Wirtschaft
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«Der 500-Euro-Schein ist ein Instrument für illegale Aktivitäten» – und wird darum abgeschafft



Europas Währungshüter wollen Kriminellen das Handwerk erschweren. Der 500-Euro-Schein wird schrittweise abgeschafft – bleibt aber gesetzliches Zahlungsmittel.

Das Ende des 500-Euro-Scheins ist besiegelt. Der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) entschied am Mittwoch, dass die Ausgabe der grössten Euro-Banknote «gegen Ende 2018» eingestellt wird, wie die Notenbank in Frankfurt mitteilte.

Zu diesem Zeitpunkt sollen die überarbeiteten 100- und 200-Euro-Scheine eingeführt sein. Die sich im Umlauf befindenden 500er sollen aber gesetzliches Zahlungsmittel bleiben – die Geschäfte müssen sie also weiter akzeptieren – und unbegrenzt umtauschbar sein.

«Der 500-Euro-Schein wird, wie andere Stückelungen der Euro-Banknoten, immer seinen Wert behalten und kann für einen unbegrenzte Zeitraum bei den nationalen Banken des Eurosystems umgetauscht werden», erklärte die EZB. Die anderen Stücklungen vom 5- bis 200 Euro-Schein sollen erhalten bleiben.

epa05059808 A handout photograph made available by the Austrian Vienna Police on 08 December 22015 showing 500-Euro notes set to dry at a police station in Vienna, Austria, 05 December 2015. Bank notes worth than more than 100.000 Euros have been found at the New Danube in Vienna, Austria, 5 December 2015. Their origin is still unclear.  EPA/VIENNA POLICE / HANDOUT WE EXPRESSLY POINT OUT THAT, DUE TO LEGAL REASONS, THIS IMAGE MAY ONLY BE USED IN CONNECTION WITH THE PURPOSE CITED - EDITORIAL USE ONLY - MANDATORY CREDIT HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Diese Noten können bald in einem Museum ausgestellt werden.
Bild: EPA/VIENNA POLICE

Bislang sind etwa 600 Millionen 500er im Umlauf. Zum letzten Mal wurde die grösste Euro-Banknote 2014 produziert. Mit der schrittweisen Abschaffung des lilafarbenen Scheins sollen Terrorfinanzierung und Schwarzarbeit eingedämmt werden.

EZB-Präsident Mario Draghi hatte darauf hingewiesen, dass der 500er für kriminelle Zwecke genutzt werde: «Der 500-Euro-Schein ist ein Instrument für illegale Aktivitäten.» Die EU-Finanzminister hatten bei einem Treffen in Februar deutlich gemacht, dass sie von der EZB «angemessene Massnahmen» mit Blick auf den 500-Euro-Schein erwarten.

Ob mit einer Abschaffung der Banknote kriminelle Machenschaften eingedämmt werden können, ist allerdings umstritten. So argumentierte beispielsweise Schattenwirtschafts-Experte Friedrich Schneider von der Universität Linz, Geldwäsche laufe längst weit überwiegend bargeldlos über Scheinfirmen. Auch der Präsident der deutschen Bundesbank, Jens Weidmann, hatte sich zuletzt skeptisch gezeigt. Im EZB-Rat reichte für die Entscheidung eine einfache Mehrheit.

Weltweit gehörte die 500-Euro-Note zu den Banknoten mit dem höchsten Wert. In den USA reicht die Skala nur bis 100 Dollar. Die Schweiz hingegen hat 1000-Franken-Noten und wird diese laut Schweizerischer Nationalbank auch beibehalten.

Carl-Ludwig Thiele, Vorstand der deutschen Bundesbank, begrüsste, dass sich der EZB-Rat klar zum Erhalt der 200- und der 100-Euro-Banknote bekannt habe. «Die zweite Banknotenserie wird zwar von derzeit sieben auf dann sechs Stückelungen reduziert, jedoch bedeutet der Ausgabestopp für die 500-Euro-Banknote keinen Einstieg in die Abschaffung des Bargeldes», sagte Thiele der Deutschen Presse-Agentur. Bargeld bleibe gesetzliches Zahlungsmittel und werde auch künftig eine wichtige Rolle einnehmen bei den täglichen Einkäufen und als Wertaufbewahrungsmittel. (jas/sda/dpa)

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12Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Suchlicht 05.05.2016 09:09
    Highlight Highlight In einem nächsten Schritt setzen die USA und die EU die Schweiz so lange auf irgend eine schwarze Liste, bis die 1'000er-Note per Nitrecht abgeschafft wird. Natürlich geht es dabei nicht um wirtschaftliche Interessen, sondern um unsere Sicherheit, da grosse Noten nur von Kriminellen und Terroristen genutzt werden... 😱
  • Klirrfactor 05.05.2016 06:50
    Highlight Highlight Und wie soll ich jetzt dem Kellner sein Trinkgeld geben?
  • Sapere Aude 05.05.2016 01:06
    Highlight Highlight Würde man dieser Logik folgen wären Waffen schon lange verboten. Das Ziel ist klar, Abschaffen des Bargeldes zwecks totaler Kontrolle der Bürger. Kriminelle werden infach ein anderes Zahlungsmittel nehmen.
    • calledtom 05.05.2016 07:57
      Highlight Highlight Absolut korrekte Schlussfolgerung. Und das Geld soll zurück in den Kreislauf. Ansonsten kollabiert das System. Immer neues Geld drucken bringt halt auch nix. Diskussionen über die Abschaffung der 100 Dollar-Note liefen ja bereits.
    • kurt3 05.05.2016 10:17
      Highlight Highlight Sapere Aude , normalerweise teile ich meistens Deine Meinung . Den Vorwand der Terrorismus-Bekämpfung ist ein Vorwand . Der andere Grund Bekämpfung der Schattenwirtschaft ist wichtig.Mal ehrlich , wer braucht schon große Mengen Bargeld außer Schwarten-und Viehhändler ? Wer kann Schwarzgeld anhäufen außer Bauer und Handwerker ? Wenn Du einen Lohnausweis bekommst , zahlst Du auch noch die Steuern , die die Schattenwirtschaft hinterzieht . Warum sind Barzahlungungen von über 1000 resp. 2000 € in F, E, P verboten ? Eben .
    • Sapere Aude 05.05.2016 11:29
      Highlight Highlight Wenn man 1000er und 500er abschafft habe ich noch kein Problem damit, hier stellt sich wirklich die Frage ob Noten mit solch hohem Nennwert einen Sinn machen. Ich bin jedoch gegen die Abschaffung von Bargeld im allgemeinen, genau wegen den oben genannten Gründen. Ausserdem lassen sich grosse Geldmengen auch auf andere Wege verschieben, dazu braucht man nicht Bargeld um Transaktionen zu verschleiern.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Thanatos 05.05.2016 00:25
    Highlight Highlight Meines Wissens gibt es in den USA 50'000 und 100'000 Noten. Die werden aber nur für den Austausch zwischen den Bundesstaaten verwendet. Ich bezweifle aber, dass nicht schon alles elektronisch fliesst ;)
  • walsi 04.05.2016 23:24
    Highlight Highlight Dieses Argument, dass der 500er für illegale Aktivitäten genutzt wird und deshalb abgeschafft werden muss ist eine Beleidigung aller intelligenter Menschen. Die Panampapers haben gezeigt, dass die wirklich grossen illegalen Summen elektronisch verschoben werden.
  • koks 04.05.2016 20:03
    Highlight Highlight jedes jahr schieben firmen und superreiche 200 mia in steueroasen. und nein, das tun die nicht in 500-scheinen.
  • The Destiny // Team Telegram 04.05.2016 19:44
    Highlight Highlight Hauptsache man kann das Bargeld in Salami rädli Taktik abschaffen.
    Da Bargeld anonym ist, wird es illegal sein
    • Skeagle 04.05.2016 23:45
      Highlight Highlight Wollte genau das gleiche schreiben! 👌🏼✋🏼 :)

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