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Iran-Krieg lässt Trumps Umfragewerte deutlich einbrechen

FILE - Plumes of smoke and fire rise after debris from an intercepted Iranian drone struck an oil facility, according to authorities, in Fujairah, United Arab Emirates, March 14, 2026. (AP Photo/Altaf ...
Im Nahen Osten werden Angriffe auf die Energieinfrastruktur geflogen – mit verheerenden Folgen für die Weltwirtschaft.Bild: keystone

Zustimmung sinkt – so steht die US-Bevölkerung zu Trumps Krieg im Iran

26.03.2026, 19:5126.03.2026, 21:18

Die israelischen und US-Angriffe auf den Iran stürzen den gesamten Nahen Osten in eine Krise. Beide Seiten schrecken dabei nicht davor zurück, kritische Infrastruktur anzugreifen, mit verheerenden Folgen für die örtliche Bevölkerung und den Welthandel. Mittlerweile hinterlässt der Krieg aber auch Spuren in der US-Innenpolitik.

Donald Trump büsst seit der Offensive im Iran massiv an Zustimmung ein, wie eine aktuelle Umfrage der Nachrichtenagentur Reuters und dem Meinungsforschungsinstitut Ipsos zeigt. Demnach finden aktuell 62 Prozent der Befragten, der US-Präsident mache einen schlechten Job. Nur 36 Prozent sind mit Trump zufrieden. Vor dem Krieg lag die Zustimmungsrate noch bei 40 Prozent.

Die Umfragewerte von Donald Trump nach Beginn des Iran-Krieges.
grafik: reuters/ipsos

Reuters schreibt dazu:

«Die Meinung der Amerikaner über Trump hat sich in Bezug auf seine Wirtschaftspolitik und die Lebenshaltungskosten deutlich verschlechtert, da die Benzinpreise seit den koordinierten Angriffen der USA und Israels auf den Iran am 28. Februar stark angestiegen sind. Nur 25 Prozent der Befragten befürworteten Trumps Umgang mit den Lebenshaltungskosten – ein Thema, das im Mittelpunkt seines Präsidentschaftswahlkampfs 2024 stand.»

Die Zahlen von Ipsos zeigen weiter, dass die Zustimmung zu Trumps Wirtschaftspolitik auf 29 Prozent gefallen ist. Das sind nochmals 3 Prozentpunkte tiefer als zum Tiefpunkt während der Biden-Administration. Die US-Bürgerinnen und Bürger sind also unzufrieden, welche Folgen der Krieg für sie hat, doch was denken sie zum Krieg selbst?

So denkt die US-Bevölkerung über den Krieg

Das Meinungsforschungsinstitut Pew Research Center hat dazu eine eigene Umfrage durchgeführt und die Ergebnisse in der Nacht auf Donnerstag publiziert. Sie zeigen: Ein Grossteil (61 Prozent) der Amerikanerinnen und Amerikaner verurteilt den Eingriff durch die USA. Demgegenüber stehen 37 Prozent, welche den Eingriff für richtig befinden.

Dabei wird die tiefe Polarisierung in den USA deutlich sichtbar: Während die Wählerinnen und Wähler der Demokraten den Krieg mit 90 Prozent ablehnen, sehen 69 Prozent der Republikanerinnen und Republikaner diesen als nötig an. Doch auch unter Trumps eigener Wählerschaft tut sich ein Graben auf: Während ältere Menschen eher zustimmen, sind jüngere Republikanerinnen und Republikaner kritisch.

KEYPIX - People listen as President Donald Trump speaks at Port of Corpus Christi in Corpus Christi, Texas, Friday, Feb. 27, 2026. (AP Photo/Matt Rourke)
Auch unter jungen Republikanerinnen und Republikanern verliert Trump an Zustimmung.Bild: keystone

Spannend ist weiter, dass eine Mehrheit (53 Prozent) der Befragten befindet, dass der Krieg für die USA grundsätzlich gut verlaufe. 25 Prozent finden gar, der Krieg laufe «sehr» oder «extrem gut» für die US-Streitkräfte. Auch hier unterscheiden sich die Resultate nach Parteizugehörigkeit massiv. 46 Prozent der Republikanerinnen und Republikaner finden, der Krieg laufe «sehr» oder «extrem gut». Bei den Demokraten sagen 69 Prozent, es laufe nicht gut.

Regierung in schlechter Ausgangslage für Midterms

Zu Beginn sprach Trump beim Krieg im Iran von einem «Kurzausflug». Mittlerweile glauben aber viele Amerikanerinnen und Amerikaner, dass der Krieg noch Monate dauern könnte. Nur 8 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass der Krieg noch weniger als ein Monat weitergehen wird. 29 Prozent gehen eher davon aus, dass im Nahen Osten noch über ein Jahr lang gekämpft wird.

Das will Trump besonders im Hinblick auf die Zwischenwahlen im November verhindern. Aktuell hält die US-Regierung hauchdünne Mehrheiten im Senat und im Repräsentantenhaus. Aktuell deuten aber alle Zeichen auf einen demokratischen Sieg hin, was Trumps Handlungsfähigkeit in der zweiten Hälfte seiner Amtszeit schmälern würde. (leo)

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Der Krieg im Iran hat zur Folge, dass die Ölpreise weltweit steigen.

quelle: keystone / altaf qadri
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Die beliebtesten Kommentare
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techiesg
26.03.2026 20:01registriert März 2018
Spannend wäre zu wissen, was die 36% welche Trump 'gut' finden auf die Frage ‹Was gibt 2+2?› antworten würden…
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manuel0263
26.03.2026 20:06registriert Februar 2017
Wenn die 5000 Fallschirmjäger im Einsatz sein werden, wo laut Experten mindestens 500000 notwendig wären, und eine entsprechende Anzahl von Särgen zurück in die USA kommt, dann werden einige wohl doch eine andere Meinung haben. Eine grosse Dummheit zu machen ist schlimm, aber daraus nichts zu lernen ist katastrophal.
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Grüblerine
26.03.2026 19:57registriert Januar 2024
Die finden auch Trump gut, was soll man da noch erwarten 🤦🏻‍♀️.
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Wie Trump die Welt ins Chaos stürzt
Es droht die schlimmste Energiekrise seit Menschengedenken.
David Rothkopf war Sicherheitsberater in der Regierung von Bill Clinton. Später war er Chefredaktor des Magazins «Foreign Policy». Der Mann weiss demnach in Sachen Geopolitik Bescheid. Umso besorgniserregender ist daher, was er am Wochenende auf dem Podcast des Onlineportals «Daily Beast» erklärt hat. Konkret führte Rothkopf aus:
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