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Was wir essen, wenn die Schweiz vier Grad wärmer sein wird

Kartoffeln, Nüsslisalat und Weizen leiden unter dem Klimawandel. Schokolade wird Mangelware, Bier wird teurer und Fleisch sollten wir nur noch gelegentlich essen. Trotzdem dürfen wir uns weiter auf das Essen freuen.
02.09.2019, 14:3203.09.2019, 04:39

Dass der Klimawandel einen Einfluss auf die Produktion unserer Lebensmittel hat, lässt sich heute schon beobachten. In Bordeaux schauen sich die Winzer nach höher gelegen Gebieten für ihre Reben um, weil die angestammten Sorten unter den wärmeren Temperaturen leiden. Kakaopflanzen gehen wegen Hitzestress zugrunde.

Auch die Schweiz bleibt von dieser Entwicklung nicht verschont. Der Hitzesommer letztes Jahr war bloss ein Vorbote dessen, was uns erwartet. Das Bundesamt für Umwelt geht davon aus, dass die Temperaturen im Vergleich zur Periode 1981 bis 2010 bis Mitte dieses Jahrhunderts um mehr als 5 Grad Celsius steigen könnten, sollten wir den Ausstoss von CO2 nicht in den Griff bekommen.

Adrian Müller vom Forschungsinstitut für biologischen Landbau hat zusammen mit der Agraringenieurin Fausta Borsani und Eva Wyss, Landwirtschaftsexpertin beim WWF, ein Szenario für unsere Nahrung der Zukunft zusammengestellt. Hier die wichtigsten Erkenntnisse:

  • Nüsslisalat und Zucchetti werden es bei künftiger Wasserknappheit und Temperaturextremen schwer haben.
  • Kartoffeln gehören ebenfalls zu den Klimaverlierern. Weil der Boden gepflügt werden muss, trocknen sie bei den höheren Temperaturen aus. Das führt zu Ernteausfällen.
  • Die Qualität des Weizens verschlechtert sich und das Getreide kann nicht mehr zum Backen oder für Teigwaren verwendet werden.
  • Milch- und Fleischproduktion werden schwieriger, weil die internationale Konkurrenz für Futtermittel zunehmen wird.
  • Bier wird deutlich teurer, weil die Gerstenernte zurückgehen wird.
  • Kakao- und Vanillepflanzen wachsen zwar nicht hierzulande. Doch auch die Schleckmäuler müssen zurückstecken. Beide Pflanzen gehören zu den Opfern der Klimaerwärmung.

Gewinner gibt es nur wenige. Weintrinker können sich darauf freuen, dass die Schweizer Reben immer besser gedeihen, und wer sich über gepanschtes Olivenöl aus Italien ärgert, kann darauf hoffen, es durch einheimisches zu ersetzen.

Markus Burkhard gehört zu den Spitzenköchen dieses Landes. Was in seinem Restaurant «Jakob» in Rapperswil auf den Tisch kommt, ist zum grössten Teil lokal oder regional gewachsen, und zwar biologisch. Er hat im Auftrag der Umweltallianz Schweiz drei Vorschläge für ein Menü der Zukunft ausgearbeitet.

Zeigt, wie es geht: Spitzenkoch Markus Burkhard.Video: YouTube/WWF Schweiz

Es sieht wie folgt aus: Der Nüsslisalat mit Ei wird ersetzt durch einen Artischockensalat mit Shiitake-Pilzen. Aus Älplermagronen werden Süsskartoffeln mit Hirseschnitte, und das Schoggimousse hat einzig noch ein paar geraffelte Schokospäne. Der Rest ist Erdmandelschaum.

Alternative zum Nüsslisalat: Artischockensalat.
Alternative zum Nüsslisalat: Artischockensalat.

Das alles schmeckt hervorragend, doch es ist leider sehr aufwändig in der Zubereitung. (Watson-Starkoch Oliver Baroni, der an dieser Stelle die Gerichte hätte nachkochen sollen, hat entnervt das Handtuch geworfen.) Doch Markus Burkhard beweist eindrücklich, dass Vegi-Burger nicht die einzige Ess-Alternative der Zukunft sein müssen.

Wer auch künftig nicht auf Speck und Vanille-Glacé verzichten will, der muss die Wahlempfehlung der Schweizer Umweltallianz befolgen. Unter diesem Label haben sich die Umweltorganisationen (Greenpeace, WWF, pro natura, VCS) zusammengeschlossen. Die Umweltallianz will so Druck auf die Parteien ausüben und Empfehlungen für die Wählerinnen und Wähler abgeben.

Die Bilanz der letzten vier Jahre sei unterirdisch, lautet dabei das Fazit einer Analyse der Arbeit der abgelaufenen Legislaturperiode. Als übelster Umweltsünder hat sich dabei nicht wirklich überraschend die SVP profiliert, dicht gefolgt von der FDP.

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111 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Me, my shelf and I
02.09.2019 14:39registriert Februar 2017
FÜR DAS BIER!
Rettet das Klima!
(Menschenleben sind auch noch relativ toll)
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TheRealDonald
02.09.2019 14:59registriert Juli 2017
Mehr als 5 Grad wärmer bis Mitte dieses Jahrhunderts und der Bundesrat beschliesst die Reduktion des CO2 auf netto Null bis 2050! Es braucht endlich konkrete und mutige Schritte welche schnell umgesetzt werden und nicht einen unverbindlichen Plan bis in 30 Jahren! Wir sind in diesem Thema alle viel zu langsam unterwegs. Es ist bereits jetzt kritisch und bald zu spät. Wacht auf!
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Pat the Rat (manchmal auch Lord Helmchen genannt)
02.09.2019 14:53registriert Februar 2017
Statt Nüsslisalat mit Ei, Artischockensalat mit Shiitake-Pilzen?
Das sind doch zwei komplett veschiedene Gerichte. Und für mich, der Pilze nicht mag ist es auch keine richtige Alternative.
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