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Forschung

Teuerstes Medikament der Welt: Novartis bestätigt 2 tote Kinder

Nach Behandlung mit dem teuersten Medikament der Welt: Novartis bestätigt 2 tote Kinder

12.08.2022, 08:1313.08.2022, 13:53

Zwei Kinder sind nach einer Behandlung mit der Novartis-Therapie Zolgensma an akutem Leberversagen gestorben. Das bestätigt der Pharmakonzern in einer Stellungnahme am Freitag, die auch AWP Finanznachrichten vorliegt. Damit dürften einmal mehr die Risiken dieser Genersatz-Therapie in den Fokus rücken.

This photo provided by Novartis shows their gene therapy medicine Zolgensma. U.S. regulators want to know why Novartis didn't disclose a problem with testing data until after they approved the Swiss d ...
Zolgensma ist mit einem Preis von etwa zwei Millionen US-Dollar die teuerste einmalige Therapie weltweit.Bild: AP

«Nach zwei Todesfällen in jüngster Zeit und in Übereinstimmung mit den Gesundheitsbehörden werden wir die Kennzeichnung aktualisieren, um darauf hinzuweisen, dass über tödliches akutes Leberversagen berichtet wurde», heisst es in der Stellungnahme des Konzerns. Zolgensma ist zur Behandlung der spinalen Muskelatrophie zugelassen, einer seltenen Erbkrankheit, die in ihrer schwersten Form oft im Alter von zwei Jahren tödlich endet. Mit einem Preis von etwa zwei Millionen US-Dollar ist Zolgensma auch die teuerste einmalige Therapie weltweit.

Wie es in der Mitteilung weiter heisst, «glauben wir fest an das insgesamt günstige Nutzen-Risiko-Profil von Zolgensma, mit dem bis heute weltweit mehr als 2300 Patienten in klinischen Studien, im Rahmen von Managed-Access-Programmen und im kommerziellen Umfeld behandelt wurden». Akutes Leberversagen sei eine bekannte Nebenwirkung, über die nach der Behandlung mit Zolgensma berichtet wurde. Sie werde bereits in der Produktkennzeichnung hervorgehoben.

Erste tödliche Fälle von Leberversagen

Die Todesfälle ereigneten sich in Russland und Kasachstan. Beide Patienten waren einige Wochen nach der Zolgensma-Therapie mit Steroiden behandelt worden, die zur Beherrschung von Sicherheitsrisiken eingesetzt werden. Es sind laut Novartis die ersten tödlichen Fälle von akutem Leberversagen.

Zolgensma wurde im Mai 2019 in den USA zugelassen und ist damit erst die zweite Gentherapie für eine Erbkrankheit, die von der FDA genehmigt wurde. Neben Zolgensma gibt es nur noch zwei weitere Medikamente von Biogen und Roche, die zur Behandlung der spinalen Muskelatrophie bislang zugelassen sind.

Mit Blick auf die Gentherapie Zolgensma ist es immer wieder zu Diskussionen über mögliche Sicherheitsrisiken gekommen. Die beiden Todesfälle könnten diese nun wieder anheizen. (sda/awp)

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86 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Q.E.D.
12.08.2022 08:22registriert Dezember 2021
"Mit Blick auf die Gentherapie Zolgensma ist es immer wieder zu Diskussionen über mögliche Sicherheitsrisiken gekommen. Die beiden Todesfälle könnten diese nun wieder anheizen." Warum?

"seltenen Erbkrankheit, die in ihrer schwersten Form oft im Alter von zwei Jahren tödlich endet."

"Akutes Leberversagen sei eine bekannte Nebenwirkung"

Also entweder tot oder vielleicht tot. Ich würde mich für "vielleicht" entscheiden.

Oder gibt es andere Therapien, welche sicherer sind?
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offspring
12.08.2022 08:19registriert Oktober 2015
Wenn wir die Kosten mal ausblenden. Was ist das Risiko? Entweder stirbt das Kind mit 2 Jahren an der Krankheit und keine Heilungschance oder es kann eine Gentherapie machen mit dem Risiko Tod durch Leberversagen als Nebenwirkung aber der Chance die Krankheit zu besiegen. Eigentlich eine einfache Entscheidung würde ich meinen...
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Chätzlipfötli
12.08.2022 08:41registriert Juni 2022
Das Problem bei Zolgensma sind nicht die Nebenwirkungen einer Therapie gegen eine tödliche Erbkrankheit sondern die total unethische Preisgestaltung nach dem Motto "es kostet so viel weil eine andere Therapie über die Lebensdauer vergleichbar viel kostet". Der finanzielle medizinische Fortschritt wird nicht mehr weitergegeben sondern verschwindet in den Dividenden der Aktionäre (wie mir). Dazu kommt dass hier Mehrklassenmedizin bereits Realität ist. Bei einer billigen Krankenkasse wird man nie eine Kostengutsprache für sowas erhalten. Es ist nur noch zum schämen.
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