Wirtschaft
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Kein Uber mehr in London: Fahrdienst-Vermittler verliert Lizenz



Uber hat erneut seine Lizenz in London verloren. Die dortige Verkehrsbehörde entzog dem Fahrdienstvermittler am Montag zum zweiten Mal innerhalb von zwei Jahren die Erlaubnis und begründete dies mit Sicherheitsverstössen.

Es sei nicht mehr gewährleistet, dass Fahrgäste ausschliesslich von autorisierten Fahrern abgeholt werden, teilte die Behörde mit. Die rund 45'000 Uber-Fahrer dürfen ihre Dienste jedoch zunächst weiter anbieten, da die Entscheidung noch nicht endgültig ist. Der US-Konzern will Einspruch einlegen.

FILE - In this Wednesday, Feb. 10, 2016 file photo, London taxis block the roads during a protest in central London, concerned with unfair competition from services such as Uber. London’s transit operator says it is not renewing Uber’s license to operate in the British capital. Uber’s license expires Monday Nov. 25, 2019. (AP Photo/Frank Augstein, File)

Proteste gegen Uber: im Februar 2016 blockierten Taxifahrer zentrale Strassen in London. Bild: AP

Transport for London (TfL) stellte nach eigenen Angaben bei mindestens 14'000 Fahrten fest, dass unbefugte Fahrer Taxigäste abgeholt hatten. Bereits in der Vergangenheit seien Bedenken zur Sicherheit der Passagiere angesprochen worden, allerdings habe Uber diese nur teilweise aus dem Weg geräumt. «Wir können daher nicht ausschliessen, dass sich ähnliche Probleme in Zukunft nicht wiederholen und halten das Unternehmen derzeit nicht für ‹fit und ordentlich›», erklärte die Regulierungsbehörde.

Uber kritisiert Entscheid

Uber-Chef Dara Khosrowshahi schrieb über Twitter, Uber habe in den vergangenen zwei Jahren an seinen Angeboten in London viele Veränderungen vorgenommen. Die Entscheidung der TfL sei «falsch».

Regionalmanager Jamie Heywood ergänzte, Uber werde die Software weiter verbessern, damit Gäste künftig nur noch von befugten Fahrern transportiert würden.

Der Bürgermeister der britischen Hauptstadt, Sadiq Khan, begrüsste die Entscheidung der TfL. In London gebe es viel Platz für innovative Unternehmen, jedoch müssten sich diese an die Regeln halten und die Kundensicherheit gewährleisten, twitterte er. London ist in Europa der grösste und prestigeträchtigste Markt für Uber.

Uber ficht schon seit Jahren Kämpfe mit der TfL aus. 2017 hatte sie einen Antrag auf Verlängerung der Lizenz abgelehnt, weil sie Mängel bei der Meldung von Straftaten und der Überprüfung des Fahrerhintergrundes gesehen hatte. Ein Richter gewährte Uber 2018 aber eine Bewährungslizenz für 15 Monate, nachdem das Geschäftsmodell geändert worden war.

An der Börse gingen Anleger auf Abstand. Die Uber-Aktien sackten im vorbörslichen Handel an der Wall Street um sechs Prozent auf 27,80 Dollar ab. Im Mai war Uber mit einem Preis von 45 Dollar je Aktie an die Börse gegangen. Bereits am ersten Handelstag hatten die Titel deutliche Verluste verzeichnet und es wenige Wochen danach nur kurz darüber geschafft. Seither sind sie im Sinkflug. (awp/sda/reu)

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15Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • landre 25.11.2019 16:33
    Highlight Highlight Trotz liberalem Arbeitsverhältnis, sind Uber-Fahrer-innen faktisch keine "Freelance". Es sind System relevante Arbeitseinheiten bzw. direkte Arbeitnehmer-innen eines Human Ressource profitierendem Unternehmen. Zumindest solange AI/ Robotik diese Dienstleistungen nicht übernehmen. Daher und solange gewisse Unternehmen pekuniär profitierend auf solchen (volkswirtschaftlichen, usw.) Paradoxen beharren, kann eine Lizenz-Entziehung doch auch nur schon deswegen gerechtfertigt sein(?)
  • Kaspar Floigen 25.11.2019 13:52
    Highlight Highlight Sadiq Khan als Marionette des Establishments. Immer schön auf innovativ machen, aber den vorher gut vorankommenden Ausbau der Fahradwege stoppen und dann alternativen Taxiunternehmen die Lizenz entziehen. Die wollen wieder zurück zu Zeiten, wo jeder nur mit dem eigenen Auto gefahren ist.
  • johnnyenglish 25.11.2019 13:26
    Highlight Highlight Solange nicht alle Rechtsmittel wie z.B. Rekurs- oder Beschwerdeverfahren ausgeschöpft sind, und der Entscheid somit nicht rechtskräftig ist, stimmt der Titel «Uber verliert Lizenz» nicht. Oder?
  • theluke 25.11.2019 13:19
    Highlight Highlight dann werde ich wieder von taxifahrern ausgeraubt. geil.
  • tzhkuda7 25.11.2019 13:19
    Highlight Highlight Zurecht, solange die sich gegen "taxes" und Sozialabgaben so derart stemmen, sollen die Gefälligst nicht mehr fahren dürfen.
    • malu 64 25.11.2019 20:16
      Highlight Highlight Und zum Teil 24 Std. herumkurven!
  • Cns 25.11.2019 12:08
    Highlight Highlight Toll, die überteuerten Black Cabs haben gewonnen ... War kürzlich in London und wurde übelst über den Tisch gezogen mit dem Preis, weil ich zur späten Stunde keine Alternative hatte. Das nutzen sie schamlos aus. Mit Uber undenkbar.
    • Sandro Lightwood 25.11.2019 12:31
      Highlight Highlight Stimmt, mit Uber werden die Taxifahrer resp. die Uberfahrer über den Tisch gezogen. Von dem her viel besser. 🤷‍♂️
    • Hansdamp_f 25.11.2019 12:59
      Highlight Highlight Cns: Dein Informationsstand ist wohl hier nicht der beste:
      https://www.zeit.de/entdecken/reisen/merian/taxifahrer-london-wissenstest-the-knowledge

      Wer die Londoner Taxilizenz erwirbt, kennt die Stadt auswendig. Und hat seinen Lohn verdient. Da faehrst Du lieber mit Uber zum Hungerlohn in die Sackgasse?
    • Gigle 25.11.2019 13:02
      Highlight Highlight Wenn man eine ‚Arbeitsvertrag‘ unterschreiben muss, weil man keine Alternative hat ist das nicht wirklich freiwillig.
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