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USA ziehen 5000 Soldaten aus Deutschland ab – darum geht es

USA wollen 5000 Soldaten aus Deutschland abziehen – das sind die Hintergründe

Trump hatte jüngst bereits angekündigt, einen entsprechenden Schritt zu prüfen. Zuvor hatte er deutliche Kritik an Bundeskanzler Friedrich Merz geübt, weil dieser sich kritisch über die US-Offensive gegen den Iran geäussert hatte. Die wichtigsten Fragen und Antworten.
02.05.2026, 06:3402.05.2026, 06:34

Was wurde angekündigt?

US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hat den Abzug von etwa 5000 US-Soldaten aus Deutschland angeordnet. Man gehe davon aus, dass der Abzug innerhalb der nächsten sechs bis zwölf Monate abgeschlossen sein werde, teilte ein Sprecher des Pentagons der Deutschen Presse-Agentur mit. Diese Entscheidung folge einer gründlichen Überprüfung der US-Truppenpräsenz in Europa. Sie trage den Anforderungen der Einsatzgebiete sowie den Bedingungen vor Ort Rechnung, hiess es.

Defense Secretary Pete Hegseth speaks to members of the media during a press briefing at the Pentagon, Thursday, April 16, 2026 in Washington. (AP Photo/Kevin Wolf)
Pete Hegseth
Pete Hegseth (16. April 2026). Bild: keystone

Wie viele Soldaten sind insgesamt in Deutschland stationiert?

In Europa gibt es seit Jahrzehnten Dutzende grosse US-Militärstützpunkte. Bei den weltumspannenden Einsätzen der Amerikaner – etwa im Nahen Osten – sind sie von enormer Bedeutung: Hier sind Truppen, Waffen, Schiffe und Flugzeuge stationiert, es werden Drohnen gesteuert oder auch Verletzte versorgt. In Deutschland gehören dazu das US-Oberkommando für Europa (EUCOM) in Stuttgart und als Drehkreuz der US-Luftwaffe der Flugplatz Ramstein in Rheinland-Pfalz. Weitere wichtige Stützpunkte unterhalten die USA in Italien und in Grossbritannien.

Aktuell sind nach Angaben des US-Militärs von Mitte April rund 86'000 Soldaten in Europa stationiert – davon rund 39'000 in Deutschland. Die Zahl verändert sich regelmässig, auch wegen Rotationen und Übungen.

Der US-Kongress hatte Ende vergangenen Jahres einen Sicherheitsmechanismus beschlossen: Die Gesamtzahl der Streitkräfte, die dauerhaft im Zuständigkeitsbereich des Europa-Kommandos sind, darf nicht länger als 45 Tage unter 76'000 liegen. Danach müssten bestimmte Berichtswege eingehalten werden, um eine Verringerung anzustrengen.

Erst im März hatte Trump dem Bundeskanzler nach dessen Angaben bei einem weiteren Besuch in Washington zugesagt, dass die USA an ihrer Truppenpräsenz in Deutschland festhalten wollten. «Das ist eine gute Nachricht, die ich aber auch anders nicht erwartet habe», sagte der CDU-Vorsitzende nach einem Treffen mit Trump.

Wollte Trump nicht schon einmal Truppen abziehen?

Doch: Trump hatte bereits in seiner ersten Amtszeit (2017 bis 2021) mit einer Reduzierung des Truppenkontingents in Deutschland gedroht. Damals hatte er einige Monate vor seinem Abschied aus dem Weissen Haus angekündigt, er wolle 12'000 der damals rund 35'000 US-Soldaten aus Deutschland abziehen. Mehrere Tausend davon sollten innerhalb von Europa verlegt werden, andere sollten in die USA zurückkehren.

Trump beschrieb das Vorhaben damals als Strafaktion für die aus seiner Sicht mangelnden deutschen Militärausgaben. Sein Nachfolger Joe Biden stoppte die Pläne dann nach seinem Amtsantritt.

In seiner zweiten Amtszeit hatte Trump Deutschland zunächst Hoffnung gemacht, die dort stationierten US-Soldaten in bisheriger Truppenstärke zu belassen. Bei einem Besuch von Merz in Washington im Sommer vergangenen Jahres sagte er auf Nachfrage einer Reporterin, wenn Deutschland die amerikanischen Soldaten dort haben wolle, sei er dazu bereit. «Ja, das werden wir tun. Das ist kein Problem.»

Was ist zwischen Trump und Merz passiert?

Das Verhältnis der beiden Staatsoberhäupter hat sich in den letzten Tagen markant verschlechter. Auslöser war unter anderem eine Äusserung Merz' über den Iran-Krieg der USA und Israels.

FILE - President Donald Trump meets with German Chancellor Friedrich Merz in the Oval Office at the White House, March 3, 2026, in Washington. (AP Photo/Mark Schiefelbein, File)
Donald Trump,Friedrich ...
Da war das Verhältnis noch besser: Friedrich Merz bei Donald Trump zu Besuch im Weissen Haus, 3. März 2026.Bild: keystone

Am Montag hatte der deutsche Kanzler bei einer Diskussion mit Schülern im Sauerland das Vorgehen der USA gegen den Iran stark kritisiert: Die anfangs angestrebte schnelle Lösung des «Problems» sei nicht erfolgt. Und: Die USA könnten den Krieg nicht schnell beenden, «weil die Iraner offensichtlich stärker sind als gedacht und die Amerikaner offensichtlich auch in den Verhandlungen keine wirklich überzeugende Strategie haben.» Eine ganze Nation werde durch die iranische Staatsführung gedemütigt, meinte Merz.

Trumps Antwort kam am Dienstag umgehend: «Er hat keine Ahnung, wovon er spricht!», schrieb der Republikaner auf Truth Social. Bereits zu diesem Zeitpunkt behauptete Trump, «dass es Deutschland so schlecht geht, sowohl wirtschaftlich als auch in anderer Hinsicht!». Er warf Merz vor, damit einverstanden zu sein, dass der Iran über Atomwaffen verfüge, und lobte sein eigenes Vorgehen.

Zwei Tage später legte der US-Präsident nach: «Der deutsche Bundeskanzler sollte mehr Zeit darauf verwenden, den Krieg zwischen Russland und der Ukraine zu beenden», schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social. Er warf Merz vor, im Ukraine-Krieg bislang «völlig wirkungslos» gewesen zu sein. Zudem müsse er Deutschland wieder in den Griff bekommen, anstatt sich in andere Angelegenheiten einzumischen.

Gemessen an Trumps Äusserungen schien das persönliche Verhältnis der beiden auf einem neuen Tiefpunkt angelangt zu sein. Merz trat diesem Eindruck am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Berlin allerdings entgegen. «Das persönliche Verhältnis zwischen dem amerikanischen Präsidenten und mir ist – jedenfalls aus meiner Sicht – unverändert gut», sagte er. «Wir sind nach wie vor in guten Gesprächen miteinander.»

(lak/sda/dpa)

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Die beliebtesten Kommentare
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Lukioman
02.05.2026 07:13registriert Mai 2023
Die Soldaten werden abgezogen, ja. Wahrscheinlich als regelmässige Rotation oder Verlegung in eine andere Basis. Das ist wie wenn eine Brigade umzieht. Eigentlich business as usual für die Generäle, nur Trump tut so als wäre er mächtig und zeigt es jetzt dem Merz. Ein Schümlischläger par excellence!
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Andi7
02.05.2026 07:05registriert November 2019
Wenn die USA ihre Soldaten abziehen wollen – bitte. Es ist nicht so, als würde halb Deutschland in Trauer versinken. Eher im Gegenteil.
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Eckhardt
02.05.2026 07:14registriert Juni 2024
Ein weiterer Beleg, wie Trump aufgrund seines persönlichen Unvermögens (ob aus Trotz, Eitelkeit oder Inkompetenz) genau das Gegenteil seines Zieles erreicht. Preise, Zölle etc als Beispiele.
Mit seinem gewünschten Abzug der 5000 Leute würde er nicht Deutschland und Merz, sondern die USA und sich selbst bestrafen.
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