Wirtschaft
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Aufhebung des Euro-Mindestkurses

Die Nationalbank muss den Euro immer noch stützen, damit er wenigstens rund 1 Franken wert ist

Die Giroguthaben der Schweizerischen Nationalbank (SNB) sind in der vergangenen Woche stark gestiegen. Die Entwicklung der Giroguthaben gilt als Indiz dafür, ob und wie stark die SNB im Devisenmarkt interveniert, um eine zu starke Franken-Aufwertung zu verhindern. 



Bei der Schweizerischen Nationalbank (SNB) sind die Einlagen der Banken, die seit dem 22. Januar oberhalb eines bestimmten Freibetrages mit einen Negativzins belastet werden, in der vergangenen Woche stark gewachsen.

Die Giroguthaben inländischer Banken nahmen um fast 26 Mrd. Fr. auf 365,5 Mrd. Fr. zu. Dies ist der stärkste Anstieg seit vielen Monaten. Das Total der Sichtguthaben bei der SNB erhöhte sich ebenfalls um rund 26 Mrd. Fr. auf 428,2 Mrd. Franken, wie die SNB am Montag mitteilte.

Ein Euro kostet wieder mehr als einen Franken

Der Euro hat sich am Montag gegenüber dem Franken erholt. Um 15.30 Uhr wurden für einen Euro 1,0071 Franken bezahlt. Diesen Wert hatte die Gemeinschaftswährung seit der Ankündigung der Europäischen Zentralbank (EZB), im grossen Stil Anleihen aufzukaufen, nicht mehr erreicht. (whr/sda)

Die Entwicklung der Giroguthaben gilt als Indiz dafür, ob und wie stark die SNB im Devisenmarkt interveniert, um eine zu starke Franken-Aufwertung zu verhindern. Denn wenn die Notenbank Devisen kauft, wird der Franken-Gegenwert dem Konto der jeweiligen Bank gutgeschrieben.

Der jüngste Anstieg, der höchste in einer Woche seit März 2013, sei ein sehr starker Hinweis dafür, dass die SNB auch nach der Aufhebung des Mindestkurses weiterhin im Markt interveniert, sagte ein Devisenexperte der Credit Suisse gegenüber der Agentur Reuters.

Auch der Wirtschaftshistoriker Tobias Straumann hält dieses Szenario für plausibel. Wahrscheinlich habe die SNB mit «ein paar Milliarden» interveniert, um zu verhindern, dass der Euro-Franken-Kurs zu stark unter die Parität fällt, sagte er gegenüber der Nachrichtenagentur sda.

Der Anstieg der Giroguthaben um 26 Mrd. Fr. müsse allerdings vorsichtig bewertet werden. Der starke Anstieg könne auch damit zusammenhängen, dass der Durchschnitt der Giroguthaben in der Woche zuvor eher tief war, sagte Straumann.

Billionenschweres Anleihenkaufprogramm der EZB

Nach der Aufhebung der Untergrenze wertete sich der Franken gegenüber dem Euro stark auf. Nachdem die Europäische Zentralbank (EZB) vergangene Woche ihr billionenschweres Anleihenkaufprogramm verkündet hatte, verlor der Euro gegenüber dem Franken nochmals an Wert.

Danach wurde der Euro noch zu rund 98 Rappen gehandelt. Am Montagvormittag vermochte die Gemeinschaftswährung trotz des Wahlsieges des Linksbündnisses Syriza in Griechenland gegenüber dem Franken wieder zuzulegen. Kurz vor 10 Uhr wurde er zu mehr als 99 Rappen gehandelt. (whr/sda)

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