Wirtschaft
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epa07484071 An Ethiopean Airlines Boeing 737 Max 8 parked at Bole International airport, Addis Ababa, Ethiopia, 04 April 2019.  Ethiopian civil aviation have grounded all their Boeing Max 8 planes. Ethiopian Airlines flight ET 302 carrying 149 passengers and 8 crew was en route to Nairobi, Kenya, when it crashed on 10 March 2019. All passengers and crew aboard died in the crash. The Boeing 737 Max 8 aircraft has come under scrutiny after similar deadly crashes in Ethiopia and Indonesia within a few months. World airlines have grounded their 737 Max 8 planes for safety concerns after the Ethiopian Airlines plane crashed minutes after take-off.  EPA/STR

Eine Boeing 737 MAX der Ethiopian Airlines. Bild: EPA/EPA

Boeing-Chef gibt Fehler im Umgang mit 737-MAX-Problemen zu



Der Vorstandsvorsitzende des US-Flugzeugbauers Boeing hat Verfehlungen des Unternehmens im Umgang mit dem Problem-Flugzeugtyp 737 MAX eingeräumt. Die Implementierung des Anstellwinkel-Alarms im Stabilisierungssystem MCAS sei «ein Fehler» gewesen.

Das sagte Dennis Muilenburg dem US-Fernsehsender CBS am Mittwoch (Ortszeit) in seinem ersten Interview seit Verhängung des Flugverbots für den Maschinentyp. «Unsere Kommunikation diesbezüglich war nicht, wie sie hätte sein sollen», fügte er hinzu.

Für Boeing-Maschinen vom Typ 737 MAX war im März ein weltweites Flugverbot verhängt worden, nachdem innerhalb von fünf Monaten zwei Maschinen dieses Typs unter ähnlichen Umständen abgestürzt waren. Bei den Unglücken im Oktober in Indonesien und im März in Äthiopien kamen insgesamt 346 Menschen ums Leben.

epa07536555 Boeing Chief Executive Officer Dennis Muilenburg speaks during a press conference after the Boeing Annual General Meeting in Chicago, Illinois, USA, 29 April 2019. Boeing management faced questions from shareholders on their handling of the 737 Max crisis and heavy losses of stock of some 10 percent after October 2018 Lion Air and March 2019 Ethiopian Airlines 737 Max passenger plane accidents.  EPA/JOSHUA LOTT / POOL

Dennis Muilenburg: Der Vorstandsvorsitzende von Boeing gibt Fehler zu. Bild: EPA/WASHINGTON POST POOL

In beiden Fällen steht das speziell für die Boeing 737 MAX entwickelte Stabilisierungssystem MCAS im Verdacht, eine verheerende Rolle gespielt zu haben. Es drückt bei einem drohenden Strömungsabriss die Nase des Flugzeugs automatisch nach unten, auch wenn die Piloten gegensteuern.

Boeing aktualisierte die Software, wartet aber auf die Zulassung. Ein Treffen von Luftaufsichtsbehörden weltweit hatte vergangene Woche kein Ergebnis gebracht.

Boeing wusste seit mehr als einem Jahr von Problemen mit dem Anstellwinkel-Alarm des MCAS, informierte aber nicht die US-Luftfahrtbehörde FAA.

Muilenburg entschuldigte sich nun bei den Familien der Opfer, bekräftigte aber gleichzeitig sein Vertrauen in die 737 MAX. «Wir sind überzeugt von der grundsätzlichen Sicherheit des Flugzeuges», sagte der Boeing-Chef. (sda/afp)

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    Alle Leser-Kommentare
  • In vino veritas 30.05.2019 13:52
    Highlight Highlight Ich hoffe, dass Boeing nach bester amerikanischer Art verklagt wird. Sparen bei der Sicherheit auf Kosten von Menschen darf sich nicht lohnen😡
  • El Vals del Obrero 30.05.2019 12:13
    Highlight Highlight "Wir haben falsch kommuniziert" ist ja wohl PR-Sprech für "Wir haben schon alles richtig gemacht, nur leider nicht daran gedacht, dass ihr zu doof sind um das zu kapieren".
  • Herbert Anneler 30.05.2019 12:07
    Highlight Highlight Schier unfassbar! Da hat jemand von der Unzulänglichkeit seines Produkts gewusst und damit bewusst das Leben von Menschen riskiert. Tatsächlich haben 346 Menschen ihr Leben verloren - Kinder ihre Mutter oder ihren Vater, Eltern ihre Kinder, Männer und Frauen ihre Partner -, und nun kommt der Boss und sagt einfach „sorry“! Und mit finanziellen Entschädigungen ist dann die Sache für Boeing erledigt - das Sterben kann anderswo weiter gehen. Was für eine unmenschliche, zynische Wirtschaftswelt, in welcher der Profit mehr zählt als das Leben von Menschen - von uns Menschen!
  • RicoH 30.05.2019 12:03
    Highlight Highlight Whaaat?

    Boeing wusste seit mehr als einem Jahr von Problemen mit dem Anstellwinkel-Alarm des MCAS, informierte aber nicht die US-Luftfahrtbehörde FAA.

    Damit ist wohl alles gesagt.
  • Phrosch 30.05.2019 11:48
    Highlight Highlight Einen Fehler machen ist eine Sache. Von einem Fehler wissen und nichts tun geht gar nicht. Und wenn Menschenleben davon abhängen, wird es kriminell.

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