brauch mengenmässig viel mehr "Fleischersatz" und das weniger Fleisch wird kaum auf grossflächigen Farmen mit glücklichen Tieren produziert werden. Die Masse der Menschen werden mit künstlicher und industrieller Nahrung leben müssen. Vom romantischen Bio um die Ecke werden nur wenige satt werden können.
    • blueberry muffin 27.10.2014 08:48
      Highlight Highlight Wer sagt ohne Industriell gefertigte Nahrungsmittel? Nur vielleicht weniger. Und Fleisch gibts ja bald aus dem Labor, also ist das Rind Problem quasi erledigt.
    • freiheitistunteilbar 09.12.2014 01:43
      Highlight Highlight Das Problem ist halt, dass Grüne Naturromantiker die ersten sein werden, die Fleisch aus dem Labor an vorderster Front bebekämpfen. Ähnlich wie sie heute GMO ankämpfen, obwohl man damit die Nahrungssicherheit und Qualität erhöhen könnte.
  • bonz 22.10.2014 16:12
    Highlight Highlight Ein unterhaltsamer Aspekt dieses Beitrages ist der Mc-Donalds Werbebanner. :)
  • mrgoku 22.10.2014 15:00
    Highlight Highlight Bio Produkte bringen auch nichts wenn das Essen nach Pappe schmeckt. Nicht dass Burger King "besser" oder "gesünder" wäre, aber dort schmeckt ein Burger immerhin nach Burger und man sieht schon von Auge dass das Fleisch frisch ist.

    Im McD ist weder Fleisch frisch noch sonst was. Als ob man Papier, Plastik, Gummi isst...
    • Oberon 22.10.2014 15:57
      Highlight Highlight Einfach den Burger auspacken und es schmeckt nicht mehr nach Pappe.
      Sorry der musste sein, aber es ist einfacher dort nichts zu kaufen wenn es Dir nicht schmeckt.
    • jamaika 22.10.2014 16:10
      Highlight Highlight Es ist aber so, dass die Burger, wenn es halt mal einer sein muss, bei Burger King um einiges besser schmeckt als bei Mc Donalds.
    • Oberon 22.10.2014 16:38
      Highlight Highlight So pauschal kann man das einfach nicht sagen ich hab bei Burger King wie auch Mc Donalds schon schlecht gegessen.

      Ich habe auch schon grössere unterschiede je nach Filiale festgestellt. Schlussendlich entscheidet man zwischen Kolera oder Pest. ;)

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