ETF Sparpläne – wie du einfach startest und Vermögen aufbaust
Hast du schon einen ETF-Sparplan?
Sie werden immer beliebter: Exchange Traded Funds (ETFs) – börsengehandelte Fonds, die einen Marktindex wie z.B. den MSCI World passiv nachbilden.
Gemäss der ETF-Studie der HSLU machen Exchange Traded Funds zwar nur 16 Prozent aller Publikumsfonds in der Schweiz aus, vereinen aber bereits 26 Prozent des Fondsvermögens. Ein relativ kleiner Anteil, könnte man sagen – aber jetzt kommt’s: Seit fünf Jahren (Stand 2021) fliesst der Grossteil der Neugelder in ETFs.
Gemäss der Studie werden über die nächsten zwei Jahre rund 50 Prozent der Schweizer Anleger:innen voraussichtlich in ETFs investieren.
Die Auswahl ist riesig: Alleine in der Schweiz gibt es rund 1’500 verschiedene ETFs, und jährlich kommen etwa 8% neue hinzu. Einfacher, als jedes Mal einzelne Fonds auszuwählen, geht es mit einem sogenannten Sparplan. Was du darüber wissen solltest und wie du dabei Kosten sparen kannst, erfährst du hier.
Was ist ein (ETF)Sparplan?
Mit einem Sparplan investierst du im Autopilot-Modus einen fixen Betrag in einen oder mehrere klassische Fonds oder ETFs:
- du investierst regelmässig, z.B. monatlich
- immer denselben oder einen fixen Betrag
- in eine bestimmte Strategie oder Auswahl an Fonds/ETFs
Der Unterschied zur Einmalanlage: Beim Sparplan verteilst du dein Investment über viele Zeitpunkte. Du musst also nicht wissen, wann der «perfekte Moment» ist. Du folgst einer fixen Strategie und musst nicht jedes Mal neu entscheiden, welche Aktie oder welcher Fonds gekauft werden soll.
Wie Gülsha ihr Geld in den Griff bekommen hat - mehr dazu im Money Talks Podcast
Money Talks Podcast - dein persönlicher Finanzpodcast - jetzt hier abonnieren und keine Folge verpassen.
Fonds- und ETF-Sparpläne – der Unterschied
Sparpläne sind in der Schweiz relativ breit verbreitet. Bis anhin dominierten vor allem die klassischen Sparpläne der Banken, sogenannte Fondssparpläne. Rund 44 Prozent der Sparplan-Nutzer:innen setzen diese für den Vermögensaufbau ein.
Die Herausforderung: Diese klassischen Sparpläne investieren oft in hauseigene oder aktiv verwaltete Fonds und sind entsprechend teuer. Gemäss Moneyland kann die Pauschalgebühr bei Fondssparplänen je nach Anbieter bis zu 0.9 Prozent betragen, es gibt auch solche die 1% und mehr kosten.
Mit dem Aufwind der ETFs gibt es heute immer mehr kostengünstige Möglichkeiten, mit einem sogenannten ETF-Sparplan Vermögen aufzubauen. Der «ETF Sparplan» ist nichts anderes, als eine automatische, regelmässige Anlage in einen oder mehrere Exchange Traded Funds.
Ein Kostenvergleich lohnt sich in jedem Fall: Moneyland zeigt, dass die Unterschiede enorm sind – Sparpläne können zwischen 200 und 4’000 Franken pro Jahr kosten (bei einer Anlage von 200 CHF pro Monat über zehn Jahre). Den detaillierten Kostenvergleich findest du hier.
Wann macht ein Sparplan für dich Sinn?
Ein Sparplan kann gut zu dir passen, wenn …
- du regelmässig einen festen Betrag investieren möchtest·
- du langfristig Vermögen aufbauen willst – Schritt für Schritt
- du dein Investieren automatisieren möchtest, statt jedes Mal neu zu entscheiden
- du in Aktien investieren möchtest, ohne einzelne Titel auswählen zu müssen
- du nicht täglich Börsennachrichten verfolgen willst·
- du von den langfristigen Renditechancen von ETFs profitieren möchtest
- du bereit bist, kurzfristige Wertschwankungen auszuhalten
ETF-Sparpläne haben verschiedene Vor- und Nachteile.
Vorteile
- Einfacher Einstieg: Du kannst schon mit kleinen Beträgen ab 50 CHF oder weniger starten
- Regelmässigkeit: Du investierst automatisch, musst nicht den «richtigen» Einstiegszeitpunkt finden und profitierst vom Durchschnittspreiseffekt
- Breite Diversifikation: Mit ETFs investierst du in viele Unternehmen gleichzeitig
- Geringe Kosten: Bei guter Auswahl ist ein ETF-Sparplan kostengünstig
- Disziplin durch Automatismus: Emotionale Fehlentscheidungen werden reduziert
- Flexibilität: Sparraten lassen sich meist anpassen, pausieren oder stoppen
- Langfristige Renditechancen: ETFs bieten langfristige Ertragsperspektiven, die attraktiver sind als Sparen auf dem Sparkonto
Nachteile und Risiken
Wie alle Anlagen haben auch Sparpläne Nachteile:
- Marktschwankungen: Der Wert deines Investments kann kurzfristig stark schwanken und auch Verluste aufweisen
- Geduld und Zeit erforderlich: Sparpläne entfalten ihre Stärke erst über viele Jahre
- Scheinsicherheit: Automatisierung ersetzt keine durchdachte Strategie. Unpassende ETFs oder Strategien können zu schwachen oder ausbleibenden Renditen führen, ohne dass du es sofort merkst
- Kosten werden unterschätzt: Gerade bei klassischen Fondssparplänen können die Gebühren erheblich sein – eine regelmässige Kostenüberprüfung lohnt sich
- Psychologische Herausforderung: In Krisen kann Durchhalten emotional schwierig sein
- Keine Überrendite möglich: In der Regel bestehen Sparpläne aus ETFs, die einem Index folgen. Sie können daher nicht besser rentieren als die Märkte, die sie abbilden
- Geringe Flexibilität: Je nach Tool und Anbieter hast du mehr oder weniger Gestaltungsspielraum, z.B. bei der Auswahl oder dem Ausschluss bestimmter Themen
Sparpläne eignen sich daher vor allem für den langfristigen Vermögensaufbau und als Basisanlage – insbesondere dort, wo du viel Zeit hast, z.B. in der Säule 3a, bei der Anlage für Kinder oder für Geld, das du mindestens zehn Jahre nicht benötigst.
Welche Arten von ETF-Sparplänen gibt es?
Um einen ETF-Sparplan aufzusetzen, stehen dir verschiedene Möglichkeiten und Tools zur Verfügung. Hier drei Beispiele:
DIY-Sparplan
Du wählst die ETFs selbst aus, legst den monatlichen Sparbetrag fest und aktivierst beim Broker die Sparplan-Funktion. Ein Beispiel ist SAXO AutoInvest, wo du aus rund 100 ETFs wählen kannst. Andere Anbieter wie Swissquote, Yuh oder PostFinance ermöglichen ebenfalls regelmässige Investitionen per Sparplan.
So kannst du deinen Sparplan selbst erstellen und dir Verwaltungsgebühren sparen: z.B. zwei bis drei ETFs auswählen, Sparplan festlegen und losinvestieren.
Achtung: Achte hier besonders auf die Kosten. Nicht jeder Broker bietet kostenlose Käufe an – ideal ist ein Anbieter ohne Transaktionsgebühren pro Ausführung.
Online-Vermögensverwalter
Bei Online-Vermögensverwaltern wie True Wealth, findependent, Viac Invest oder finpension erstellst du ein Risikoprofil und erhältst ein ETF-Portfolio. In dieses investierst du per Dauerauftrag regelmässig einen fixen Betrag.
Auch hier gilt: Kosten genau prüfen. In der Regel setzen sie sich aus zwei Komponenten zusammen – der Verwaltungsgebühr und den ETF-Kosten. Eine Verwaltungsgebühr von z.B. 0.45% bedeutet also nicht, dass dies die gesamten Kosten sind.
Klassische Fondssparpläne und vorgefertigte Portfolios
Hierzu zählen die bekannten Fondssparpläne vieler Anbieter. Als kostengünstigere Variante gibt es auch vorgefertigte ETF-Portfolios wie z.B. Invest Easy von Swissquote, in die du regelmässig investieren kannst.
Welches Modell du wählst, hängt von deinen Präferenzen und deiner Bereitschaft selbst Hand anzulegen ab. In der Regel ist die DIY-Variante – ohne Transaktionsgebühren – die günstigste. Dafür übernimmst du die ETF-Auswahl selbst.
Die häufigsten Fehler bei ETF-Sparplänen
Ein ETF-Sparplan ist kein Selbstläufer. Die grössten Risiken sitzen nicht im Markt, sondern in unseren Entscheidungen.
Zu viele ETFs
Gerade bei den selbstgemachten ETF Sparplänen kann das gerene passieren. Mehr ETFs bedeuten nicht automatisch mehr Sicherheit. Oft entstehen Unübersichtlichkeit oder Überlappungen. Für den Start reichen meist zwei bis fünf ETFs.
Panik und Verkäufe bei Rückschlägen
Märkte schwanken. Wenn du bei jeder Korrektur pausierst oder verkaufst, sabotierst du deinen Sparplan – und verpasst oft die anschliessende Erholung.
Gebühren ausser Acht lassen
Kleine Prozentzahlen wirken harmlos, haben langfristig aber grosse Auswirkungen. Gerade bei automatischen Sparplänen lohnt sich ein regelmässiger Kostenvergleich.
Keine Überprüfung
Ein Sparplan ist langfristig gedacht, kann theoretisch automatisch laufen – sollte aber mindestens einmal pro Jahr überprüft werden: Passt er noch zu deinem Risiko? Gibt es günstigere Anbieter? Wie war die Rendite?
Zu häufige Strategiewechsel
Wer ständig Anpassungen vornimmt, erzielt selten bessere Resultate und verursacht zusätzliche Kosten. Wenn du aktiver investieren möchtest, ist ein separates Depot oft sinnvoller.
ETF-Sparpläne sind eine einfache Möglichkeit, deinem Geld langfristig Wachstum zu ermöglichen. Sie eignen sich hervorragend als Autopilot für langfristiges Investieren.
Ich bin gespannt: Wie macht ihr das? Habt ihr bereits Sparpläne – und wenn ja, in ETFs oder klassische Fonds? Welche Tools nutzt ihr?💸
