Kerosinmangel: Lufthansa streicht 20'000 Flüge
Aufgrund der angespannten Lage im Energiemarkt «optimiert» die Lufthansa laut einer Medienmitteilung vom Dienstagabend ihr Flugangebot «über alle sechs Drehkreuze». Konkret werden bis Oktober 20'000 Kurzstreckenflüge aus dem Programm gestrichen.
Mit der Kürzung erhofft sich die deutsche Airline und SWISS-Mutter eine Einsparung von rund 40'000 Tonnen Kerosin. Es wird darauf hingewiesen, dass sich der Preis des Treibstoffs seit Beginn des Irankriegs verdoppelt hat. Mit der Massnahme sei die Kerosinversorgung der Lufthansa-Gruppe – und damit auch der SWISS – in den kommenden Wochen gesichert.
Insbesondere «unwirtschaftliche» Strecken über die Drehkreuze Frankfurt und München stehen dabei im Fokus der Anpassungen. Gleichzeitig sollen jedoch die bestehenden Strecken über Zürich, Wien und Brüssel ausgeweitet werden. Über diese Flughäfen soll eine deutlich effizientere Abwicklung möglich sein, ohne das Passagiere Zugang zum weltweiten Streckennetz verlieren.
Seit Montag werden jeden Tag 120 Verbindungen der Lufthansa-Gruppe gestrichen. Dies soll laut der Medienmitteilung bis Ende Mai so umgesetzt werden. Betroffene Passagiere seien informiert worden. Drei Lufthansa-Ziele (Bydgoszcz und Rzeszow in Polen und Stavanger in Norwegen) entfallen zumindest vorläufig ganz aus dem aktuellen Flugplan.
Wie es mit den Sommerferien-Flügen aussieht, ist noch nicht ganz klar – die Lufthansa geht jedoch von einer weitgehend stabilen Treibstoffversorgung aus. Man arbeite an unterschiedlichen Massnahmen, um diese zu gewährleisten. Die SWISS hatte bisher gegenüber CH Media betont, dass sie an ihrem Flugplan festhalten wolle. (cpf)
