Zustimmung sinkt – so steht die US-Bevölkerung zu Trumps Krieg im Iran
Die israelischen und US-Angriffe auf den Iran stürzen den gesamten Nahen Osten in eine Krise. Beide Seiten schrecken dabei nicht davor zurück, kritische Infrastruktur anzugreifen, mit verheerenden Folgen für die örtliche Bevölkerung und den Welthandel. Mittlerweile hinterlässt der Krieg aber auch Spuren in der US-Innenpolitik.
Donald Trump büsst seit der Offensive im Iran massiv an Zustimmung ein, wie eine aktuelle Umfrage der Nachrichtenagentur Reuters und dem Meinungsforschungsinstitut Ipsos zeigt. Demnach finden aktuell 62 Prozent der Befragten, der US-Präsident mache einen schlechten Job. Nur 36 Prozent sind mit Trump zufrieden. Vor dem Krieg lag die Zustimmungsrate noch bei 40 Prozent.
Reuters schreibt dazu:
Die Zahlen von Ipsos zeigen weiter, dass die Zustimmung zu Trumps Wirtschaftspolitik auf 29 Prozent gefallen ist. Das sind nochmals 3 Prozentpunkte tiefer als zum Tiefpunkt während der Biden-Administration. Die US-Bürgerinnen und Bürger sind also unzufrieden, welche Folgen der Krieg für sie hat, doch was denken sie zum Krieg selbst?
So denkt die US-Bevölkerung über den Krieg
Das Meinungsforschungsinstitut Pew Research Center hat dazu eine eigene Umfrage durchgeführt und die Ergebnisse in der Nacht auf Donnerstag publiziert. Sie zeigen: Ein Grossteil (61 Prozent) der Amerikanerinnen und Amerikaner verurteilt den Eingriff durch die USA. Demgegenüber stehen 37 Prozent, welche den Eingriff für richtig befinden.
Dabei wird die tiefe Polarisierung in den USA deutlich sichtbar: Während die Wählerinnen und Wähler der Demokraten den Krieg mit 90 Prozent ablehnen, sehen 69 Prozent der Republikanerinnen und Republikaner diesen als nötig an. Doch auch unter Trumps eigener Wählerschaft tut sich ein Graben auf: Während ältere Menschen eher zustimmen, sind jüngere Republikanerinnen und Republikaner kritisch.
Spannend ist weiter, dass eine Mehrheit (53 Prozent) der Befragten befindet, dass der Krieg für die USA grundsätzlich gut verlaufe. 25 Prozent finden gar, der Krieg laufe «sehr» oder «extrem gut» für die US-Streitkräfte. Auch hier unterscheiden sich die Resultate nach Parteizugehörigkeit massiv. 46 Prozent der Republikanerinnen und Republikaner finden, der Krieg laufe «sehr» oder «extrem gut». Bei den Demokraten sagen 69 Prozent, es laufe nicht gut.
Regierung in schlechter Ausgangslage für Midterms
Zu Beginn sprach Trump beim Krieg im Iran von einem «Kurzausflug». Mittlerweile glauben aber viele Amerikanerinnen und Amerikaner, dass der Krieg noch Monate dauern könnte. Nur 8 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass der Krieg noch weniger als ein Monat weitergehen wird. 29 Prozent gehen eher davon aus, dass im Nahen Osten noch über ein Jahr lang gekämpft wird.
Das will Trump besonders im Hinblick auf die Zwischenwahlen im November verhindern. Aktuell hält die US-Regierung hauchdünne Mehrheiten im Senat und im Repräsentantenhaus. Aktuell deuten aber alle Zeichen auf einen demokratischen Sieg hin, was Trumps Handlungsfähigkeit in der zweiten Hälfte seiner Amtszeit schmälern würde. (leo)
