Wirtschaft
International

Opioid-Skandal soll US-Pharmahändler bis zu 21 Mrd Dollar kosten

Opioid-Skandal soll US-Pharmahändler bis zu 21 Mrd Dollar kosten

03.11.2020, 16:5203.11.2020, 16:52
FILE - This June 17, 2019, file photo shows 5-mg pills of Oxycodone. Lawsuits filed by two Ohio counties against retail pharmacy chains claiming their opioid dispensing practices flooded communities w ...
Bild: keystone

Der Skandal um den Vertrieb von süchtig machenden Schmerzmitteln soll drei US-Pharmahändler noch teurer zu stehen kommen. Nach den Vorstellungen der Generalstaatsanwälte von vier US-Bundesstaaten sollen AmerisourceBergen, McKesson und Cardinal Health zusammen bis zu 21 Milliarden Dollar zahlen.

Damit sollen Tausende von Klagen in der sogenannten Opioid-Krise beigelegt werden, wie aus dem Quartalsbericht von McKesson am Dienstag hervorgeht. Ein Vergleichsvorschlag der Arzneimittelgrosshändler über 18 Milliarden Dollar von 2019 war von den Anwälten mehrerer Bundesstaaten und Kommunen als unzureichend abgelehnt worden.

In dem Verfahren geht es um den Vorwurf, dass Hersteller und Pharmahändler durch die Verschreibung und den Vertrieb von opiodhaltigen Schmerzmitteln dazu beigetragen hätten, dass nach Erkenntnissen des Staates mehr als 450'000 Amerikaner von 1997 bis 2018 an einer Überdosis der Medikamente gestorben sind. Mehr als 3000 Klagen liegen deswegen vor.

Der Arzneimittel-Konzern Johnson & Johnson (J&J) hatte bereits Mitte Oktober erklärt, er werde 5 Milliarden Dollar zu dem Vergleich beigetragen. In dem ersten Vorschlag hatte er 4 Milliarden Dollar angeboten. McKesson erklärte, nach dem neuen Vorschlag entfielen auf den Grosshändler aus San Francisco allein 8 Milliarden Dollar, die über einen Zeitraum von 18 Jahren fliessen sollen. Mit dem Geld sollen unter anderem Programme zur Suchtprävention und gegen Arzneimittel-Missbrauch finanziert werden. (aeg/sda/awp/reu)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
3 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
3
Das prickelnde Geschäft mit stillem Wasser: Evian bricht ein Tabu
Die Marke Evian ist erfolgreicher denn je. Wie verkauft man etwas, das in jedem Haushalt aus dem Hahn fliesst?
Eine halbe Stunde dauert die Fahrt, dann legt das Boot, das in Lausanne gestartet ist, in Evian-les-Bains an. Die kleine Gemeinde mag ein wenig an Kilchberg am Zürichsee erinnern. Rund 10'000 Menschen leben hier in gepflegter Umgebung, mit einer herrlichen Sicht auf den See. Und doch wäre das einfach irgendein Ort auf der Landkarte, hätte hier mit Evian – so wie in Kilchberg mit Lindt & Sprüngli – nicht eine globale Marke ihren Sitz.
Zur Story