Wirtschaft
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Robert Burck, who performs as the Naked Cowboy, poses for photographs in Times Square during the coronavirus pandemic , Saturday, May 23, 2020, in New York. (AP Photo/Frank Franklin II)

Einsamer nackter Sänger auf dem Times Square in New York. Bild: AP

Analyse

Warum das Schicksal von New York auch für uns wichtig ist

Verdichtetes Wohnen, dicht gedrängte Einkaufsstrassen, überfüllte Untergrundzüge: Nirgends hat das Coronavirus härter zugeschlagen als in New York. Der «big apple» wird zum Testfall für uns alle.



Eine meiner Cousinen lebte lange in Brooklyn. In den Achtzigerjahren hätte sie für rund 10’000 Dollar das Haus kaufen können, in dem sie zur Miete wohnte. Es lag gegenüber einem Crack-House in einer Gegend mit hoher Kriminalität. Kein anständiger Mensch wollte sich damals dort blicken lassen.

Als ehemaliges Hippie-Mädchen ist meine Cousine an materiellen Dingen wenig interessiert. Weil sie Pferde liebt, war es ihr wichtig, dass sie im nahen Prospect Park als Parkwächterin arbeiten konnte. Sie hatte keine Lust, Hausbesitzerin zu werden. Heute ist das Haus im inzwischen mega-schicken Quartier zehn Millionen Dollar wert. Meine Cousine kümmert dies kaum. Sie ist zurück an ihren Geburtsort gezogen, nach Ames, einer kleinen Universitätsstadt im Bundesstaat Iowa.

New York Elend

Drogenelend in New York. bild: shutterstock.

In den Siebziger- und Achtzigerjahren drohte New York in Dreck und Kriminalität zu versinken. Die Stadt war pleite und beinahe unregierbar geworden. Dann geschah, was Richard Florida die Entstehung der «kreativen Klasse» nennt. Junge Menschen kehrten in die Stadt zurück, fanden in alten Fabrikhallen günstige Büros vor, trafen sich in Bars und Clubs. Die Kriminalität verschwand. New York wurde wieder angesagt und erlebte einen Boom.

Nach wie vor ist New York die Trend-Stadt schlechthin. Nicht von ungefähr sang Frank Sinatra einst: «Wenn du es dort schaffst, dann schaffst du es überall.» Oft kopieren andere Städte das Schicksal New Yorks, wenn auch in abgeschwächter Form. Mit Verzögerung und natürlich weniger ausgeprägt machte beispielsweise auch Zürich die Wandlung von der drogengeplagten Stadt – Stichwort Platzspitz – zur Boomtown für die kreative Klasse mit.

Keine Stadt hat das Coronavirus härter getroffen als New York. Das ist kein Zufall. «Mehr als andere grosse Städte ist New York der Inbegriff von urbanen Eigenschaften, welche das Virus in Gefahren verwandelt hat – hohe Bevölkerungsdichte, extrem hohe Lebenskosten, Abhängigkeit von Shops, Kultur und Tourismus und überfüllten öffentlichen Transportmitteln», stellt die «Financial Times» fest.

9/11 und die Finanzkrise hat New York weggesteckt. Ob die Stadt dies auch mit der Coronakrise tun wird, ist noch keineswegs sicher. «Sollte es je einen Wendepunkt in der Geschichte der Stadt gegeben haben, dann ist er da», erklärt Bürgermeister Bill de Blasio. «Wir müssen alles hinterfragen und abklären, was funktioniert, und was nicht.»

epa08436768 Candles arranged in the shape of a heart are set as a vigil honoring coronavirus victims in Queens, New York, USA, 21 May 2020. The non profit organization 'Make the Road' has organized the vigil to honor victims specially in the Corona community in Queens, which is one of the most affected areas in New York, as well as honoring volunteers in the organization who have also lost their lives to the virus.  EPA/Alba Vigaray

Lichtermeer zum Andenken an die Corona-Opfer in New York. Bild: EPA

Eine rasche Lösung wird es kaum geben. Das Virus beeinträchtig nicht nur das soziale und das kulturelle Leben der New Yorker, es trifft auch die wirtschaftliche Basis der kreativen Klasse. Künstler, Grafiker, Musiker und Szenenbeizer leiden speziell unter dem schlagartigen Lockdown. Sie sind meist selbstständig und schlecht abgesichert.

Homeoffice und Videokonferenzen werden vielleicht teure Büros überflüssig machen. Kommt dazu, dass viele Menschen nun die chronisch überfüllten Wagen der Untergrundbahn meiden werden, auch wenn sie nun täglich desinfiziert werden.

Die Reichen haben sich wie einst der Adel zu Zeiten der Pest auf ihre Zweitsitze zurückgezogen, sei es in Aspen oder in Palm Beach. Bis es einen zuverlässigen Impfstoff gibt, werden sie kaum zurückkehren, und das kann noch dauern. «Es wird definitiv zu einer Stadtflucht kommen», sagt der Immobilienunternehmer Winston Fisher.

Wegen seiner Lage ist New York extrem verdichtet. Doch Verdichtung ist angesichts der wachsenden Bevölkerung das Gebot der Stunde. Mehr als die Hälfte der Menschen lebt inzwischen in Städten. Dieser Anteil wird noch wachsen. So erklärt der Soziologe Richard Sennett im «Guardian»: «Aus guten Gründen versuchen wir derzeit, die Verdichtung zu reduzieren. Aber grundsätzlich ist Verdichtung eine gute Sache. Verdichtete Städte sind energieeffizienter. Langfristig steuern wir daher auf einen Konflikt zwischen Gesundheit und Umwelt zu.»

In this photo provided by the Office of Governor Andrew M. Cuomo, New York Gov. Cuomo tries out a spraying device which is part of a three-step disinfecting process of a New York City subway car at the Corona Maintenance Facility in the Queens borough of of New York, Saturday, May 2, 2020. Cuomo announced on Thursday April 30, that New York City is shutting down its subway system each day from 1 a.m. to 5 a.m. to increase cleaning of trains and stations during the coronavirus crisis. (Kevin P. Coughlin/Office of Governor Andrew M. Cuomo via AP)

Werden täglich desinfiziert: New Yorks U-Bahn-Wagen. Bild: AP

Dieser Konflikt manifestiert sich idealtypisch in New York. Der «big apple» ist so eine Art Versuchskaninchen für alle Grossstädte dieser Welt. Auch ein Hoffnungsträger. Gerade weil New York so hart von der Coronakrise getroffen worden ist, werden dort möglicherweise auch Techniken entwickelt, die uns helfen, künftig mit Epidemien besser umgehen zu können.

Langfristig kann der Rückzug ins Homeoffice und aufs Land keine Lösung sein. Die Verkehrsprobleme würden unlösbar, die Zersiedlung unerträglich. Das Coronavirus ist so gesehen auch ein Weckruf. «Die Stadtbewohner entdecken einen Wunsch, den sie bisher gar nicht realisiert haben», sagt Richard Sennett. «Den Wunsch nach dem Kontakt mit Menschen, die anders sind als wir.»

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Coronavirus in den USA

Riesen Subway- Chaos in New York

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43
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43Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Super8 27.05.2020 14:48
    Highlight Highlight Warum soll das Schicksal von New York für jemand wie mich aus dem tiefen Aargau wichtig sein?
  • Rethinking 27.05.2020 06:13
    Highlight Highlight Langfristig wird nur die Reduktion der weltweiten Bevölkerung eine Lösung sein...
  • Nestroy Lodoño de Salazar y Matroño 27.05.2020 01:27
    Highlight Highlight «Aus guten Gründen versuchen wir derzeit, die Verdichtung zu reduzieren. Aber grundsätzlich ist Verdichtung eine gute Sache",sagt Sennett. Finde ich nicht. Ich habe keine Lust verdichtet zu wohnen. Nähme mich Wunder, wie verdichtet denn erwohnt.
  • Antinatalist ⚠ Lockdown-Fan-Club 27.05.2020 01:07
    Highlight Highlight Condoms can save the planet. But only if you use them.
  • Maracuja 26.05.2020 21:46
    Highlight Highlight <Langfristig kann der Rückzug ins Homeoffice und aufs Land keine Lösung sein.>

    Homeoffice ist problemlos in der Stadt möglich und entlastet i.d.R. den Pendlerverkehr, die wenigsten in der Stadt haben ja einen Job gleich um die Ecke. Was schön wäre, wenn das verdichtete Wohnen zu unverschämten Mietpreisen endlich ein Ende hätte. Bin aber pessimistisch. Dass jemand, der Stayathome in einer winzigen 1-Zimmer-Wohnung ohne Balkon verbringen musste, für die Zukunft eine andere Wohnmöglichkeit ausserhalb der Stadt sucht, dafür habe ich vollstes Verständnis.
  • KnolleBolle 26.05.2020 21:04
    Highlight Highlight Wir sollten mehr an uns hier denken wie an New York und die USA ❗❗❗
    • Freedoom Fighter 27.05.2020 10:52
      Highlight Highlight ja.
  • Skeptischer Optimist 26.05.2020 20:55
    Highlight Highlight Wer wissen will wie mit Epidemien in Grossstädten umgangen werden soll, ist besser beraten nach China als nach Amerika zu schauen.

    Der Umstand, dass dies den USA Fanboys nicht wirklich passen mag, ändert daran gar nichts.

    Das amerikanische Jahrhundert ist vorbei.
    • Menel 27.05.2020 00:02
      Highlight Highlight Trotzdem vertreten die USA immer noch mehr die Werte für die wir stehen, zB. Dekokratie, und darum bringt dieser Vergleich mehr, als der Vergleich mit anderen Polit- und Wertsystemen.
    • Abu Nid As Saasi 27.05.2020 13:31
      Highlight Highlight Genau, Dekokratie. Wie bei Potyomkin, alles dekoriert in Trumpanien
    • Skeptischer Optimist 27.05.2020 15:29
      Highlight Highlight @Menel:

      Werte habe überhaupt nichts meinem Argument zu tun.

      Wir müssen nicht wie die Amerikaner sein, auch wenn wir nicht wie die Chinesen sein wollen.

      Amerika taugt nicht mehr als Vorbild in gesellschaftlichen Fragen - wenn dies überhaupt jemals der Fall war. Amerika wurde mit Sklaverei und Völkermord reich, eine Last unter der es immer noch ächzt.
  • Doradal 26.05.2020 20:32
    Highlight Highlight Die Implikation aus dem ersten Abschnitt, dass arme Menschen, die unter der Misswirtschaft der „Anständigen“ leiden, alle Unanständig sind, finde ich recht daneben.
    • Coffeetime ☕ 26.05.2020 21:29
      Highlight Highlight Es ist halt so in vielen Städten der Welt, dass gewisse Quartiere gemieden werden. Weil da Gangs unterwegs sind, oder Drogenmafia, oder... da ging und geht man nicht hin, weil man meistens das Gefühl hat, nicht mehr lebendig zurück zu kommen oder zumindest mit einigen Sachen weniger. Das hat rein gar nichts damit zu tun, dass man Arme nicht anständig findet. Zum Glück gibt es solche Quartiere in der CH nicht, aber schon in Frankreich gibt es solche Problemzonen (gewisse banlieues).

      Leider Realität.
  • Quo Vadis 26.05.2020 20:20
    Highlight Highlight "Die Stadt war pleite.... was Richard Florida die Entstehung der «kreativen Klasse» nennt. Junge Menschen kehrten in die Stadt zurück, fanden in alten Fabrikhallen günstige Büros vor, trafen sich in Bars und Clubs. Die Kriminalität verschwand."

    Genau! Nicht etwa das harte Durchgreifen der Polizei unter Rudi Giuliani ab 1993 brachten Sicherheit zurück, es waren junge Menschen mit ihrer Kreativität die den kreativen Dialog mit den Crackabhängigen und Gangs in den leeren Fabrikhallen suchten...

    Man fragt sich, auf welchem Planeten diese Urbanisten, Stadtgeografen und Lefebvre-Anhänger leben?! 😳
    Benutzer Bild
    • Mutzli 26.05.2020 21:49
      Highlight Highlight @Quo Vadis 1/
      Der Ihrem Post angehängte Graph zeigt ja bereits auf, dass Giulianis Sicherheitskonzept nicht die ganze Wahrheit sein kann: Bereits nach dem Peak 1989 gab es eine Abnahme, d.h. 3-4 Jahre vor Giulianis Wahl.

      Zudem ist die sog. Broken Windows Theory alles andere als gut belegt:"n a reanalysis of Skogan’s data, political theorist Bernard Harcourt found that the link between neighbourhood disorder and purse snatching, assault, rape, and burglary vanished when poverty, neighbourhood stability, and race were statistically controlled."
      Britannica: https://bit.ly/3d0u88K
    • Mutzli 26.05.2020 21:54
      Highlight Highlight 2/
      Wenn man den Erfolg von NYC hauptsächlich Giuliani zuschreiben möchte, blendet dies die Tatsache aus, dass es überall in den USA ab 1991 einen starken Rückgang an gewalttätigen Verbrechen gab.

      Columbia law professor Harcourt: "And of course what we witnessed from that period, basically from about 1991, was that the crime in the country starts going down, and it's a remarkable drop in violent crime in this country. [..]

      Harcourt points out that crime dropped not only in New York, but in many other cities where nothing like broken windows policing was in place."
      NPR: https://n.pr/3d4zsbp

    • Quo Vadis 27.05.2020 09:39
      Highlight Highlight @ Mutzli: Natürlich gibt es immer Interpretations-Spielraum. Dass von den Watson-Lesern Harcourt herbeigezogen wird und nicht Bratton & Knobler oder Kelling & Sousa war zu erwarten.

      Die Diskussion über Broken Window wird sich somit wohl noch über Jahre hinwegziehen bzw. niemals enden. Das hat Ideologie so an sich, dass man gerne etwas glaubt bzw. etwas so interpretieren möchte, dass es einem auch in's 'Schema' passt. Ist menschlich.

      Die Wahrheit dürfte wohl irgendwo zwischen Harcourt und den anderen genannten liegen.
  • nadasagenwirjetzteinfachmal 26.05.2020 20:00
    Highlight Highlight Aber klar doch, weil junge Menschen zurück kamen ging die Kriminalität zurück.
    War es nicht eher der Erfolg von Bürgermeister Rudy Giuliani mit Polizeichef William Bratton Polizeichef, Bratton der die so genannte Broken-Windows-Theory anwandte, die besagt, dass auch kleine Delikte streng verfolgt werden sollen, damit potentielle Straftäter sehen: Die Polizei gibt diese Strassen nicht auf, sogar jede lächerliche zerdepperte Fensterscheibe wird ersetzt, die Täter werden gesucht.
    • Mutzli 26.05.2020 21:46
      Highlight Highlight @nadas...
      Nee, die Broken-Windows-Theory war es eher nicht:"Crime was starting to go down in New York prior to the Giuliani election and prior to the implementation of broken windows policing," says Harcourt, the Columbia law professor. "And of course what we witnessed from that period, basically from about 1991, was that the crime in the country starts going down, and it's a remarkable drop in violent crime in this country"

      Zudem hat sich herausgestellt, dass die ersten Erfolgsberichte statistische Fehler hatten. NPR:https://n.pr/2yyGeqE
    • Lokutus 27.05.2020 07:06
      Highlight Highlight @ nadasagenwirjetzteinfachmal: Fehlt nur noch, dass Du neben Rudy Giuliani Trump nennst, der das Schicksal der Stadt ins Positive gekehrt hat.
      Ausgeräubert haben diese New York. Sie hat sich trotz solcher Kriminellen, wie Giuliani so gut entwickelt, nicht wegen ihnen.
    • nadasagenwirjetzteinfachmal 27.05.2020 13:43
      Highlight Highlight Man kann aus ideologischer Verblendung natürlich auch alle Tatsachen leugnen wenn man ein einfaches linkes Weltbild hat. Einfache Weltbilder gibt es halt links wie rechts . Ich bewahre mir da lieber eine gewisse Offenheit die mal nach links und mal nach rechts tendiert ohne an eine der beiden Grenzen zu gehen.
  • Maria R. 26.05.2020 19:55
    Highlight Highlight Wenn ich eine US Großstadt auswählen müsste, um dort zu leben, wäre es wohl eher an der Westküste. San Francisco vielleicht.
    In den USA zu leben, ziehe ich aber eigentlich nicht in Betracht.
    Da ist, im Vergleich dazu, die Schweiz gerade noch ein sicherer Ort.
    • bcZcity 26.05.2020 23:25
      Highlight Highlight In den USA ist es toll wenn man Geld hat. Aber auch nur dann. no money, no honey ist da noch untertrieben. Mit Geld bist Du dort frei, ohne oder mit zu wenig, dafür genau das Gegenteil.

      San Francisco würde ich nicht wählen, denn die Stadt - und ein grosser Teil der Area, ist dem Untergang geweiht sobald „the big one“ eintrifft.

      Wenn schon Nordamerika, dann Kanada. Auch wegen der Klimaerwärmung.
    • Maria R. 26.05.2020 23:47
      Highlight Highlight Ich erwähnte ja bereits:
      “In den USA zu leben, ziehe ich aber eigentlich nicht in Betracht.“
      Da bleibt mir auch das prognostizierte Erdbeben erspart.
  • ricardo 26.05.2020 19:54
    Highlight Highlight «Einsamer nackter Sänger auf dem Times Square in New York». Seine Gitarre sagt alles. Der Typ steht wohl stellvertretend für die Gefolgschaft des Horrorclowns.
    • Aglaya 26.05.2020 20:51
      Highlight Highlight Der Naked Cowboy, wie er sich nennt (ich glaube, es gibt mehrere, die diese Rolle einnehmen), steht schon seit vielen Jahren als Touristenattraktion auf dem Times Square, schon lange bevor DT Präsident wurde.
    • Grubinho 27.05.2020 06:22
      Highlight Highlight @Aglaya
      Zuerst dachte ich dass sei Shawn "The Heartbreak Kid" Michaels; der hat auch ein Tattoo auf dem rechten Arm.
    • Aglaya 27.05.2020 13:38
      Highlight Highlight @hoffmann
      Eine gewisse Ähnlichkeit ist durchaus da.
  • homo sapiens melior 26.05.2020 19:40
    Highlight Highlight Laut worldometers haben die USA heute die 100'000-Tote-Grenze überschritten. Und ihr Präsident geht golfen und spielt seine Narzissten-Show ungehemmt weiter.
    Bin sehr gespannt, wie die USA in einem Jahr aussehen werden.
    • darkgrey 26.05.2020 19:56
      Highlight Highlight Da der Präsident nicht vom Volk gewählt wird sondern derjenige der das Geld am besten einsetzt und am meisten bescheisst bei den Wahlen wird es wieder Trump sein.
    • nadasagenwirjetzteinfachmal 26.05.2020 20:02
      Highlight Highlight Und Spanien UK Belgien Italien Frankreich Schweden Irland und die Niederlande haben noch immer mehr Todesfälle je 100´000 Einwohner...keine Ahnung welcher Freizeitaktivität deren Präsidenten gerade nachgehen.
    • larssagesser 26.05.2020 20:42
      Highlight Highlight @darkgrey, immer diese dummen Aussagen, dass in den USA das Geld bei der Politik eine Rolle spielt. Wo ist das denn nicht so??? Oder sollen etwa die tausenden Werbeplakate die es bei uns vor jeder Wahl zu sehen gibt, nichts mit Geld zu tun haben? Wer mehr Geld hat, kann mehr Werbung machen, kann sich besser organisieren, kann gezielter Gruppen ansprechen usw. Das ist überall so. Und bevor Sie mit solchen doofen Kommentaren kommen: Befassen Sie sich zuerst einmal mit US-Politik, und Sie werden sehen, dass wir im Vergleich zu anderen Ländern sozusagen eine Kopie des US-Systems haben.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Garp 26.05.2020 19:20
    Highlight Highlight Den letzen Satz von Senett versteh ich nicht, kannst Du den näher erläutern, Philipp?
  • Mutzli 26.05.2020 19:12
    Highlight Highlight Apropos von "Langfristig kann der Rückzug ins Homeoffice und aufs Land keine Lösung sein" finde ich diesen Artikel der Washington Post ziemlich wichtig: https://wapo.st/2LXQYlp

    "Rural counties now have some of the highest rates of covid-19 cases and deaths in the country, topping even the hardest-hit New York City boroughs and signaling a new phase of the pandemic"

    Während Aspekte wie der notorisch veraltete & überfüllte ÖV von NYC definitiv nicht ideal in einer Pandemie sind, sind ländliche Regionen nicht unbedingt sicherer. Abgeschieden sein kann bei einem Ausbruch auch zum Problem werden
    • Coffeetime ☕ 26.05.2020 22:27
      Highlight Highlight Sehr interessanter Artikel, danke! Auch ein paar Kommentare dazu waren interessant, sie zeigten auf, wie es um die Spitäler in the countryside steht... 5 Std die Tests rumfahren, um sie ins Labor zu bringen... nun, Verhältnisse, die man in der CH zum Glück nicht hat.

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